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Meine Geschichte
geschrieben von Iris am 29.09.2005 um 10:42:33
Hallo Leute,
ich heiße Iris und möchte euch mal eine etwas andere Geschichte über Ohrschmuck, Piercings und Tattoos erzählen. Diese Geschichte soll auch zum Nachdenken anregen, was wir mit unserem Körper so machen.
Alles begann als ich Torsten, meine erste große Liebe kennen lernte. Ich war fast 18 Jahre alt und ein ganz normaler älterer Teenager. (Das ist jetzt 14 Jahre her). Zum Thema Bodyart hatte ich fast gar keine Beziehung oder Interesse. Ich trug nur „normalen“ Schmuck bis auf mein rechtes Ohr, dort hatte ich drei Ohrlöcher. Diese habe ich mir in einem Urlaub mit meiner Mutter zusammen machen lassen. Die initiative ging damals nicht von mir aus, sonder von meiner Mutter, aber ich kann nicht sagen, das es mir nicht gefiel.
So, nun zurück zu Torsten. Ich lernte ihn in der Straßenbahn kennen. Er saß mir gegenüber und schaute mich sehr lange und intensiv an. Als er mich ansprach machte er mir ein Kompliment, was ich nie vergessen werde. Er sagte : „Du hast ein wunderschönes rechtes Ohr, darf ich dich zum Tee einladen?“ Ab dann war es um mich geschehen. Und er hat mich nur wegen meiner drei Ohrringe angesprochen ?!?! Er war so süß.
Da ich an diesem Tag nicht viel Zeit hatte haben wir nur schnell einen Tee getrunken, Telefonnummern getauscht und uns für den nächsten Tag verabredet.
Am nächsten Tag waren wir im Kino, und was soll ich euch sagen, es hat gefunkt, und fragt nicht wie. Am nächsten Tag holte Torsten mich zuhause ab, brachte meiner Mutter einen Blumenstrauß mit und unterhielt sich einige zeit mit ihr. Daran kann ich mich noch sehr gut erinnern, meine Mutter war schwer beeindruckt von Torsten.
Als wir dann endlich alleine waren setzte Torsten sich aufs Sofa, ich legte meinen Kopf auf seien Schoß und er streichelte mich sehr sehr zärtlich. Nach einiger Zeit nahm er meine Ohrringe langsam und ganz genüsslich heraus. Links eine kleinere goldene Creole und rechts dieselbe, darüber noch zwei kleine goldene Stecker. Er war so zärtlich, mir gefiel es. Dann holte er ein kleines Schmuckkästchen aus der Tasche und steckte mir neue Ohrringe an. Es waren verzierte Creolen und kleine weiße Perlen. Zum Schluss behielt er noch zwei Perlenohrstecker über, hielt sie mir hin und sagte: „Die suchen auch noch ein Zuhause“. Er hatte den Wunsch, das ich mir links auch noch zwei Löcher machen lasse. Er war so süß, wir gingen sofort zum nächsten Juwelier. Ich war so stolz, mein Freund hatte mir Ohrringe und neue Löcher geschenkt. Meiner Mutter gefiel es auch sehr gut, wir haben ein sehr gutes Verhältnis miteinander und ihr Urteil ist mir wichtig.
Es vergingen einige wunderschöne Tage, Torsten pflegte meine neuen Löcher mit hingabe.
Nach unserer ersten gemeinsamen Woche gab er mir ein Geschenk. Es war ein Schmuckkasten mit einem Fußketchen darin. Er setzte mich mit vielen Küssen aufs Sofa und zog meine Socken aus. Er liebkoste meine Füße und kurz danach blinzelte ein goldenes Fußketchen an meinem rechten Fuß. Nach einem kurzen griff in seine Tasche blinzelte auch links eines. Da ich fast immer nur Turnschuhe trage sind wir dann in ein Schuhgeschäft gefahren, wo Torsten mir dann 4 paar neue, femine Schuhe aussuchte. Ein Paar sollte ich direkt anbehalten. Es waren zierliche Zehenstegsandalen mit 4 bis 5 cm Absatz. Das war schon komisch damit zu laufen. Auf dem Nachhauseweg bat er mich doch auf meine so geliebten Stümpfe auch in Zukunft zu verzichten. Es war ende August und noch kein so großes Problem, ich musste mich nur daran gewöhnen mit fast nackigen Füßen durch die Gegend zu laufen.
