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Re: Hallo
geschrieben von Steff am 19.05.2006 um 17:41:14 - als Antwort auf:
Re: Hallo von 3-jahre-Mitleser
Genetische Fixierung kann ich nicht bestätigen. Schlüsselerlebnis ? hatte ich eigentlich keines. Einfach die Frauen während der Ferien in Italien, bei denen Ohrringe zu sehen waren. Meine Eltern konnten mir keine Auskunft geben, wie diese Ohren "durchbohrt" wurden - damals noch ein irgendwie dramatischerer Ausdruck als "durchstechen". Und der Hinweis darauf, dass das sehr stark blute. Umso rätselhafter war es, warum das denn jemand machen lässt. Und so beäugte ich dann die seltenen Ohrringträgerinnen; meistens waren es aber Clips ...
Ich begleitete dann einmal sogar eine Jugendfreundin, die sich Ohrlöcher stechen liess. Sie hatte sich noch vor der Massenbewegung mit den "Pistolen" dazu entschlossen und wollte "Ohrringe". Damals hatte fast niemand Löcher, ausser Verkäuferinnen in Schmuckgeschäften, Italienerinnen und ein paar andere Frauen. Ihre Eltern schlugen ihr vor, sie solle sich doch statt dessen eine Halskette kaufen ...
Ich war wohl aufgeregter als sie. Ich erinnere mich noch genau daran, wie ihre Ohrläppchen mit Bleistift angezeichnet wurden. Dann wurde nach einigem Suchen das Instrument gebracht und ein wenig desinfiziert. Es hatte einen Griff und hinten einen flachen Knopf zum Drücken. Eine Feder diente offenbar nur für nachher zum Zurückstellen, das eigentliche Durchstechen des Ohrläppchens wurde also von Hand gemacht. Ich erinnere mich, dass es beim ersten Loch fast sofort krachte, und ich sah meine Freundin dasitzen mit einem Röhrchen im Ohrläppchen. Dort wurde dann der gekaufte Ohrring von Hand eingezogen und das Röhrchen gleichzeitig ausgefädelt.
Offenbar tat es nicht besonders weh, sie wurde jedenfalls nicht ohnmächtig, obschon sie ein wenig dazu neigte. Auf der Gegenseite dauerte es dann viel länger, die Dame strengte sich richtig an beim Drücken, und meine Freundin sagte, es tue jetzt schon etwas weh. Beide waren sich nach dem Krachen einig, dass die zweite Seite (rechts) mühsamer gewesen sei. - Sie trug dann diese "Creolen" während einigen Wochen.
Bei mir folgten dann Versuche mit Stecknadeln und die Erkenntnis, dass in ein gestochenes Loch nur mit Mühe ein Ring eingefädelt werden kann, weil sich Ein- und Ausstich verschieben. Und dass ich ihn doch nicht drinlassen konnte. Aber das Gefühl des Durchstechens ist toll. Bis ich mich vor einigen Jahren doch dazu entschlossen habe, mir einen Stecker schiessen zu lassen.
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