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Re: Nochmal zurück zur Ausgangsfrage: Warum gerade OHRlöcher?

geschrieben von Piercloch am 12.12.2006 um 11:08:00 - als Antwort auf: Nochmal zurück zur Ausgangsfrage: Warum gerade OHRlöcher? von Gefühlsmensch-in
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Hallo Gefühlsmensch-in,

ich kann es als Ohrschmuckfan und ganz allgemein als Piercingfan nur nochmal betonen, dass neben der optischen Wirkung von Schmuck auch das "Tragegefühl" für mich als Schmuckträger ganz wichtig ist. Ich muß meinen gepierct getragenen Schmuck (und vor allem so ist er für mich reizvoll) spüren. Dieses von Dir beschriebene "sinnliche Erleben" seiner - im wahrsten Sinne des Wortes - unter die Haut gehenden "Befestigung" IM Körper hat für mich eine ganz wichtige und erregende Bedeutung. Weshalb das (nur bei mir?) so ist, kann ich wie gesagt bis heute nicht klar beantworten. Die gängigen Erklärungen: Schon in den Genen verankert / Schlüsselerlebnis. Ich wünschte sehr, dass sich hier "Mittschätter", die ähnlich empfinden, outen würden.

Natürlich hat auf mich auch Schmuck, der von anderen Menschen getragen wird, eine enorme und auch erotisierende Reizwirkung. Das ist nach wie vor so. Nach und nach bin ich jedoch Schmuckträger und Reizempfänger so zu sagen in einer Person geworden. Vielleicht auch in Ermangelung von Partnern, die meine "Leidenschaft" nicht nur tolerieren, sondern in gleichem Maße mitleben, ja eigene Ideen und Anregungen einbringen.

Bedanken möchte ich mich bei Dir auch für die hochinteressante Textübersetzung die eine nachdenklich machende Teildarstellung der Sitte des Ohrlochstechens enthält. Durch diesen Text wurde mir ein weiteres Mal klar, dass es sich eben nicht lediglich um eine "praktische Schmuckbefestigungsart" handelt, sondern dass meistens ganz besonder Riten, Bedeutungen, Erlebnisse, tief im Innern schlummernde Wünsche dahinter stecken.

Die Diskussion über diese "Hintergründe" unserer Leidenschaft finde ich übrigens weit spannender als das Zählen der Ohrlöcher, die diese oder jene "Prominente" aufzuweisen hat.