Zuhause sprach ich mit meiner Mutter über femine Schuhe ohne Strümpfe und so weiter. Sie fand das ganz normal und erklärte mir, das Torsten, er war übrigens damals 23 Jahre alt, eine Frau vor sich haben wollte und keinen Teenager. Also gingen meine Mutter und ich am nächsten Tag Klamotten kaufen. Alles femine aber moderne Kleidung.
Am Abend war Modenschau und Torsten war begeistert, meine Mutter ebenso.
Am nächsten Abend bracht Torsten mir wieder Geschenke mit.. Ich stand vor ihm mit nackigen Füßen, die Nägel hatte er mir schon rot lackiert, einer 7/8 Hose und einem Rückenfreien Oberteil. Er legt mir eine Kette um den Hals, ein Armband und mehrere Ringe an die Fingen. Alles in blinkendem Gold. Zum Schluss gab er mir noch ein kleines Kästchen. Darin lag ein kleiner goldener Stecker mit gebogenem Unterteil. Er sah mein fragendes Gesicht wofür das wohl gut sein könnte und hielt mir den Stecker an die Nase. Ich erschrak, an so etwas hatte ich noch nie gedacht. Ich erbat mir Bedenkzeit aus. Auf dem Nachhauseweg haben wir nicht mehr darüber gesprochen, ich hatte nur kalte Füße und dachte an meine Socken.
Am nächsten Tag sprach ich mit meiner Mutter über diesen Nasenstecker. Entgegen meinen Erwartungen gefiel ihr diese Idee und machte den Vorschlag, das wir nach der Schule zusammen, wie damals die Ohrlöcher, uns beide Nasenlöcher stechen lassen sollten.
Als ich aus der Schule kam hatte meine Mutter schon einen Termin bei einem Piercer gemacht. Gesagt getan, wir bekamen beide einen kleinen Stecker in den rechten Nasenflügel. Es hat sau weh getan, aber irgendwie war ich stolz auf meinen Nasenstecker und da meine Mutter mitgemacht hat war alles in bester Ordnung.
Nun konnte Torsten überrascht werden. Ich holte ihn von seiner Arbeitsstelle ab. Das Ding in meiner Nase störte irgendwie schon, aber ich freute mich total. Als Torsten mich sah war er sehr erfreut, der Nasenstecker fiel ihm sofort auf. Ich war so glücklich. Torsten wollte noch eine Minute warten um mir seine Kollegin vorzustellen. Von Astritt hatte er schon des Öfteren erzählt. Als sie kam viel mir sofort ihr Schmuck auf. Sie hatte das ganze Ohr mit kleinen Perlen Steckern voll, bis nach ganz oben. In der Nase hatte sie rechts und links kleine Steckerchen. Sie trug einen langen schwarzen Mantel. Darunter blickten ihre nackten Beine ohne Strümpfe in hochhackigen Sandalen hervor. Am Knöchel hatte sie noch ein Tattoo, was ich aber nicht so schnell erkennen konnte.
Auf dem Weg zu Torstens Wohnung war ich ganz still. Meine Gedanken kreisten, wie ich in Torstens Augen mal aussehen soll.
