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Fastnacht

geschrieben von Susn U. am 04.01.2006 um 19:54:53
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Ich habe hier eine Geschichte,die vielleich in den fiktiven Geschichten aufgenommen werden könnte und bald weiter vervollständigt wird.
Susan U.


Fastnacht

Katharina war ein ganz normales Mädchen. Ihre Eltern erzogen sie fast etwas zu konservativ. Sie hatte kaum Freunde. Deshalb versuchte sie, sich einer Gruppe von Mädchen anzuschließen, die etwas mehr „cool drauf“ waren. Katharina wurde ganz gut aufgenommen. Doch eines Tages wurde es Ernst. Die Faschingszeit stand vor der Tür. Die Mädchenclique diskutierte, was dieses Jahr vom Stapel gelassen werden sollte. Es wurde beschlossen, daß man ganz exotisch auflaufen wollte. Indisch sollte es sein. Und zwar so echt wie möglich. Die Mädchen hatten schon eine Menge Ideen. Katharina aber sah ihre Chance. Jetzt konnte sie zeigen, das sie kein „verkümmertes Mauerblümchen“ war. Indisches Styling, was war das überhaupt? Sie informierte sich in verschiedenen Zeitschriften. Es kam ihr mit der Zeit nicht mehr ganz so einfach vor, sich „so echt wie möglich zu verkleiden“. Na gut, Katharina hatte eine reizende Figur. Ihre langen, blonden Haare paßten zwar nicht ganz nach Indien, aber dagegen konnte man ja etwas machen. Aber wie sollte den sie Schmuck tragen. Katharina war bisher noch vollkommen unangetasstet. Na gut, aus Spaß hatte sie sich schon mal ein Paar Ohrclips angelegt. Doch so etwas wie Ohrlöcher waren ihr bisher fremd. Außerdem hatte sie bei ihren Nachforschungen gesehen, daß in Indien sehr oft Nasenringe getragen wurden. Was sollte sie nur tun? Wenn sie nur Fakes tragen würde, wäre es nicht echt.
Katharina wollte darüber nachdenken. Doch Fasching kam immer näher. Eigentlich mißfiel ihr der Gedanke gar nicht so sehr, sich etwas zu verändern. Vielleicht war es auch schon lange Zeit dafür. Sie beschloss eines Abends, jetzt oder nie, ich werde es durchziehen. Und wenn schon, dann richtig. Als Indische Tänzerin wollte sie gehen, mit allen Raffinessen. Sie sah sich noch einmal verschiedene Bilder an. Die Tänzerinnen gingen bauchfrei. Und es funkelte meist an ihrem Bauchnabel ein Piercing. Wenn schon, dann richtig.
Es ging los. Ein etwas unsicheres Gefühl war immer noch geblieben. Katharina wollte sich Schritt für Schritt herantasten. Zuerst färbte sie sich ihre blonden Haare schwarz. Sie erkannte sich fast nicht wieder. Aber irgendwie passte es zu ihr. Zum ersten mal in ihrem Leben legte sie jetzt Make up auf, was sie auch im täglichen Leben trug. Die Augenbrauen wurden nachgezogen, die Wimpern getuscht und die Augenlieder hervorgehoben. Sie bemalte ihre Lippen und lackierte ihre Nägel. Es war, als ob etwas in ihr ausbrechen wollte.
Doch jetzt wurde es ernst. Vielleicht sollte sie wegen einer Faschingsfeier doch nur Ohrclips tragen? Dann würde ihrem Outfit aber etwas fehlen. Was war typisch für Indien, ein Nasenring. Katharina lieh sich von einer Freundin eine kleine Creole aus und klemmte sie sich an den rechten Nasenflügel. Es sah nicht schlecht aus, aber es war irgendwie nicht echt. Was sollte sie nur tun? Katharina reizte es, ihren Freundinnen und auch sich zu beweisen, daß sie keine „taube Nuß“ war. Außerdem hatte sie langsam Gefallen an ihrer „Verwandlung“ gefunden.
