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Re: Leere Löcher

geschrieben von ah am 17.05.2006 um 17:46:18 - als Antwort auf: Leere Löcher von Creolenfan
Verstöße gegen die Werte und Regeln des Forums bitte hier melden.

>Hat jemand von euch Erfahrung mit Stechen in der Vergangenheit, als es noch keiene Pistolen gab. Ich hoffe auf viele Antworten.
>Gruss: Creolenfan


.... dann schau mal in die Ohrlochforum-Homepage.

Übrigens: Die Mär mit der "heißen Nadel", die man immer wieder hört, ist auf jeden Fall eine verfälschte Wiedergabe:

Bestenfalls wurde die Stechnadel, Schusteraale oder was auch immer zur "Desinfektion" in eine Flamme gehalten und durch Erhitzung desinfiziert, und erst nach der Abkühlung verwendet.
In der kindlichen Einnerung bleibt natürlich nur das ggf. erschreckende Bild der glühenden Nadel und der nachfolgende "brennnende" kleine Schmerz und durch Entzündung "heiße" Ohrläppchen danach hängen.

Würde man eine heiße oder gar glühende Nadel zum Durchstechen verwenden, gäbe es nur eine äußerst schmerzhafte, üble Verbrennung, die ewig nicht heilen würde, aber sicher keine vernünftigen Ohrlöcher!
Ganz abgesehen davon, dass man mit einem solchen Ding gar nicht richtig "zielen" könnte, und der Stechende sich ggf. sogar selbst damit verletzen würde.

Ich selbst bekam meine Ohrlöcher übrigens auch mit einer Nadel (Aale) und Kork gestochen, was für die meisten Piercings auch der vorteilhafteste Weg ist.
So machtens (machens) zwangsläufig auch Ärzte und "Piercer" der Historie bis heute.

Ansonsten tuts für dünnere weichere Körperstellen wie Ohr oder Nase auch das manuelle Durchdrücken eines spitzen Ohrsteckers.
Auf diese Weise wurden häufig in der Vor-Ohrlochpistolenzeit die Löcher vom Juwelier oder im Do-it-yourself-Verfahren gestochen.
Bei gekonnter Anwendung mit teilw. präziserem und gefühlvollerem Ergebnis als mit modernen Pistolen.

Daneben gabs im Juwelier-Zubehörbedarfshandel Vorläufer der heutigen Ohrlochpistolen, die jedoch meist nur äußerst mangelhaft funktionierten oder einfach nur brutal große Löcher rissen (ich habe selbst so ein Ding noch irgendwo rumliegen).
Aber mit den Piercingmethoden heutiger Piercer ist das ja nicht grundlegend anders geworden, je nach Technik.

Britische Proll-Punker der 1960er-Jahre Erstzeit haben sich die Ohr- und Nasenlöcher mit allem gestochen, was an spitzen Gegenständen aufzutreiben war.
Primär natürllich mit den berühmten Sicherheitsnadel, was allerding schon aus Suffgründen meist keine allzu schönen Ergebnisse brachte, die auch nicht unbedingt angestrebt wurden: Hässlichkeit war in diesen Kreisen angesagt, bis die Edelpunkwelle kam, und immer mehr auch ins "normale " Mode-Erscheinungsbild einzog, u.a. auch mit der Piercing-"Mode".

Mehr steht übrigens auch in der CD "Lust auf Piercing" (inzwischen stark erweiterte DVD), die in der Ohrlochforum-Homepage aufgeführt ist.
(eMail-Adresse für Bezug und Preis stimmt aber schon lange nicht mehr: chris-muc@freenet.de)

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