Nachdem wir angekommen waren massierte er mir meine kalten Füße und wir begannen über Astritt zu reden. Es wunderte mich ein wenig wie offen er mit mir über sie sprach. Astritt war 6 Jahre älter als Torsten. Als sie vor 4 Jahren in der Firma anfing fanden sie schnell zusammen. Sie waren für etwa 5 Monate ein Paar, bis Ralf, Astritts jetziger Mann in ihr Leben kam. Torsten und Astritt haben sich getrennt, sind aber immer noch gute Freunde geblieben.
Auf meine Frage hin, ob Torsten für den Schmuckreichtum an ihrem Körper gesorgt hätte, verneinte er. Er sagte das er sie schon so kennen gelernt hat.
Sein größter Wunsch sei es, mich auch so reich geschmückt in seinen Armen halten zu können. Er setzte mich aber nicht unter druck. Zwei Tage später sprach ich beim Mittagessen mit meiner Mutter über diese Begegnung mit Astritt und meinem Gespräch mit Torsten. Das Gespräch wurde sehr lange und intensiv. Torsten war meine große Liebe ich wollte ihn keinesfalls verlieren, meine Mutter sah ihn schon als Schwiegersohn in spee . Wir hatten unsere kleine Unterredung auf ein Kaffee ausgelagert. Ich saß da in Pumps ohne Strümpfe, es war mittlerweile November, Fußketchen an beiden Füßen, mehrere Armbänder an beiden Händen, an allen Fingen einen Ring, in jedem Ohr drei Ohrringe und in der Nase einen Stecker. Ich sah schon fast wie ein Weihnachtsbaum aus. Aber ich liebte Torsten so sehr.!!!
Meine Mutter schlug mir vor, Torsten für 1 Woche nicht zu sehen, in dieser Zeit könnte ich mir über alles klar werden. Uns beiden war von Anfang an klar, das Torsten niemals von seinen Wünschen ablassen würde, vielleicht Unterdrücken aber nicht mehr.
Die eine Woche verging, Torsten war übrigens mit dem Vorschlag sofort einverstanden.
Am letzten Tag bekam ich Post von Torsten. Einen sehr langen Brief. Er sagte, das er nichts für seine Veranlagung könne, mich sehr gerne so geschmückt in seinen Armen halten würde, es aber zur Not auch ohne geht. Es folgten noch viele Worte. Sein Wunsch war es auch, das ich meiner Mutter den Brief vorlese. Torsten war einfach meine Große Liebe!!!
Nach dieser einen Woche Trennung kamen wir wieder zusammen und waren nur noch Glücklich.
Kurz vor Weihnachten musste Torsten auf ein Seminar für eine Woche nach Berlin.
Wir wollten Heiligabend bei meiner Mutter und mir verbringen. Mit meiner Mutter zusammen machte ich mir Gedanken über ein Geschenk für Torsten. Es gab soviel und doch gar nichts was ich ihm schenken könnte. Als Torsten zu seinem Seminar abreiste begleitete ich ihn bis zum Zug. Eine Woche vor Weihnachten und ich hatte immer noch kein richtiges Geschen für Torsten. Eigentlich wusste ich, was ich ihm schenken könnte, seinen größten Wunsch!
Ich sprach nochmals mit meiner Mutter über seinen Wunsch meine Ohren so stark zu schmücken. Nach eigentlich sehr kurzer Zeit sagte sie mir, das sie es bewundert wie lange ich Torsten schon hingehalten hätte. Er sie ein ganz toller Mann den ich mir „sichern solle“.
Ich war bereit, meine Ohren bis oben hin zu schmücken, für Torsten als Weihnachtsgeschenk.
Wir gingen wieder zu „unserem Piercer“ und ich trug meinen Wunsch vor. Zuerst wollte er nicht alles auf einmal stechen, Nachdem ich ihm erklärt habe, das bis Weihnachten alles fertig sein muß, haben wir uns auf drei Termine, alle zwei Tage geeinigt. Ich wollte alle Stecker im gleichen Abstand haben, so bekam ich also 8 neue Löcher pro Ohr. Meine Mutter zahlte alles auf einmal und es ging los. Ich möchte jetzt nicht erzählen wie das stechen war, denn das kennen die meisten von euch. Ich kann nur sagen, im Knorpel ist es alles andere als angenehm.
