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Wer schön sein will...

geschrieben von Pechmarie am 21.10.2005 um 12:39:54
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Ich habe mir am Dienstag im zweiten Anlauf Ohrlöcher machen lassen.

Beim ersten Mal, vor etlichen Jahren, war ich bei einem Juwelier zum Schießen gewesen und beim linken Ohr blieb die Verkäuferin, nachdem der Stecker im Ohr war, beim Lösen des Steckers aus der Pistole hängen und hat dabei das Loch ein klein bisschen nach unten ausgerissen.
Daraufhin saß der Stecker ziemlich schief im Ohrläppchen, und nachdem ich mir das ein paar Wochen total unglücklich angesehen habe, vor allem, weil die Position auf beiden Seiten nicht so richtig war, habe ich schweren Herzens beide Stecker rausgemacht, um die Löcher wieder zuwachsen zu lassen.

Rechts ist das Loch wieder super zu gewachsen, aber links hat sich ein dicker Knubbel mitten im Ohrläppchen gebildet. Solange der da war, wollte ich lieber nicht am Ohr rummachen und habe immer gehofft, er geht irgendwann von selbst weg.

Und in diesem Sommer war es auf einmal so weit, der Knubbel war immer kleiner geworden und irgendwann war nur noch eine kleine Delle in der Haut, an der Stelle wo das Loch mal war.

Um es diesmal richtig machen zu lassen, bin ich extra zum Piercer - aber der schießt "normale" Ohrlöcher auch nur mit der Pistole. Egal, dachte ich, hauptsache nicht wieder bei diesem Juwelier...

Er desinfizierte also meine Ohrläppchen, zeichnete auf Anhieb zwei wirklich perfekte Stellen an und "klack", hatte ich einen hübschen goldenen Kugelstecker im linken Ohr.
Sah super aus.
Und nun das rechte Ohr. "Plopp" höre ich, und dann: "Sch...!"
Erschrocken schaue ich den Piercer an.
Er sei leider verrutscht, meinte er verlegen. Ich hätte dermaßen dünne Ohrläppchen, da käme die Klemmfunktion der Pistole nicht zum Tragen, und er habe quasi "freihändig" anpeilen müssen...

Ich schaute mir die Bescherung im Spiegel an und war ziemlich niedergeschlagen. Gegenüber dem perfekten linken Ohr, saß der Stecker rechts gut eineinhalb Millimeter zu nah am Ohransatz und etwa einen Millimeter zu weit nach unten verrutscht.
Was nun? So wollte ich nicht rumlaufen, also machte er den Stecker wieder raus. Als er dann meinte, ich solle nach einer Woche zum neu Stechen wiederkommen, muss ich dermaßen gequält dreingeschaut haben, dass er meinte, einen Vorteil hätten diese dünnen Ohrläppchen doch, denn selbst wenn sie stark anschwellen würden, würden sie nicht zu dick werden. Und wenn ich es aushalten könnte, würde er gleich versuchen direkt neben dem daneben gegangenen Loch die richtige Stelle zu treffen.

Also noch mal das Ohrläppchen desinfiziert (Autsch! Das brannte vielleicht!) Noch mal ganz genau angezeichnet, und dann - Daumendrücken - "Klack!"
Ich hatte ungefähr das Gefühl im Ohr, wie wenn man sich mit einem richtig großen Hammer richtig feste auf den Daumen haut. Wo hinterher der Fingernagel dann schwarz wird...

Er hielt mir den Spiegel hin, und ich schluckte: Direkt neben dem goldenen Stecker war ein riesiges Loch, aus dem Blut herauslief.

Aber immerhin, der Stecker saß nun ganz genau so perfekt wie der im linken Ohr.

Versehen mit einer ausführlichen Pflegeanleitung, dem Rat, das überzählige Loch mit einer Heilsalbe zu versorgen, damit es ohne Narbenbildung zugeht und mit der halbwegs beruhigenden Auskunft, falls es Probleme gäbe sei er jederzeit für mich erreichbar, abe so dünne Ohrläppchen sollten in kürzester Zeit problemlos verheilen, verließ ich den Laden.

Schon am nächsten Morgen hatte sich das Loch glücklicherweise ohne einen auffälligen Grind zu bilden, geschlossen, und der ziehende Schmerz im rechten Ohrläppchen hatte auch nur diese eine Nacht lang angehalten.
Und heute, drei Tage später weist nur noch eine ganz leicht gerötete Stelle darauf hin, dass da was daneben gegangen war.

Jetzt hoffe ich, dass die beiden "bestückten" Löcher ebenso gut und schnell heilen.

Obwohl die Prozedur nicht gerade angenehm war, bin ich jetzt richtig froh, wenn ich meine Ohren anschaue. Denn im Gegensatz zu der Verkäuferin im Juwelierladen scheint er die Löcher in meinen eng anliegenden Ohren leicht schräg nach hinten geneigt zu haben, und nicht einfach rechtwinklig zum Ohrläppchen.
Ich denke, da werde ich sogar Ringe in den Ohren tragen können, etwas wovon ich dachte es würde blöd aussehen, weil die dann seitlich abstehen...

Nun, und so bin ich dann jetzt doch ein bisschen mehr Gold- als Pechmarie...

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