Eines Tages nach der Schule ging Katharina in ein Piercingstudio und ließ sich ein Nasenpiercing stechen, allerdings am linken Nasenflügel. Zu Hause am Spiegel betrachtete sich Katharina und fand, daß es ihr sehr gut stand. Für ihren Faschingsauftritt würde sie aber den Nasenstecker gegen einen richtigen Ring tauschen. Wie sie so vor dem Spiegel stand, beschloß sie, daß es gleich weitergehen sollte. Der Stecker glitzerte in der Nase, aber ihre Ohren waren noch unberührt. Das war für indische Verhältnisse nicht normal, redete sie sich ein. Sie wollte es jedoch diesmal selbst versuchen. Sie borgte sich von ihrer Mutter 2 Ohrstecker aus und ging wieder in ihr Zimmer. Zuerst setzte sie einen Stecker am rechten Ohrläppchen an und stach ihn hindurch. Sie hatte es sich fast noch schmerzhafter vorgestellt. Das Gegenstück wurde aufgesetzt und der Ring richtig befestigt. Das Ganze sah gar nicht schlecht aus. Nun ging es weiter. Sie hatte jetzt noch einen Stecker und die Creole ihrer Freundin. Mit dem Stecker stach sie sich im linken Ohr im Knorpel ein Loch und fädelte die Creole hindurch. Nun wurde der Stecker ins linke Ohrläppchen gestochen und befestigt. Katharina sah sich ihr Werk im Spiegel an und war ganz zufrieden damit.
Am nächsten Tag ging Katharina in ein Schmuckgeschäft und kaufte sich ein Paar Ohrstecker, ein Paar kleine Creolen sowie einen Ring für ihr Nasenpiercing, damit sie den ausgeborgten Schmuck zurückgeben konnte. Die beiden Stecker und eine Creole legte sie an.
Zwei Tage vor Fasnacht machte Katharina eine Kostümprobe. Als sie ihre Bluse und Rock angezogen hatte und sich vor dem Spiegel betrachtete, war sie ganz mit sich zufrieden. Doch plötzlich fiel ihr auf, daß noch etwas fehlte. Richtig, ihr Bauchnabel war noch ungeschmückt. Katharina dachte, wenn sie so weit gegangen war, dann mußte das auch noch erledigt werden, und zwar sofort. Eine Stunde später glitzerte ein türkiser Stein in Katharinas Bauchnabel.
Der lange erwartete Tag war da. Am Nachmittag bereitete Katharina sich für die Faschingsfeier vor. Zuerst wurde der Nasenstecker herausgenommen und der Nasenring eingesetzt. Er paßte gut, da das Loch für den Stecker ein klein wenig weiter unten als bei Steckern sonst üblich gestochen wurden war. Sie tauschte ihre Ohrstecker gegen ein Paar breite, schwere Goldcreolen, die sie sich noch vorher zugelegt hatte. Dann schminkte Katharina ihr Gesicht braun. Auch der freie Bauchbereich um den Bauchnabel, die Hände, Arme und Beine wurden behandelt. Die Haare hatte sie schon einen Tag vorher schwarz nachgefärbt. Das Make up wurde vervollständigt und die Kleidung angelegt. Als besonderen Hingucker hatte sich Katharina auf dem Trödelmarkt eine Kette gekauft, die sie jetzt mit dem einen Ende an ihrem Nasenring befestigte, das andere Ende wurde an der Creole im Ohrknorpel befestigt. Jetzt war es so weit. Katharina trat vor den Spiegel. Wer stand ihr denn da gegenüber? Vor etwas mehr als 2 Wochen wäre das Bild ein völlig anderes gewesen. Ein schüchternes Mädchen mit langen, blonden Haaren. Jetzt stand da eine schwarzhaarige Schönheit. An den Ohren glänzten die großen Creolen, vom Nasenring zum Ring im Ohrknorpel schmiegte sich die Kette an den Wangenknochen, im Bauchnabel blitzte der Stein. Katharina überlegte, ob sie das selbst noch war. Doch irgendwie kam ihr dieses Bild vertraut vor.
Auf der Feier war Katharina das Gesprächsthema. Ihr Auftritt war ein voller Erfolg. Doch was kam danach, als das normale Leben wieder anfing?
Daheim legte Katharina natürlich erst einmal die exotische Kleidung ab und schlüpfte in etwas bequemeres. Auch die Kette und die großen Goldcreolen wurden herausgenommen. Und was nun? Hatte sie diese ganzen Veränderungen an sich nur für diesen einen Auftritt gemacht? Sie fühlte sich wohl, mit ihren Ohrlöchern, ihrem Nasenring, ihrem Stein im Bauchnabel und ihren Haaren, die nicht immer nur blond waren, wohler als vorher. Irgendwie war sie froh, das sie einen Anlaß gehabt hatte, sich so zu verändern, wie sie sich fühlte.
