Abgesehen von der Frage um das wie - die ja hier im Forum schon ausgiebig diskutiert wurde - steht deine Frage nach dem "ob überhaupt" im Zusammenhang mit der Berufswahl gedanklich bei Dir verständlicherweise etwas im Vordergrund.
Wie bereits gesagt wirst Du mit Deinem Wunsch nach 2 Paar Ohrlöchern ob nun im Piercings-Studio oder wo anders keine Rückfrage bekommen - das ist deren Job und es gibt deutlich extremere Body-Mods und jeder wirde den Kundenwunsch - soweit nichts erhebliches dagegen spricht - umsetzen.
Deine eigentlich Frage ist aber die nach der gesellschaftlichen / beruflichen Akzeptanz: Hier ist meines Erachtens die größte Hürde aber im eigenen Kopf und durch das Erziehung-Bild geprägt, die Body-Mods (ob nun Piercings oder auch Tattoos) mit etwas schlechten Verknüpfen. "Früher" haben sich die Punks die Sicherheitsnadel durch die Wange gestochen - als Protest oder was auch immer; Kriminelle / Seefahrer haben sich (gegenseitig) Tattoos gestochen - aber hat das wirklich noch was mit der heutigen Body-Mod-Szene zu tun? In meiner Jugend (ok, nun über 25 Jahre her) war es einfach nur "cool", sich ein Ohrring zu stechen. Dann kamen immer mehr Piercings auf und es war in der Gruppe eigentlich nie negativ gesehen, sich zu trauen / überwinden und das ein oder andere stechen zu lassen. Dementsprechend sieht man heute immer mehr (verklemmte?) Jungs und auch Mädels mit diversen kleinen Narben im gesicht / Ohren / ..., die sich im Wandel von der Jugend / Schulzeit / Lehre / Studium in die "seriöse" Berufswelt von dem "coolen" Schmuck getrennt haben. Wenige - wie auch ich - haben diese Zeit schmucklos verbracht und erst dannach den Weg dazu gefunden, andere haben es beibehalten - un nun zu deiner Frage: Sind die, die heute (noch) geschmückt unterwegs sind, schlechter / fachlich inkometenter / unseriöser als die anderen? Ich kann dies für mich (derzeit mit wirklich vielen und auch auffälligen Piercings und als leitender Mitarbeiter mit "Kunden"-Kontakt v.a. in der Führungseebene als Sachverständiger / beratender Ingenieur) definitiv nicht bestätigen - klar wird man ab und an darauf angesprochen (wirklich sehr selten!), klar gibt es auch ab und an kritische Äußerungen (noch seltener).
Ich kenne mich natürlich nicht in der Gedankenwelt der Juristen aus, aber auch im Sinne der Gleichberechtigung: Wäre diese Frage nach zwei Ohrringen auch für eine Frau in diesem Bereich ein Sakrileg - denke immer dran: es ist ja ein "Ohrschmuck"