Zur Krönung des ganzen leistete ich mir zum Abschluss noch den Nasenstecker links, denn Torsten liebt ja die Symetrie.
Ich war Glücklich, ich war verliebt, ich war so wie er mich haben wollte. Es hat mir zwar viele Schmerzen und Überwindung gekostet, aber ich war stolz es getan zu haben.
Ich habe Torsten unter einem Vorwand nicht vom Zug abgeholt, er sollte mich ja so noch nicht sehen.
Am nächsten Tag war Heiligabend. Als Torsten Klingelte öffnete meine Mutter ihm. Als er ins Wohnzimmer kam und mich sah war er total aus dem Häuschen. Es wurde ein wundervoller Abend. Ich, Torsten und meine Mutter waren so glücklich. Ich war so Froh diese für mich zuerst so große, dann aber doch nur recht kleine Last dank der Unterstützung meiner Mutter vollbracht zu haben.
In der nächsten Zeit lernte ich mit dem Schmuck zu leben. Einige Leute sprechen einen hier und da doch schon mal darauf an. Die vielen Ohrringe fallen meist nicht sofort unter meinen langen Harren auf, die beiden Nasenstecker aber schon. Zu meinen nackten Füßen sagt aber eigentlich keiner was. Mit der Zeit gewöhnt man sich dran und es ist nicht mehr so kalt. Im Gegenteil, ich finde mittlerweile Gefallen daran ohne Strümpfe zu gehen.
Es verging einige Zeit, ich zog zu Torsten in seine Wohnung und wir waren sehr glücklich miteinander.
In der Zwischenzeit hatte ich mir von mir aus einen Ring im Bauchnabel machen lassen. Torsten freute sich natürlich sehr über diese Überraschung.
Zu meinem 19 Geburtstag bekam ich ein paar Ringe für meine Brustwarzen von Torsten. Zuerst war ich verdutzt, konnte aber so ein wenig Nervenkitzel nicht verleugnen. Am Nachmittag wurden mir die beiden Ringe eingesetzt. Es tat höllisch weh, aber ich dachte an unseren geplanten Sommerurlaub auf Mallorca. Oben ohne am Strand mit goldenen Ringen in der Brust an der Seite meines Traummannes.
Die Ringe brauchten eine kleine Ewigkeit bis sie verheilt waren, aber Torsten kümmerte sich liebevoll um meine Brüste.
So gingen einige Wochen ins Land und der Sommer nahte. Wir waren so glücklich.
An einem schönen Frühsommertag saßen wir in einem Kaffee als unser beider Blick auf eine junge Frau etwa ende 20 viel. Sie hatte ein wunderschönes Tattoo, eine blühende Ranke mit Schmetterlingen. Es begann an ihren Zehen, ging über den Fußrücken, Knöchel bis zur Wade.
Mehr konnte man leider nicht sehen, der Rest ihres Beines war von einem Rock bedeckt. Am Ärmel konnte man auch noch etwas bis zum Handgelenk sehen. Einfach Irre diese Wirkung.
Was ist los, vor etwa 8 Monaten wollte ich noch nicht mal mehrere Ohrringe usw. tragen und nun finde ich so ein Tattoo ganz toll.
Wir sprachen einige Tage über Tattoos und ich konnte Torstens Begeisterung spüren. Er drängte mich aber zu nichts.
Ich begann mich für Tattoos zu interessieren. Diese Frau mit der Ranke ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich erzählte auch meiner Mutter davon. Sie stellte fest, das ich in den letzten Monaten sehr eigenständig und Reif geworden bin. Sie gab mir nur den Rat so eine Handlung wohl überlegt zu tun. Sie riet mir nicht ab, aber auch nicht zu. Ich sei nun alt und Reif genug selbst zu entscheiden.
