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Gestern im Schmuckladen

geschrieben von Marina am 05.08.2005 um 07:52:25
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Hallo,

war ich im Schmuckladen, um einer Uhr zum Batteriewechseln abzugeben. Es handelte sich um einen relativ kleinen, halboffenen Laden im Kassenbereich eines Einkaufszentrum. Auf der kleinen Fläche warteten mehrere Kunden, während sich die beiden Verkäuferinnen mit einer Mutter, welche drei Kinder bei sich hatte befassten. Auch ich musste warten und konnte mir so das Geschehen ansehen.

Auf dem Tresen befand sich ein Körbchen mit Erstohrsteckern, daneben lag das übrige Equipment: zwei Ohrlochpistolen, Markierungsstifte und Desinfektionstücher. Offenbar hatte man bereits Erststecker ausgesucht und das jüngste Kind (wohl alle etwa im Grundschulalter) drufte auf einem Hocker Platz nehmen. Zuerst wurden die Ohrläppchen markiert und desinfiziert. Während der Prozedur schaut das Mädchen zunehmend ängstlicher drin. Dann öffente die Verkäuferin die Packung mit den Steckern und lud die erste Ohrlochpistole. Da die zweite Verkäuferin sich kurrfristig mit einem der anderen Kunde befasst hatte, reichte sie die Pistole dem mittleren Mädchen, damit es sie festhalten sollte. Diese beäugte das Gerät in ihren Hände offensichtlich mit gemischten Gefühlen. Dann lud die Verkäuferin die zweite Pistole. Die andere Verkäuferin nahte herbei, damit man nun gemeinsam schießen könnte. Aber das Kind bekam nun Angst und wollte das Stechen verweigern. Die Mutter und die Verkäuferinnen redeten auf das Kind ein, dass es nicht weh tue und das nun alles fertig sei. Die Mutter weiß darauf, dass die Tochter die ganze Woche über davon gesprochen hätte. Letztlich gab das Kind dann doch nach und war den Tränen nahe, als die Pistolen an die Ohren gehalten wurden. Gleichzeitg wurden die Stecker eingeschossen, scheinbar zeitgleich sprang das Kind beinahe vom Hocker auf, während die Pistolen noch am Ohr waren. Alle lobten die Tapferkeit und das Kind strahlte nach einigen Sekunden über beide Wangen. Die anderen Kinder hatten sich das Geschehen angeschaut.

Nun war di mittlere Tochter an der Reihe, welche nun aber nicht mehr wollte, weil doch Angst bekommen hatte. Wieder redeten alle auf sie ein. Ich hört unter anderem, dass die Verkäuferin draufhin weiß: "Sie darf sich aber nicht begegen, sonst klappt das nicht." Irgendwie landete sie dann nach minutenlangen Diskussionen doch auf dem Stuhl. Die Prozedur verlief ähnlich. Beim Stechen heilt sie auch still, brach anschließend aber in Tränen aus. Alle versuchten sie zu beruhigen, was letztlich auch gelang.

Für das dritte Kind, ich vermute eine Freundin der beiden Töchter, war offenbar kein Stechen geplant. Beim Bezahlen marschierten die beiden Töchter inzwischen stolz und erleichtert aussehend an mir vorbei. Zu meiner Überraschung hatten sich beide die zweiten Paare Ohrlöcher schießen lassen, also die Prozedur bereits einmal über sich ergehen lassen. Beim Verlassen des Einkaufszentrum sah ich die Gruppe beim Eisessen am Softeisstand.

Grüße

Marina

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