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Eine Modenschau
geschrieben von theo am 10.05.2002 um 19:45:52
So kam ich zu meinem Ohrloch:
Im letzten Jahr fand bei uns anlässlich eines Stadtfestes eine Modenschau statt, bei der ein großes Bekleidungshaus, ein Friseur und ein Juwelier die neue Sommermode 2000 präsentierten. Meine Freundin, die in dem Modehaus arbeitet, fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, als eines von zwei männlichen Modellen mitzumachen. Erst wollte ich nicht, aber dann habe ich mich breitschlagen lassen, am ersten Abend . Die Vorführung erfolgte an zwei Abenden. Am ersten Abend trafen wir uns zwei Stunden vorher, ich bekam einen schicken Designer-Anzug, Hemd, Krawatte, Schuhe. Sodann wurden wir ein wenig geschminkt, die Haare frisiert. Alle waren ziemlich aufgeregt. Da zuerst wir Männer fertig gemacht wurden, hatten wir anschließend etwas Zeit, alberten herum und warteten auf unseren Auftritt.
Währenddessen erhielten auch die Frauen ihr Outfit, unter anderem auch Ohrhänger, Ringe und Halsketten. Einer von uns Männern beschwerte sich bei der Mitarbeiterin des Juweliers, mehr im Scherz, dass wir Männer „so nackt“ auf den Laufsteg geschickt werden würden, worauf sie meinte, dass müsste ja nicht sein. Wir könnten ja auch Ohrringe tragen, dass würde bestimmt gut aussehen. Wir Männer protestierten, so sei dass nicht gemeint gewesen. Die Modenschau verlief ganz gut, und nachdem wir uns umgezogen hatten, vergnügten wir uns auf dem Stadtfest.
Am nächsten Tag rief mich dann meine Freundin von der Arbeit aus an und bat mich, auch am zweiten Tag Modell zu spielen, da jemand ausgefallen war. Nachdem der Vorabend so gut gelaufen war, willigte ich sofort ein. Die Prozedur vom Vortag wiederholte sich, nur dass sich nach dem Schminken die Mitarbeiterin des Juweliers an uns wandte und erklärte, sie habe nachgedacht, und im Zuge der Gleichberechtigung würden auch wir Schmuck erhalten. Mein Kollege und ich erhielten jeder eine Armbanduhr. Dann meinte sie zu mir, ich hätte mich ja gestern beschwert, und jetzt würde ich auch einen Ohrring erhalten. Davon wollte ich nichts wissen, doch sie meinte, jetzt habe sie extra ihre Geräte mitgebracht, und jetzt gäbe es kein zurück. Mein Kollege grinste nur und deutete auf sein linkes Ohrläppchen, in dem ein kleiner Stecker glänzte. Von dem konnte ich keine Hilfe erwarten, und auch die übrigen Anwesenden meinten, jetzt sei ich dran. Also ergab ich mich in mein Schicksal und setzte mich auf den Stuhl. Die Angestellte rieb mein Ohr mit einem feuchten Tuch ab, hantierte hinter meinem Rücken herum, fasste mein Ohr an, plötzlich machte es laut „Klack2“ und ich spürte ein leichtes Brennen. Ich wollte noch in den Spiegel schauen, aber dafür war keine Zeit, wir mussten auf den Laufsteg. Ich wollte meinen Ohren nicht trauen, als die Ansagerin das Publikum auf mein linkes Ohr aufmerksam machte. Nach dem Auftritt durfte ich dann in einen Spiegel schauen, von meinem linken Ohrläppchen glänzte ein kleiner Stein.
Meine Freundin war begeistert, auch sonst habe ich keine negativen Reaktionen erfahren.
Soweit meine Geschichte.
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