Etwa zwei Wochen später saßen Torsten und ich im Piercing Studio und ich erzählte meinen Wunsch. Mit Torsten hatte ich nur über eine Ranke am Fuß bis zum Knöchel gesprochen. Als er aber hörte, das ich diese Ranke mit Blüten und Schmetterlingen über den Knöchel hinaus über die Wade, Oberschenkel, Pobacke, Rücken und Schulter mit Abzweigung am Po über Hüfte, Bauch, Brust, vordere Schulter, Oberarm, Unterarm bis ums Handgelenk haben wollte schluckte er doch. Damit hatte ich nicht gerechnet, aber ich hatte mir auf vielen Bildern solche Gesamt – Kunstwerke angesehen und ich war restlos begeistert. Nur solch einen kleinen Tattoo – Klatsch irgendwo, oder an mehreren Stellen wollte ich absolut nicht haben.
Ich war über mich selbst erstaunt, ich wusste was ich wollte. Ulf, der Piercer und Tattoowierer riet uns beiden zu einer Bedenkzeit. In der Zwischenzeit wollte er einige Beispiele für meinen Wunsch zusammentragen.
Torsten war Feuer und Flamme für ein Tattoo, aber in solch einem Umfang?
Wir redeten Lange darüber. In der Zwischenzeit hatte ich einen Bodypaint Künstler gefunden der mir mein beschriebenes Motiv auf meinen nackten Körper malte. Als Torsten das fertige Kunstwerk sah war er und ich begeistert.
Kurz um machten wir Termine mit Ulf und die Quälerei konnte beginnen. Es war furchtbar, es tat so weh, aber ich hatte immer die Fotos von dem Bodypainter in meinem Sichtfeld.
Auch Torsten war sehr hilfreich, er hielt ständig meine Hand.
Mein Kunstwerk wuchs Woche um Woche. Er bezahlte alles, das war alles andere als wenig, und war super stolz auf mich.
Nachdem alles fertig war brauchte ich aber doch einige Zeit um mich an meinen „neuen“ Körper zu gewöhnen. Die Tattoowierei habe ich in Rekordzeit durchgezogen. Alles war so wie ich es wollte.
Der Sommer war nun da, das Tattoo super verheilt und ich begann mich damit in der Öffentlichkeit zu zeigen.
Die Reaktionen waren sehr unterschiedlich, von super bis wie kann man nur. Aber wir waren glücklich. Unser Sommerurlaub war einfach nur super, ich war der hingucken schlechthin und Torsten mega stolz auf mich. Gegen ende des Urlaubs lernten wir ein Pärchen kennen.
Sie hatte auch Tattoos, aber nur kleinere. Sie ermutigte mich am Strand ganz auf mein Höschen zu verzichten, so wie sie es auch tat. Ich machte es 2 Tage fühlte mich aber sehr unwohl. Torsten bat mich am Abend für den nächsten Tag doch etwas anzuziehen. Ich liebe ihn!!!
Nach diesem Urlaub hörten meine fast täglichen Tagebucheintragungen auf. Ich hatte meine Schule beendet und einen tollen Job gefunden. Beim Vorstellungsgespräch bekam mich das erste Mal das Gefühl meinen Schmuck auf ein „verträgliches“ Maß zu reduzieren und mein Tattoo mit langer Kleidung zu verbergen. Da bekam mich zum ersten mal so ein Gefühl.
Den Job behielt ich leider nicht lange als mein Kunstwerk zum Vorschein kam und ich morgens nicht meine beiden Löcher in der Nase mit Schminke überdeckt habe. Ich fand bald einen Job ohne Publikumsverkehr und konnte wieder leben.
Es vergingen einige Jahre, Torsten und ich lebten uns leider auseinander, wir trennten uns vor 7 Jahren.