Und Katharina heute. Die Haare sind jetzt nicht mehr schwarz, sondern weinrot, zwischendurch waren sie auch wieder einmal blond, allerdings mit Farbe. Ihren Nasenring trägt Katharina immer noch. Das Aussehen ihrer Ohren hat sich inzwischen etwas verändert. Die übrige kleine Creole befindet sich jetzt gegenüber am rechten Ohr an der gleichen Stelle. In den Ohrläppchen befinden sich jetzt auf beiden Seiten jeweils 5 Löcher. In den oberen 3-4 Paar trägt Katharina entweder Perlen oder kleine Creolen. In den unteren ein oder zwei Paar Ohrlöchern wird regelmäßig gewechselt. Katharina hat inzwischen eine beachtliche Sammlung an den verschiedensten Ohrringen aller möglichen Formen. Sie hat Gefallen daran gefunden, sich zu verändern, ihr Outfit zu wechseln. Am größten sind diese Veränderungen immer, wenn eine Fastnachtsfeier ansteht, was ja der Ausgangspunkt dieser Geschichte war.
Im letzten Jahr wollten die Freundinnen als Dschungelprinzessinnen gehen. Katharina ließ sich ihre langen Haare abschneiden. Doch nach genauem Informieren stellte sie fest, daß dies noch nicht autentisch genug war. Also mußte die Haarschneidemaschine ran, letztendlich hatte Katharina einen fast kahlen Kopf, aus lauter Neugier ließ sie sich noch einen Ring durch die Nasenscheidewand machen. Ihr Gesicht bis zu dem Rest an Haaren wurde dunkelbraun geschminkt, die restlichen Haare schwarz gefärbt. Katharina hatte alle Ohrringe entfernt. Nur der Ring in ihrer Nasenmitte war geblieben. Die Haare sind wieder gewachsen und den Ring hat sie nach einiger Zeit wieder abgenommen, weil er ihr manchmal als unpraktisch erschien.
Vor einiger Zeit hatte sie auch ein Zungenpiercing, hat es jetzt aber erst einmal herausgenommen. Der Grund dafür war eine Jugendfeier in ihrem Wohnbezirk. Die Jugendlichen sollten einmal so kommen, wie sie sich die Leute von den Straßengangs vorstellen. Im Gegenzug sollten die Straßenkids sich möglichst „gutbürgerlich“ einkleiden. Man wollte somit Verbindungen schaffen. Katharina, obwohl sie eigentlich schon fast nicht mehr zu dieser Altersgruppe gehörte, nahm die Sache sehr ernst. Ihre Haare waren noch nicht ganz nachgewachsen. Sie wurden violett gefärbt. Ihre jeweils 5 Ohrlöcher wurden mit gleich großen Creolen bestückt. Durch das Loch in der Nasenscheidewand schob sich Katharina eine Sicherheitsnadel. Sie fand, daß in ihrer Sammlung noch etwas fehlte und ließ sich ein Piercing in der Zunge machen. Doch nach einem Abend fand sie, daß ihr Aussehen schon fast zu extrem war.

Susan

P.S.
Doch wie geht es jetzt weiter? Katharina findet, daß sie doch einmal zu ihrem ursprünglichen Aussehen zurückkehren könnte. Sie wäscht die Farbe aus ihrem Haar, blondiert es allerdings nach. Vor dem Spiegel steht ein Mädchen mit langen, blonden Haaren. Dieses Mädchen geht jedoch in ihre Schmuckschatulle und führt in 4 Ohrlöchern auf jeder Seite Perlohrstecker ein. Im unteren, noch freien Paar finden die größten Creolen Platz, die Katharina finden kann.
Doch dabei wird es vermutlich nicht bleiben. Vor 2 Jahren begann die „Verwandlung“ von Katharina. Und das Motto der Mädchenclique zum Fasching für dieses Jahr heißt angeblich „Die Mädchen der Zukunft“. Katharina wird sich ihre Haare abschneiden und dunkelblau färben. Die Zahl ihrer Ohrlöcher auf jeder Seite wird sich von 5 auf 10 erhöhen, die zum großen Aufritt durchgehend mit Perlsteckern besetzt sein werden. Die Ohrlöcher reichen jetzt fast bis zu den beiden Ringen in den Ohrknorpeln. Der rechte Nasenflügel erhält ebenso ein Loch wie die Unterlippe. Im linken und rechten Nasenflügel sowie in der Nasenscheidewand und in der Unterlippe finden Piercingringe ihren Platz. Das Loch in der Zunge wird wieder genutzt für einen Stein und im Bauchnabel funkelt es ebenfalls.
