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I did it! - Mein "Outing" ;)
geschrieben von Partialfetischist am 14.04.2014 um 00:53:30
Liebe Ohrlochfreunde!
Wie schon so viele vor mir geschrieben haben, bin ich auch einer von denen, die hier seit Jahren mehr oder weniger still mitlesen, bevor sie sich zu einem persönlichen Bekenntnis durchringen können. Für mich ist jetzt dieser Zeitpunkt gekommen - aus dem aktuellen Anlass, dass ich gerade vorhin den spontanen Entschluss fasste, mir selbst ein Ohrloch zu stechen: eine Idee, die seit Jahren in mir herumspukte, und die ich zu meinem eigenen Erstaunen tatsächlich ohne langes Zögern in die Realität umsetzte. (Ich tat es ganz dilettantisch mit einer dünnen Nähnadel, die ich in kochendem Wasser desinfiziert hatte. Sorry an HA 472 und die anderen Profis, aber für die Anschaffung professionellen Materials oder gar einen Besuch beim Piercer war die Hemmschwelle wohl noch zu groß...)
Aber vorerst mal zu meiner Geschichte:
Ich bin 23, männlich, hetero und habe schon seit meiner Kindheit ein besonderes Faible für Ohrlöcher, Ohrringe und andere Piercings, in erster Linie bei Frauen. (Tattoos find ich auch interessant, aber das gehört nicht hierher.)
Da meine Mutter und Großmutter nie Ohrlöcher hatten und ich nur einen Bruder habe, kam ich mit dem Thema in früher Kindheit gar nicht in Berührung. Angefangen hat dann alles mit einem eigentlich ganz alltäglichen, aber für mich einschneidenden Erlebnis: Ich erinnere mich noch gut an jene Turnstunde (es muss in der 3. oder 4. Klasse Volksschule - in D Grundschule - gewesen sein), als wir uns, wie immer am Montagmorgen, in einer Reihe aufgestellt hatten, um kurz von unserem Wochenende zu erzählen. Da sagte ein Mädchen, sie habe (zum Geburtstag?) Ohrringe geschenkt bekommen, "aber ich hab die Löcher noch nicht". Daraufhin kam von unserer Lehrerin in gutmütigem, gelassenem, ja fast beiläufigem Ton ein Satz, der mich zunächst erschreckte und lauter Fragen aufwarf: "Aha, musst erst stechen lassen." Was muss man da? Stechen?? Wie denn das? Tut das weh? Bleibt dann tatsächlich ein Loch im Ohrläppchen?... Wie es für mich typisch war, fragte ich aber niemanden, sondern ließ die Gedanken in mir gären und vergaß sie vielleicht sogar eine Zeit lang.
Das Thema kam wenig später wieder auf, als meine jüngste Cousine mit 1 oder 2 Jahren zum "Ohrringerl stechen" geschickt wurde. Ich erfuhr es von meiner Oma ("ich bin ja nicht dafür...") und war der merkwürdigen Ansicht, dass die Kleine jetzt auf eine gewisse Art "verunreinigt" oder "verunstaltet" war", die ich damals gefühlsmäßig strikt ablehnte. Ich war als Kind nämlich ein sehr puristischer Natürlichkeitsfanatiker (vielleicht wurde ich so erzogen), der jede Art von Körperveränderung (auch zB Schminke oder Nagellack) als unrein, abstoßend, ja sogar moralisch falsch empfand.
Ich denke heute, dass gerade dieser Reiz des "Bösen" - kombiniert mit dem gruseligen Gefühl und der Faszination, die die Tatsache, dass man da wirklich mit einer Nadel ein Loch durch das Ohrläppchen stechen musste, bei mir auslöste - den Boden für meine sexuelle Vorliebe für Piercings bereitete, die dann in der Pubertät zum Vorschein kam und mir bis heute erhalten blieb.
Ich spreche übrigens bewusst von einer Vorliebe bzw. von einem Partialfetisch (daher der Nick) und nicht von einem eigentlichen Fetisch, weil ich (Ohr-)Piercings zwar sehr erotisch finde, sich meine Sexualität aber nicht nur um sie dreht und ich eine für meinen Geschmack nicht attraktive Frau mit noch so vielen Piercings nicht bedeutend interessanter finde. Wenn jedoch ein junges Mädchen nicht nur ein hübsches Gesicht und eine schöne weibliche Figur, sondern auch mehrere gut platzierte Ohrlöcher und vielleicht noch ein Nasen- und ein Lippenpiercing hat, macht sie das für mich extrem sexy! Dann kann ich die Augen gar nicht von ihr lassen und würde am liebsten ihren Schmuck mit Lippen und Zunge liebkosen... :P
Am interessantesten finde ich dabei lange, filigrane Ohrhänger, bei denen man richtig schön sieht, wie der Draht durch das Fleisch ragt - mehrere nebeneinander sieht man selten, schauen aber sehr reizvoll aus! Auch durchgehend dünne Creolen in allen Durchmessern, bei denen man die Einstichstelle gut sieht, gefallen mir sehr. Stecker finde ich - wie einige hier - von hinten interessanter (Verschlüsse), ziehe jedoch auch in entlegeneren Regionen (Knorpel) Ringe vor (auch Ball Closure Rings und Curved Barbells).
