Das aktuelle Ohrlochforum ist nun hier. Unten siehst Du ein Teil vom Archiv von 1999 - 2018.
Hier ist nochmal Teil eins.
geschrieben von HA 472 am 25.04.2002 um 23:32:58 - als Antwort auf:
Danke von Franzi
>Hallo Nr. 472,
>danke, daß Du noch an mich gedacht hast. Toll von Dir.
>Nur fehlt mir etwas der Zusammenhang. Die Vorgeschichte ist mir doch etwas in Vergessenheit geraten.
>Weißt Du noch, wann Du den 1. Teil gepostet hast ?
>Wäre toll, wenn Du irgendwie noch einen Link zum 1. Teil einbauen kannst, z.B. den Beitrag las http://f14.parsimony.net/forum23877/messages/6232.htm - Link.
>Gruß
>Franzi
>>
Hi!
Ich weiß es leider nicht mehr. Aber hier ist er nochmal:
"Daniela Ukatz." die bildhübsche Brünette schiebt ihren Ausweis unter der Scheibe des Schalters durch. "Ich habe einen Termin bei Herrn Beck."
Der Pförtner gibt ihren Namen in den Computer ein. "Ah, ja. Casting, wie? Gratuliere." Er dreht sich auf seinem Bürostuhl nach rechts und nimmt eine Karte aus dem Regal, das dort an der Wand hängt. Während er diese, zusammen mit dem Ausweis, dem Mädchen zuschiebt sagt er leise: "Dich nehmen sie bestimmt, die kriegen nicht alle Tage junge Damen, die so attraktiv sind."
Daniela sieht ihn halb erschrocken, halb amüsiert an und lächelt schließlich. "Danke."
Der Pförtner lächelt zurück und deutet auf die Karte. "Das ist dein Besucherausweis. Den mußt du dir gut sichtbar anclipsen. Wenn du ohne den aufgegriffen wirst befördert dich der Sicherheitsdienst gleich nach draußen." Er zuckt entschuldigend mit den Schultern. "Es kommen eben so viele verrückte in diese Agentur, zum Beispiel solche, die sich besonders schön finden und nach der Ablehnung durchdrehen, da müssen wir vorsichtig sein."
"Macht nichts." Daniela lächelt immernoch. Sie wirft ihre langen, glatten Haare zurück, clipst sich die Karte an den Gürtel und verabschiedet sich höflich. Dann geht sie, gemäß Weisung, zum Fahrstuhl.
Im 14. Stock befindet sich der Raum indem sie vorsprechen soll, in dem sich die Zukunft ihrer Modelkarriere entscheiden wird. Und sechzehn Jahre sind ein Alter, in dem ein angehendes Model langsam den ersten Vertrag haben sollte, sonst wird das meistens nichts mehr, mit dem großen Erfolg.
Nun, wie so ein Casting läuft kann man sich leicht ausmalen: Nach der Begrüßung kommt die Begutachtung, bei der sich die Kandidatin zu verschiedener Musik bewegen, eine Linie auf und ab gehen und sich präsentieren muß. Dann die Nachbesprechung. All das läuft wie bei so ziemlich jedem erfolgreichen Casting. Aber in der Besprechung kommt Herr Beck auf ein besonderes Thema zu sprechen.
"Nun", meint Danielas 'Entdecker', "Das war hervorragend. Und auch dein Körperbau wird den Anforderungen an den eines Topmodels mehr als gerecht. Aber eine Sache könnte noch verbessert werden."
Daniela ist etwas verunsichert. "Was denn?"
Herr Beck faltet die Hände. "Immermehr Leute integrieren Ohrringe in ihr Schönheitsideal. Und mehrere davon, oder etwas ausgefalleneres, wird als exotisch und damit als anziehend empfunden."
Daniela fasst an die rechte der beiden silbernen 5cm-Creolen in ihren Ohren. "Ich habe aber nur noch zwei. Mein drittes Loch ist schon lange zugewachsen."
Herr Beck nimmt die Hände wieder auseinander. "Ist nicht so tragisch, aber mehr Löcher würden dich noch attraktiver machen. Ein Bauchnabelpiercing wäre auch noch was, muß aber nicht sein, mit Mehrfachohrlöchern ist auch schon viel gewonnen. Überleg es dir!"
"Das werde ich." verspricht die Amazone. Nach ein paar Minuten ist das Gespräch, das sich nun um das Modeln an sich drehte, beendet und Daniela geht nachdenklich nach Hause. Sie ist Einzelkind, es ist Freitag, der Vater kommt erst Samstag Abend aus Frankfurt zurück und die Mutter ist mit ihrer Tante in Dresden.
Nach einigem hin und her beschließt das Mädchen die sturmfreie Bude zu nutzen.
Sie bedient sich aus den Handarbeitssachen ihrer Mutter: Eine Nähnadel, eine 3,5mm Stricknadel, ein Stopfei und ein Fingerhut. Außerdem noch ein paar Ohrringe aus ihrem Schmuckkästchen.