Meine Mutter war mir in dieser schweren Zeit eine sehr große Hilfe.
Ich legte alle Piercings ab, trug noch nicht einmal mehr Ohrringe.
Das einzige was ich beibehielt, ich trug auch weiterhin keine Strümpfe. Ich fand es so einfach schöner. Das Gefühl der nackten Haut am Leder und der Wind der durch die Zehen streift, einfach schön!
In der Zwischenzeit gab es einige Bekanntschaften, aber bis auf einen nichts richtiges.
Der eine, er hieß Rolf; 7 Monate waren wir zusammen, war einfach nur toll. Ihn störte aber von Anfang an mein „Kunstwerk“. Er wollte und konnte das nicht auf Dauer Akzeptieren. Er kam damit nicht klar.
So wurde mein „Kunstwerk“ zu einem Schandfleck der sogar die Liebe dermaßen beeinflusst.
Torsten ist heute übrigen verheiratet, hat eine kleine Tochter. Seine Frau trägt übrigens nur normale Ohrringe!!!
Die Löcher in meinen Ohren und Nase sind zwar kleiner geworden, aber trotzdem noch sichtbar. Nach Aussage eines Arztes kann man die Stichkanäle operativ entfernen was ich demnächst wohl machen werde.
Aber dieses blöde Tattoo, über meinen ganzen Körper. Ich werde es wegmachen lassen!!! Nachdem ich mir einige Möglichkeiten angesehen hatte entschied ich mich vom Handgelenk bis zur Schulter vorzuarbeiten. Leute, ich kann euch nur sagen, das tattoowieren war dagegen ein Spaziergang. Einige Bereiche konnten gelesert, andere mussten abgeschliffen werden. Ich möchte eigentlich nicht viel darüber schreiben, das war eine Scheiß Zeit und hat ein Wahnsinns Geld gekostet. Von dem Tattoo war nichts mehr zu sehen, nur hatte ich jetzt viele leichte und einige schwerere, sehr gut sichtbare Narben. Darüber war ich mir aber im voraus klar. Im nächsten Jahr war mein Fuß und Unterschenkel dran. Wenn jemand auf die Narben aufmerksam wurde, sagte ich nur Autounfall. Die Entschuldigung kam dann meistens mit : „Oh Entschuldigung“ . Das tat mir sehr gut. In dieser Zeit habe ich wieder sehr viel meinem Tagebuch anvertraut.
8Uhr 30 im Büro, da stand Gerd, der neue Kollege vor mir. Ich sollte ihn einarbeiten. Wir kamen uns schnell näher, heute sind wir verheiratet und ich bin im Mutterschutzurlaub. Aber der Reihe nach. Zuerst hatte ich Gerd natürlich wie alle anderen auch das vom „Autounfall“ erzählt. Ich fasste Mut und bereitete ihn darauf vor, was er sehen wird, wenn ich mich ausziehe. Er sagte nicht und wartete nur ab. Es war seit langer Zeit endlich wieder eine Wunderschöne Nacht mit einem ganz tollen Sonntagmorgen. Gerd streichelte mich, fuhr mit den Fingern die Kontur meines Tattoos am Rücken ab, drehte mich um und machte am Bauch und Brust weiter. Den Rest am Oberschenkel rührte er jedoch nicht an.
Wir sprachen lange Zeit über mein Problem mit diesem Tattoo – Rest auf Bein, Rücken, Bauch und Brust bis zur Schulter. Nach einiger Zeit fand ich heraus, das es ihm eigentlich gefällt, aber nur in einem Bereich, der auch noch von einem Badeanzug verdeckt werden kann.
Gerd und ich zogen zusammen, sparten etwas Geld und ich lies mir mein Tattoo weiter verkleinern. Hört sich einfach an, aber wer das noch nicht mitgemacht hat, weis nicht wovon ich hier spreche.