Grüße vom Piercloch



>Hallo Piercloch,
>danke für deine Ausführungen.
>Hallo Alexus,
>schön mal wieder von dir zu lesen. Witzigerweise habe ich an die interessante Diskussion mit dir gedacht, als ich meinen Beitrag geschrieben habe.
>Hallo alle,
>jetzt haben wir ja schon ganz schön viele Beiträge zusammen, die schildern, welche Gefühle Ohrlöcher oder auch andere Piercings auslösen.
>Wie drängend der Wunsch nach ihnen sein kann.
>Aber die Frage, wieso gerade OHRlöcher, wurde meiner Meinung nach noch nicht genügend betrachtet.
>Wieso gerade OHRlöcher?
>Folgendes habe ich mir überlegt, und ich bitte um Korrektur bzw. Ergänzungen, wenn ich nicht richtig liege:
>Erstens: Im Gegensatz zu Körperpiercings sind Piercings im Bereich des Kopfes prinzipiell mit einer höheren Signalwirkung versehen.
>Was ja auch logisch ist, da wir im Allgemeinen aufgrund unserer Nacktheit (Der sprichwörtliche "nackte Affe") in der Öffentlichkeit bekleidet bewegen.
>Also Punkt eins FÜR Ohrlöcher: Sichtbarkeit
>Zweitens: Betrachten wir die im Kopfbereich möglichen Piercings, dann sind diese - eben abgesehen von den OHRlöchern im OHRLÄPPCHEN - durchweg riskanter und eher problematisch in der Heilung.
>Soweit zumindest meine Informationen. Piercloch wird dazu sicher mehr beitragen können?
>Also Punkt zwei FÜR Ohrlöcher: relative Problemlosigkeit
>Drittens: Gerade bei Frauen sicherlich auch ein Aspekt für Ohrlöcher: Man kann, längere Haaren vorausgesetzt, wunderbar mit der Sichtbarkeit (siehe Punkt eins) "spielen". Man kann glitzernden Ohrschmuck hinter einem Vorhang von Haar nur erahnen lassen. Oder man kann ganz bewusst so frisieren, dass das geschmückte Ohr frei präsentiert wird. Wenn man aber, wie bei Variante eins, die Ohren zunächst von den Haaren überdeckt, dann kann man auch ganz bewusst, "zufällig", die Haare hinter die Ohren streichen...
>(Eine Geste, die übrigens ganz typischerweise mit weiblichem "Balzverhalten" verbunden wird - womit das zusammenhängt, komme ich im nächsten Punkt zurück)
>Doch nicht zu kurz denken, weil heutzutage überwiegend Frauen lange Haare tragen. In der Vergangenheit hatten die Männer oft ebenso üppig-lange Haartrachten wie die Frauen - und oft auch ebenso geschmückte Ohren (ich denke da gerade an ein Bild, das angeblich William Shakespeare zeigen soll...)
>Also Punkt drei FÜR Ohrlöcher: Die Variabilität in der Sichtbarkeit
>Viertens: Wie ich schon schrieb, die Geste, sich das Haar hinters Ohr zu streichen, ist ganz eindeutig zuzuordnen - es gibt ja genügend spannende Untersuchungen zu den Ritualen im menschlichen Beziehungswirrwarr. Und wenn wir denen Glauben schenken, dann benutzen Frauen diese Geste, um die Aufmerksamkeit eines für sie interessanten Mannes zu wecken.
>Die Frage ist nur, warum sie das Haar hinters Ohr streicht. Ich habe schon gelesen, dass diese Geste so interpretiert wird, dass die Frau damit die Gesundheit ihres Haares betonen möchte (und indem sie auf die Gesundheit ihres Haares hinweist, sich indirekt als durch und durch gesunde Kandidatin für die potentielle Mutterschaft darstellt, die in evolutionären Zeitmaßstäben gemessen, ja immer das Ziel einer Beziehung darstellte)
>Das glaube ich aber nicht.
>Ich habe sehr lange Haare und ich glaube, es gibt andere Gesten als das Haare-hinter-die-Ohren-streichen, um auf dieses Attribut aufmerksam zu machen.
>Am wirkungsvollsten ist immer noch Kopf-werfen-und-Haare-fliegen-lassen.
>Dagegen nimmt das Gegenüber beim Haare-zurückstreichen die Haare gar nicht mehr so bewusst wahr - statt dessen rückt das Gesicht in den Fokus des Betrachters. Und auch - die Ohren.
>So, dann fragen wir uns, was es für einen Sinn machen könnte, einem potentiellen Partner die Ohren zu präsentieren, um ihm sein eigenes Interesse zu signalisieren.
>Da spielt dann wieder eindeutig hinein, dass die Ohren, ausgestattet mit einer erhöhten Dichte an Nervenenden, eine der erogenen Zonen des Menschen ausmachen.
>Punkt vier für Ohrlöcher: Betonung einer erogenen Zone
>Fünftens:
>Piercloch schreibt:
>> "Ich hätte nicht gedacht, dass sich ein schwingender Ohrhänger, der bei jeder Bewegung des Kopfes das Ohrläppchen mitschaukeln lässt, so sinnlich anfühlen kann". Schreibt Gefühlsmensch-in.
>> O ja, dieses erregende Gefühl kenne ich auch. "Sinnlich" schreibst Du. Welche Sinne werden hierbei angesprochen, ist die Frage?
>Naja, welche "Sinne" wohl... siehe oben, ich schrieb was von "erogenen Zonen"...
>Aber anderer Aspekt und Frage direkt zurück an dich Piercloch:
>Im Gegensatz zu anderen - ich nehme insbesondere Bezug auf Kopf-Piercings, da ich ja weiter oben die Einschränkung der Sichtbarkeit gemacht habe - Piercingstellen werden ja solche sinnlichen Erfahrungen eines schaukelnden Ohrhängers, der das gesamte Ohrläppchen in Schwingungen versetzt in der Regel mit herkömmlichem Piercingschmuck nicht erzielt.
>Von mir selbst ausgehend kann ich eben nur das Tragegefühl von Ohrsteckern, kleinen Creolen und ähnlich dezentem Schmuck, den man sinnlich kaum wahrnimmt, sondern der nur optisch wirkt, vergleichen mit dem Flash an Nervenstimulation, den Baumelohrschmuck hervorruft.
>Was sagt der "Experte" dazu?
>Was sagt ihr allgemein zu meinem Gedankengang?

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