Im Schlafzimmer der Eltern setzt sie sich vor den Spiegel an der Frisierkommode der Mutter und streicht ein paar flüchtige Strähnen ihres Haars, das sie zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden hat, hinter die Ohren. Sie dreht den Kopf so, daß sie ihr rechtes Halbprofil im Spiegel sieht und nimmt die große, dünne Creole aus dem einsamen Loch. Dann reibt sie das Ohr mit einem spiritusgetränkten Tempo ab. Schließlich nimmt sie das Ohrläppchen zwischen Daumen und Zeigefinger der linken Hand und spannt es. In die rechte Hand nimmt sie die Stricknadel. Sie schließt kurz die Augen und atmet tief durch. Dann setzt sie die stumpe Spitze der Nadel an ihrem Ohrloch an. Nach einem kurzen Zögern beginnt sie zu drücken. Sie beißt die Zähne zusammen, als sie die Nadel mit einem schmerzhaften Ziepen durch ihr Ohrläppchen schiebt. Dann ist sie durch, das dicke, vordere Ende der Stricknadel ragt hinten drei Zentimeter weit aus einem knallroten, heiß werdenden Ohrläppchen heraus, in dem sich jetzt ein 3,5mm Loch befindet. Ihr Puls rast, sie zittert fast vom Adrenalin, aber sie ist zufrieden mit dem Anblick. Und es tat weniger weh als befürchtet! Sie zieht die Nadel wieder heraus, was sie schmerzlich das Gesicht verziehen läßt, da es erneut ziemlich ziept, und drückt dann, mit etwas Kraftaufwand, und leichtem Schmerz, eine 3mm dicke, goldene 4cm-Halbcreole durch das vergrößerte Loch - nicht nur den Durchsteckstift, sondern den ganzen Ring. Dann wiederholt sie das Ganze mit dem linken Ohr. Es tut noch weniger weh. Sie betrachtet glücklich ihr Spiegelbild, und spielt ein wenig an den dicken Ohrringen, was durch die jetzt etwas empfindlichen Ohrläppchen ein prickelndes, leicht ziehendes Gefühl hervorruft. Sie mag es.
Aber sie ist noch nicht fertig. Sie zündet eine Kerze an und säubert das rechte Ohrläppchen und die Nadel erneut mit Spiritus. Dann hält sie die Stricknadel in den blauen Bereich der Kerzenflamme. Sie wird immer nervöser, das Adrenalin strömt durch ihre Adern. Als sie die rot glühende Nadelspitze zu ihrem Ohr hebt zittert sie so, daß sie die Nadel kaum halten kann, aber sie schafft es trotzdem. Dann setzt die die Stricknadel hinter dem ersten Loch an und läßt die Hitze die Aufgabe einer Spitze übernehmen. Es zischt, eine kleine Rauchwolke steigt auf und der Geruch von verbranntem Fleisch erfüllt den Raum. Eine Woge sengenden Schmerzes schießt durch ihr Ohr und sie schreit laut auf. Trotzdem drückt sie weiter. Der Schmerz wird noch sclimmer, aber nach zwei, schier endlosen, Sekunden purer Qual ist die Nadel durch. Mit tränenüberströmtem Gesicht versucht Daniela ihre Atmung wieder unter Kontrolle zu bekommen und mit dem Hyperventilieren aufzuhören. Es tut immernoch weh, es brennt und pulsiert. Das Mädchen durchläuft ein Angstschauer als ihr der logische, nächste Schritt wieder einfällt. Sie packt die Nadel und zieht sie mit einem schnellen Ruck wieder heraus. Aber eine Brandwunde läßt sich nicht durch Schnelligkeit irritieren. Erneut rast ein brutaler Schmerz von ihrem Ohr bis in den Schädel und sie läßt einen weiteren Schrei los. Nachdem sie sich wieder eingekriegt und das schmerzende Ohr sich etwas beruhigt hat, besieht sie sich ihr Werk. In dem tiefroten Ohrläppchen klafft, hinter der Creole, ein großes, feuchtes, rosafarbenes Loch, mit einem Rand wie beim Einschlagskrater eines Meteors, durch das man fast hindurchsehen kann. Sie keucht erschrocken auf. Aber es hilft nicht, jetzt muß sie es durchziehen, sonst war alles umsonst. Sie nimmt eine weitere goldene Creole, gleich dick, allerdings mit nur 3cm Durchmesser. Sie faßt das Ohrläppchen erneut mit zwei Fingern der linken Hand und zuckt zusammen, zum Einen weil es weh tut, zum anderen weil sie vor der Hitze des Ohres erschrickt. Dann spannt sie es, wie zuvor beim Dehnen des Loches. Nun ist es an der Zeit den Ring durchzustecken. Und das tut sie. Die Schmerzen lassen sich kaum mit Worten beschreiben, aber irgendwie schafft sie es, das zu Ende zu bringen. Jedenfalls liegt sie die nächste Viertelstunde zitternd und schluchzend über der Kommode. Dann bemerkt sie, daß sie ja noch eine kleine Creole und die Nähnadel hat. Also rafft sie ihren letzten Mut zusammen, klammert sich an den Gedanken, daß sonst die Folter zuvor für die Katz gewesen sei und bereitet ihr Ohr auf einen letzten Stich vor. Aber diesmal ganz oben, im Knorpel. Sie setzt den Fingerhut auf den linken Mittelfinger, hält mit diesem und dem Zeigefinger gegen und setzt die Nähnadel an, welche sie, geführt durch die rechte Hand, mit einem Stopfei durchdrückt. Diese zwei Sekunden Schmerz waren auch recht heftig, aber nicht so schlimm wie vorher. Sie gibt nur ein mattes "Auuu..." von sich und weitere Tränen gesellen sich zu den anderen auf ihren nassen Gesicht. Das herausziehen der Nadel ziept stark, aber Daniela ist zu schlapp um noch darauf zu reagieren. Es mag wohl an der hohen Endorfinmenge liegen, daß sie das Durchstecken des Bügels jener Klappcreole kaum noch spürt. Die Creole zu und fertig! Sie besieht sich im Spiegel, versucht ein Lächeln, aber bevor sie es schafft wird es Nacht um sie und sie stürzt in die erlösende Ohnmacht.
Vier Monate später ist sie Model im Katalog eines bekannten Versandhauses. Ihre hart erkämpften Ohrlöcher zieren sie noch heute. Und das Bauchnabelpiercing hat noch keiner vermißt...
Ja, so war das. Ciao!
XYZ 472.
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