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Meine Ohrlöcher

geschrieben von Reto am 11.05.2002 um 04:32:04
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1997 wechselte meine Freundin die Stelle und begann in einem Juwelierladen zu arbeiten. Nach einem halben Jahr fragte ihr Chef, ob sie den Kunden nicht auch Ohrlöcher schiessen möchte. Meine Freundin fühlte sich überrumpelt, sagte aber am folgenden Tag dem Chef zu. Ein paar Wochen lang passierte überhaupt nichts und meine Freundin dachte schon, der Chef hätte es vergessen.

An einem ruhigen Nachmittag wurde meine Freundin ins Atelier gerufen. Dort wurde sie an einer Puppe instruiert, wie der Ablauf ist. Der Puppe wurden immer und immer wieder Ohrlöcher geschossen. Nach dieser Lektion meinte der Chef zu ihr, dass ein Neuling normalerweise erst seinen Verwandten Ohrlöcher sticht. Auf Kosten des Hauses könne so die Familie "ausgerüstet" werden. Sie solle schauen, wer sie mitbringen könne. Im Minimum 4 Löcher sollten so gestochen werden können.

Meine Freundin erzählte am Abend aufgeregt, wie's funktioniert und dass sie eben Verwandte auftreiben müsse. Ihre Schwester und zwei Freundinnen liessen sich überreden, noch Ohrlöcher stechen zu lassen. Noch fehlte ihr aber die vierte Person und so begann sie mich zu bearbeiten. Ich hatte mir bis dahin nie Gedanken über Ohrringe gemacht. Mir gefielen die Ohrringe meiner Freundin sehr, aber an meinen Ohren konnte ich mir das nicht vorstellen. Sie liess nicht locker und suchte Argument um Argument. Auch meinte sie, ich könne nach dem Ohrlochstechen den Stecker wieder rausnehmen und das Löchlein würde zuwachsen. Irgendwann gab ich nach und sagte ihr zu, dass wenn sie niemand anderen findet, ich den Kopf hinhalten würde.

Zu meinem damaligen Leidwesen fand sich keine weitere Person und so wurde ich mit den anderen drei aufgeboten. Ich hoffte immer noch, als Überzähliger passen zu können. Der Juwelier und meine Freundin empfingen uns und baten uns in einen Nebenraum. Er sah sich unsere Ohren an und meinte dann zu meiner Freundin, dass ich als erster dran käme, da ich noch keinen Ohrring trug. Ihre Schwester hatte je einen Ohrring, die beiden Freundinnen hatten in ihren Ohren im Minimum je 2 Ohrstecker.
Unter den strengen Augen ihres Chefs begann sie nun ihr erstes Opfer zu betreuen. Sie nahm eine Schachtel mit den verschieden Ohrsteckern hervor und liess mich auswählen. Ich entschied mich für einen einfachen goldigen Stecker. Sie desinfizierte anschliessend mein Ohrläppchen und zeichnete den Punkt ein. Sie hielt mir den Spiegel hin und bevor ich etwas sagen konnte, mischte sich der Chef ein und fragte meine Freundin, ob die Platzierung gut sei. Sie hatte den Punkt im Zentrum des Ohrläppchens eingezeichnet und antwortete dem Chef, dass ihrer Meinung nach das ok sei. Er liess nicht locker und fragte sie, wenn der Kunde nun später noch ein zweites Ohrloch haben möchte, wo sie dieses machen würde. Wenn sie den Abstand einhalten will, würde sie am Rand des Ohrläppchens schiessen und das würde nicht so einfach und zu mir meinte er, ob ich später sicher kein weiteres Ohrloch haben möchte. Ich entgegnete ihm, dass ich ja nicht mal das eine wollte. Meine Freundin musste jedoch den Punkt nochmals neu einzeichnen. Zu Demonstrationszwecken liess er sie auch den Punkt für ein zweites Loch zeichnen. Nun war er zufrieden und meine Freundin hielt mir nochmals den Spiegel hin. Ich kontrollierte und fand es auch in Ordnung. Meine Freundin nahm nun die Pistole und nahm Ohrstecker und Verschluss auf. Sie nahm mein Ohrläppchen zwischen die Pistolenteile und sagte mir dann, ich solle kurz den Atem anhalten. Kurz darauf machte es klack und meine Freundin hatte die erste "Behandlung" eines Kunden hinter sich. Danach mussten sich die anderen die Prozedur ebenfalls über sich ergehen lassen. Mit jedem Ohrschuss mehr war sich meine Freundin ihrer Sache sicherer und der Chef musste nicht mehr korrigierend eingreifen.

Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, am Abend den Ohrstecker wieder rauszunehmen und das Loch verheilen zu lassen. Meine Freundin wehrte sich dagegen und sagte, ich solle es doch bis am folgenden Morgen drin lassen. Ihr gefiele es so gut. Da ich meiner Freundin die Freude nicht verderben wollte und er mir eigentlich auch gefiel, liess ich den Ohrstecker drin. Am folgenden Morgen war ich noch nicht recht wach und wie üblich etwas spät dran. So vergass ich völlig, dass ich in meinem linken Ohrläppchen immer noch den Ohrstecker drin hatte. Ich bemerkte es erst, als eine Bürokollegin mich ansprach, dass sie gar nicht gewusst hätte, dass ich einen Ohrring tragen würde. Ich merkte wie der Kopf rot wurde und bevor ich etwas sagen konnte, meinte die Kollegin, dass der goldige Stecker mir gut stehen würde. Ich erzählte ihr noch wie ich dazu kam. Positiv überrascht war am Abend auch meine Freundin, da sie befürchtet hat, dass ich den Ohrstecker wieder rausgenommen hätte.

Vor zwei Jahren kam dann noch ein zweiter Ohrstecker dazu.

Reto

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