Nach dieser Feier wird Katharina beschließen, daß es vorerst mit den Löchern in ihrem Körper reicht. Das Zungenpiercing nimmt sie heraus, der Bauchnabel bleibt aber bestückt. Die Ringe im rechten Nasenflügel sowie in der Nasenscheidewand entfernte sie, im Loch in der Unterlippe trägt sie jetzt ab und zu bei bestimmten Gelegenheiten einen Stecker. Der Ring im linken Nasenflügel bleibt drin, wird aber manchmal gegen einen Nasenstecker getauscht. Ihre Ohrringe wechselt Katharina fast täglich, nutzt aber nicht immer alle 10 Ohrlöcher pro Seite. Ihre jetzt kurzen Haare will sie vielleicht wieder wachsen lassen, sie hat die blaue Farbe 2 Tage nach der Faschingsparty wieder herausgewaschen und auch erst eimal noch nicht wieder gefärbt. Sie sind jetzt wieder wie ursprünglich naturblond, aber eben relativ kurz geschnitten.
Das Telefon klingelt. Eine Freundin teilt Katharina mit, daß sie zu einer Begrüßungsfeier eingeladen seien. Eine Bekannte bekommt Besuch von einer Freundin aus Südamerika. Jeder Gast sollte bitte möglichst nach Sitte des Landes, nämlich Brasilien, erscheinen. Die Besucherin lebt seit Jahren mit ihren Eltern, welche als Missionare arbeiten, im Urwald. Katharina verspricht, daß sie kommen will. Sie ist plötzlich etwas aufgeregt. Es wäre interessant zu erfahren, welches Outfit die Brasilianerinnen tragen. Katharina durchsucht wieder alle möglichen Bücher und ist fast etwas enttäuscht. Gut, diese rassigen Damen mit ihren langen, schwarzen Haare und ihren teilweise sehr großen Creolen in den Ohrlöchern machen schon etwas her. Aber Sie findet, daß sie damals als Inderin im Outfit in nichts nachgestanden hat. Katharina findet, daß sie so nicht unbedingt zur Party gehen sollte. Es schon fast etwas zu „gewöhnlich“, sie will etwas Besonderes, nicht protzig, aber auch nicht alltäglich. Da fällt ihr ein, daß das Mädchen ja nicht aus den Städten in Brasilien stammt, sondern jahrelang im Urwald aufgewachsen ist. Es soll ihr ein vertrautes Bild ihrer Heimat gezeigt werden. Sie hat ja bestimmt täglich Kontakt zu den Ureinwohnern des Landes, den Indios. Katharina durchstöbert alle möglichen Informationsquellen nach dem Aussehen der südamerikanischen Ureinwohner. Doch jetzt wird es problematisch. Der traditionelle Schmuck in dieser Region besteht aus Holzscheiben. Ebenso werden Pflöcke aus Holz benutzt. Die Scheiben werden entweder in die Ohrläppchen eingesetzt, die langsam zu einer beachtlichen Größe gedehnt werden, oder in die ebenfalls auseinandergedehnte Unterlippe. Die sogenannten Ohrpflöcke werden, wie es der Name schon sagt, in einem Loch im Ohrläppchen befestigt, welches ebenfalls aufgrund der Dicke des Holzstückes erst etwas gedehnt werden muß. Holzpflöcke wurden ebenfalls an der Unterlippe getragen. In manchen Fällen hat Katharina auch gesehen, daß ein Holzpflock durch die Nasenscheidewand getragen wurde. Katharina muß das ganze erst einmal überdenken. Es sollte eigentlich nur eine Feier sein. Welche Möglichkeiten hat sie denn, um einen möglichst realistischen Eindruck zu hinterlassen. Katharina hat eigentlich nicht vor, die Löcher in ihren Ohrläppchen zu dehnen. Sie geht der Reihe nach alle Varianten durch, diesen Schmuck tragen zu können. Das Dehnen ihrer Unterlippe scheidet schon von Vornherein aus. Sie hat zwar an ihrer Unterlippe ein Piercingloch, doch wird sie keinen dicken Holzpflock darin befestigen. Katharina zupft an ihrem linken Ohrläppchen. Es befinden sich zwar einige Löcher darin, doch sie kann sich einfach nicht vorstellen, eine große Holzscheibe darin zu tragen.

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