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Re: Ohrknorpel: Piercen oder Schießen!?
geschrieben von Dr.Moose am 01.04.2004 um 00:39:58 - als Antwort auf:
Re: Ohrknorpel: Piercen oder Schießen!? von Alexander
Hallo Alexander
>Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. *fg*
da bin ich ganz Deiner Meinung
>Aus dem genannten Artikel eplizit etwas über Piercingstudios rauszulesen,
Ich habe auch explizit nicht von allen Piercingstudios überhaupt gesprochen
>spricht für eine selektive Wahrnehmung.
Die allerdings auch Dir einen Streich gespielt hat.
>Ich zitiere:
>"Alle Patienten waren mit einer Ohrlochpistole gepierct worden, was streng kontraindiziert ist, da die Geräte nicht sterilisiert werden können. Außerdem kann es beim Durchschuss durch den Ohrknorpel leicht zu Fissuren kommen, die die Ausbreitung der Keime begünstigen. Es wird empfohlen, Ohrpiercings nur mit spitzen Nadeln durchzuführen, was in der Szene auch bekannt ist, wie ein Blick auf die Webseiten deutschsprachiger Anbieter zeigt. Die Handhabung einer Ohrlochpistole ist jedoch leichter als das Piercen mit der Nadel."
Den Absatz, der auf den von Dir zitierten folgt, hast Du Unterschlagen.
Es geht in diesem Artikel nur zweitrangig um die Frage "Pistole oder Nadel",in erster Linie geht es um die Gefahr der Knorpelinfektion. Wichtigste Infektionsquelle waren in diesem Fall, unabhängig von der Stechmethode, die Mitarbeiter des Studios und die unsachgemäß gehandhabten Desinfektionsmittelflaschen.
>Es geht also um mit einer OHRLOCHPISTOLE geschossene Ohrlöcher - und genau diese Methode wird in der Regel in _seriösen_ Piercingstudios abgelehnt, eben weil man dort weiß, daß solche Geräte nicht steriliserbar sind...
Dort wird vielmehr i.d.R. die empfohlene Methode mit (sterilien, weil nur einmal benutzbaren) Nadeln gearbeitet. Die Ohrlochpistolenmethode dagegen wirst Du hauptsächlich bei Juwelieren und ähnlichen Pfuschern finden.
Davon abgesehen: Piercingstudios werden i.d.R. regelmäßig durch das Gesundheitsamt in Sachen Hygiene geprüft (incl. Sporentest für den Steri, etc.), wobei das natürlich auf das jeweils zuständige Gesundheitsamt ankommt. Eine solche Prüfung gibt es m.W. für Juweliere nicht.
>Alexander
Selbstverständlich bin ich mit Dir einig, daß die Pistole nichts für Knorpel ist, da sie mehr zerfetzt, als sticht. Auch will ich keinesfalls behaupten, daß Juweliere hygienisch arbeiten, das haben die genauso wenig gelernt und ich habe schon viele haarsträubende Dinge in Juwelierläden gesehen. (z.B. wurden heruntergefallene Erststecker wieder in die Pistole eingsetzt).
Auch bin ich absolut mit Dir einig, daß man in einem seriösen, hygienisch arbeitenden Studio besser "aufgehoben" ist, als in all den "Pfuscherläden". Allerdings ist mein Eindruck der, daß man solche Piercingstudios schon sehr suchen muß.
Gruß
Dr.Moose
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