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Re: Ohrlochweiten
geschrieben von Christine am 09.02.2000 um 00:27:45 - als Antwort auf:
Ohrlochweiten von Ulla
>Ich möchte mehr über Ohrlochweitentechnik wissen.Wer hat damit erfahrung?
Liebe Ulla,
hier ein Auszug aus unserem Buchprojekt zum Thema zur Info.
AUSWEITEN
VON OHRLÖCHERN
(STRETCHING)
Große Ohrlöcher sind schon lange nicht mehr nur seltene Attribute von ausgeflippten Piercing-Freaks oder exotischen Naturvölkern, sondern auch im bürgerlichen Bereich immer häufiger anzutreffen. Vielfach wird das Ohrloch sowieso im Laufe der Zeit von selbst durch das Tragen von ²normalen² baumelnden Ringen oder Gehängen mehr oder weniger langgezogen (s. o.), so daß dickere Durchsteckstifte erforderlich sind, um ein Ausreißen der Ohrlöcher zu vermeiden. Mit steigendem Alter vergrößern sich die Ohren evtl. zusätzlich noch ein wenig. Große, weiche Ohrläppchen werden im Alter oft etwas länger, und damit auch das darin angebrachte Löchlein.
Wird z.B. ein exotischer Indien-Ohrring mit dickerem Durchsteckstift in ein ³normales³ kleines Ohrloch eingesetzt, bleibt nach dem Abnehmen ein kreisrundes Loch oder Schlitzchen von ca. 12 mm Durchmesser zurück, das natürlich rasch wieder schrumpft. Bei vielen Ohrschmuck-Fans entsteht so irgendwann der Wunsch, die Ohrlöchlein immer mehr auszuweiten, bis man durchsehen kann.
Im Normalfall wird nur das Loch im Zentrum des Ohrläppchens ausgeweitet. Mehrere größere Löcher im Ohr wirken deformiert, besonders wenn kein Schmuck eingesetzt ist. Eine Piercing-Dehnung ab ca. 34 mm ist deutlich sichtbar und eine Anschaffung für¹s Leben, die nur per aufwendiger Schönheitsoperation, wenn überhaupt, rückgängig gemacht werden kann und sollte deshalb trotz aller Begeisterung vorher gut überlegt sein!
Dehnen
Das ²Hauptloch² im Zentrum des Ohrläppchens ist meist sehr dehnbar. Durch Durchstecken immer dickerer Stifte oder Ringe läßt sich das Loch langsam und schmerzlos dehnen.
Dehnungsstifte lassen sich selbst oder von einem Goldschmied durch Absägen und Rundfeilen kleiner Silberstifte herstellen. Für das Dehnen mehrerer Piercings lohnt sich evtl. die Anschaffung eines speziellen Dehnungsringes mit ³variabler³ Stärke. Die Dehnung sollte nicht stärker als 1/2 mm sein. Bei zu starker Dehnung kann die Haut im Stichkanal reißen, was unangenehm und schmerzhaft ist. Dann muß gewartet werden, bis die Haut sich wieder regeneriert hat, wobei das Loch natürlich etwas geschrumpft sein kann. Durch (kurzzeitiges) Einhängen schwerer Ringe oder Gewichte kann das Ohrläppchen für mehr Festigkeit trainiert und das Ohrloch weiter gedehnt werden. Allerdings werden die Löcher dabei sehr stark nach unten ausgezogen.
Scalpelling
Ist das Loch zu weit am Ohrläppchenrand angebracht oder bereits nach unten gedehnt, sollte eine weitere Dehnung in Richtung Ohrläppchenrand unbedingt vermieden werden. Die Vergrößerung des Lochs muß dann nach oben in Richtung Ohrmuschel erfolgen. Das ist eigentlich nur mit einem kleinen ²chirurgischen² Eingriff möglich, den viele professionelle Piercer ausführen können: das leichte Einschneiden der Haut mit einem scharfen Messer oder Skalpell (³Scalpelling³). Das geht natürlich nicht ganz unblutig ab, ist jedoch relativ harmlos. Das Ergebnis ist ein schön geformtes, sauber geschlitztes Loch und empfiehlt sich bei gewünschten Piercing-Größen ab 5 mm. In das erweiterte Loch wird sofort ein dicker Ring oder ear tunnel eingesetzt, der möglichst ständig getragen werden sollte und nur stundenweise oder zur Reinigung der Wunde abgenommen werden sollte.
Extrem-Stretching
Extrem-Stretching zu Ohrläppchenschlaufen im Ethno-Look, in die ear tunnels oder Boutons bis zu einigen Zentimetern Durchmesser eingesetzt werden können, ist auch in USA eher noch selten, im bürgerlichen Umfeld kaum praktizierbar und wird meist nur von Piercing- und Body-Modifikation-Profis oder -²Freaks² praktiziert.
Die extreme Dehnung wird durch die Kombination von Scalpelling und anschließendem Dehnen und Langziehen durch Gewichte erreicht. Voraussetzung dafür sind natürlich sehr ausgeprägte große Ohrläppchen.
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