Die „abgeschnittenen Enden“ meines Tattoos habe ich allerdings wieder beimachen lassen, der Rest soll ja doch ordentlich aussehen. Bei einem nidht zu engen Badeanzug sieht man eventuell am Po noch ein klein wenig, aber mehr nicht. Oben endet es jedoch weiterhin auf der Schulter, was uns beide aber nicht stört. Im Brustbereich endet die letzte Blume kurz oberhalb der Brustwarze. Somit ist bei normaler sommerlicher Bekleidung nichts mehr zu sehen, außen den Narben.
Die beiden Löcher in der Nase habe ich mir dann auch noch entfernen lassen, das war gar nicht so wild.
Irgend wand schenkte mir Gerd eine Perlenhalskette mit Ohrsteckern. Es gefiel mir sehr gut wieder Ohrstecker zu tragen, aber diese Reihe gieriger Löcher missfiel mir. Da wir beide mittlerweile gut verdienten und das Löcherstopfen in der Nase so problemlos war, machte ich mich mit diesem Gedanken vertraut. Termin gemacht, in mehreren Sitzungen wurde auch das beseitigt. Hört sich wieder einfach an, es schmerzt ganz gut und vernichtet mal eben die ganze Urlaubskasse.
Etwas habe ich aber übergelassen. Die zwei zusätzlichen Löcher rechts, die ich mit meiner Mutter im Urlaub habe machen lassen. In den unteren Löchern trage ich jetzt seit Jahren ausschließlich die beiden Perlenstecker von Gerd, in den beiden anderen rechts zwei ganz kleine Perlen, die ich mir selber kaufte.
Mein glücklichster Tag war meine Hochzeit mit Gerd. Er hat mir so viel geholfen die vielen Schmerzen bei der Beseitigung meiner Jugendsünden auszuhalten. Auch ich fühle mich jetzt wieder Wohl in meiner Haut, mag mein „Rest“ Tattoo auch wieder und mit den Narben lernt man zu leben.
Zwischenzeitlich hatte ich kein sehr gutes Verhältnis zu meiner Mutter. Ich hatte ihr im Unterbewusstsein wohl vorgeworfen, das sie mir diesen Tattookram nicht versucht hat auszureden. Ihren Nasenstecker hat sie auch nicht lange getragen. Das kam ihr doch zu albern vor.
Heute verstehen wir uns aber wieder super, und meine Mutter ist für mich wieder eine ganz wichtige Person.
Ich hoffe nur, das meine kleine Tochter nicht irgendwann mal den selben Mist baut wie ich damals.
Heute bin ich wieder glücklich, mein Körper ist nicht mehr Makellos schön, gezeichnet von vielen Naben, einem recht großen „Rest Tattoo“ das aber nur noch für meinen Mann sichtbar ist. Viel wichtiger ist aber das mein Mann Gerd mich so liebt wie ich bin, und natürlich unsere kleine Tochter.
Zu diesem doch recht langen Text ist es eigentlich gekommen, weil mir die alten Tagebücher in die Hände vielen. Ich dacht mir, das ich mit meinen Erfahrungen vielleicht den einen oder anderen vor einer folgenschweren Tat bewahren könnte. Des Weiteren hat es mir auch Spaß bereitet diese Zeilen zu schreiben. Ich hoffe es war ein wenig Unterhaltsam und regt zum Nachdenken an. Und bedenkt bei allem was ihr macht : Euren Körper, eure Haut könnt ihr nicht wie ein Kleidungsstück wechseln. Es gibt viele schöne, auch sehr erotische Stellen an einem Körper, die durch ein Tattoo oder Piercing noch schöner werden können, aber die Art, Größe und vor allem die Stelle sollte reiflichst überlegt werden.
Diesen Brief werde ich in vielen verschiedenen Foren einstellen.
Viele liebe Grüße von einer heute wieder glücklichen
Iris
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