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geschrieben von Dr.Moose am 28.04.2010 um 10:36:27 - als Antwort auf: Frage von jonny
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 Mir fällt was auf an alten Sachen aus dem Fernsehen, wenn was aus den 50 ern bis 70 ern kommt - kaum gelochte Leute. In den 80 ern schon mehr, 90 er und heute noch mehr.

Hatten die Leute bis vor 30 Jahren echt weniger Ohrlöcher bzw. Ohrschmuck als heute?

Dafür trugen Frauen damals mehr Pumps und Röcke als heute. Damals war das irgendwie bis in die 80 ern häufiger als danach.



Nun, das waren ganz andere Zeiten, das kann man sich heute kaum noch vorstellen. Zu meiner Kinderzeit trugen die Frauen, wenn überhaupt Ohrschmuck, fast ausschließlich Clips. Im Gegensatz zu heute gab es damals auch eine riesige Auswahl an Clips, nicht nur beim Modeschmuck, sondern auch beim Echtschmuck und im Hochpreissegment. Fragt man heute beim Juwelier nach Clips, so bekommt man allenfalls ein bedauerndes Schulterzucken.
Zu den wenigen, die "ungestraft" Ohrringe tragen durften, gehörten damals die älteren Frauen (so über 70) und die Italienerinnen. Die älteren Damen trugen meistens so einen ganz bestimmten Typ von Ohrring, der für mich bis heute nur zu älteren Frauen gehört: Eine kleine goldene Klappbrisur und vorne dran ein kleiner Granatstein, oder auch sieben kleine, blumenförmig angeordnete Granate.
Ich kann mich noch gut erinnern, wie meine Tante eines Tages (Mitte der 70-er Jahre) meiner Mutter ganz aufgeregt berichtete, ihre Tochter wolle "so Ohrringe, die man durchs Ohr durchsticht". (Ja - so hat man das damals noch ausgedrückt). Meine Mutter fand das weniger zum aufregen und meinte nur lässig: "Das kannst du doch heutzutage in jedem Kaufhaus machen lassen".
Ganz selbstverständlich war auch, daß nur Frauen Ohrschmuck trugen, Männer mit Ohrringen wurden schlichtweg ausgelacht oder für nicht ganz zurechnungsfähig angeguckt. Später kam dann auf, daß homosexuelle Männer als Erkennungszeichen einen Ohrring im rechten Ohr trugen. Als dann noch später so langsam für Männer aufkam, einen Ohrring zu tragen, mußte der unbedingt links sein. "Links cool, rechts schwul" sagten wir als Teenies dazu.
Was die Kleidermode angeht, so ist Deine Beobachtung bis in die 50er und anfang 60er richtig, danach wurde aber, unter dem Einfluss der immer stärker werdenden Emanzipationsbewegung, die Damenmode immmer androgyner oder sogar maskuliner. Eine Frau, die in den 70ern oder bis mitte 80er einen Rock trug, war entweder über 70 Jahre alt oder total konservativ. Erst in den 90ern wurden Röcke wieder modern.
Gruß
Dr.Moose

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