Wobei trotz meiner Liebe zu Mehrfachohrlöchern manchmal weniger mehr ist, also das zutackern von unten bis oben muss nicht sein. Ein ideales Ohr (das auch schon eine ästhetische Form haben sollte) hätte für mich zB drei Lobes (schön gleichmäßig in einer Reihe gestochen, auf der "y-Achse" möglichst zentral und eher klein - ja nicht ausgeleiert!), etwa mit einem langen, kunstvollen Ohrgehänge im Hauptloch und zwei kleinen Creolen darüber, dann einen Helix-Ring und drei Forward Helix-Stecker; das andere Ohr könnte zB nur ein Loch im Lobe haben (schaut bei guter Platzierung mMn auch sehr schön aus), dafür aber eine Helix-Spirale mit drei Löchern und einen Tragus-Ring. Dazu noch Nostril, Septum, Labret und Bauchnabel, und ich bin happy ;)
Mit 16 (also 2007) hab ich jedenfalls zufällig das Ohrlochforum gefunden (damals noch in schwarzem Design) - Wahnsinn, wenn ich daran zurückdenke, wie aufgeregt ich war, dass es sowas gibt! Ich glaub ich hab am ganzen Leib gezittert und war auf 150 Puls... Abgesehen von den vielen geilen Bildern und Videos, die ich hier fand (Bilderwolf etc. - gibts den eigentlich noch?) sowie der doch erleichternden Erkenntnis, dass ich mit meiner Vorliebe nicht allein bin, fand ich manche Erklärungsversuche für diesen (Partial-)Fetisch ganz interessant. Eingeprägt hat sich bei mir etwa die Vorstellung (weiß nicht mehr von wem), dass ein Ohrloch unbewusst eine Vagina bzw. das Durchstechen die Entjungferung symbolisiere. Dem kann ich durchaus etwas abgewinnen, denn ich finde einerseits den Akt des Piercens total erotisch (diese ganzen "me getting my XY pierced"-Videos auf YT sind für mich reinste Pornographie :D), andererseits interessiert mich der Anblick sowohl geschmücker als auch leerer Ohrlöcher - wobei das Herumspielen bzw. Rausnehmen und Reinstecken hat natürlich einen besonderen Reiz hat. Aber ich sehe auch immer lieber ungelochte Ohren, die für mich eine Art Symbol für Jungfräulichkeit sind und Raum für Stechfantasien lassen...
Also zu meinem Ohrloch:
Da ich Ohrlöcher eigentlich nur bei Frauen interessant finde und skeptisch bin, ob mir Ohrschmuck stehen würde, habe ich bis jetzt immer gezögert, ob ich selbst Löcher haben will. Abgesehen davon würde es zumindest in meinem engeren, familiären Umfeld mit ziemlicher Sicherheit auf großes Befremden oder völliges Unverständnis stoßen. Aber da ich immer wissen wollte, wie sich das anfühlt, eine Nadel im Ohrläppchen zu haben, hab ichs heute ausprobiert - und ich muss sagen, selbst mit meiner unprofessionellen Methode (na gut, ich hab genug Videos gesehen, um zu wissen, wie es ungefähr geht) ging es total unkompliziert und schmerzfrei, ja fast unspektakulär.
Doch auch wenn die Nadel nur ein paar Minuten da drinnen gesteckt ist und das Loch wohl schon wieder zugewachsen: Für mich war das ein denkwürdiges Ereignis, das ich nie vergessen werde!
Löchrigst
Euer Partialfetischist
P.S.: Danke an alle, die bis hierher durchgehalten haben! Ich hoffe, es war trotz meines umständlichen Erzählstils lesenswert :) Übrigens würde ich gern zwei, drei Fotos von meinem temporären Ohrloch hochladen - weiß aber nicht, ob/wie das am Smartphone geht... Hat da wer Tipps? Danke!
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