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Hier ist ein Bild der verschollenen Piercingszene

geschrieben von Bert Gnaski am 19.11.2006 um 18:09:00 - als Antwort auf: Verschollene Piercing Szene von HA 472
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Guten Abend zusammen.

Ich hatte die Vorschau für "My Girl 2" mit der Ohrlochstechszene ebenfalls gesehen. Natürlich war das Grund genug für mich, den Film im Kino anzuschauen. Umso größer war meine Enttäuschung, als die Ohrlochstechszene, die im Trailer zu sehen war herausgeschnitten war.

Auf den deutschen Videos uns CDs aus der Videothek war die Szene ebenfalls nicht vorhanden.

später fand ich in einer Buchhandlung das Buch zum Film:

My Girl 2 (Broschiert) von Patricia Hermes
Broschiert: 190 Seiten
Verlag: Luebbe Verlagsgruppe (1994)
ISBN: 3-404-12238-0

Zu meiner großen Freude war ein Bild der Ohrlochstechszene im achtseitigen Bildteil! Also habe ich es gekauft und gelesen, wobei die Piercingscene natürlich zuerst dran war.

Um Euch an meiner damaligen Freude teilhaben zu lassen, habe ich das Bild eingescannt und stelle hier den Link dazu ins Forum. Außerdem habe ich den "wichtigsten Text" des Buches mit OCR gescannt und stelle in auch ins Forum:

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Vada und Nick in L.A.

[...]

Eine ganze Weile stand ich bloß da und genoß das Gefühl. »Meine Mutter hat hier gestanden«, murmelte ich, aber eigentlich habe ich nur laut gedacht. »Genau hier auf der Stelle.«

»Und deine Füße passen auch wie angegossen!« staunte Nick und lächelte mir zu.

Ich stieg wieder aus dem Abdruck und schlüpfte in die Sandalen. »Jetzt ja«, seufzte ich, »aber sie werden noch wachsen. Und dann bekomme ich die Sultenfuss’schen Bärentatzen,das Erbteil meines Vaters.«

Fast wäre ich gestürzt, als mich jemand anrempelte, und wollte ihn gerade verfluchen, als mein Blick auf etwas weit Interessanteres fiel. Wir standen vor einem Juweliergeschäft. Mit Ohrringen in der Auslage, die mich direkt anlockten. Große, wunderschöne Ohrringe. Und auf einem Schild stand: »Ohrläppchen durchstechen fünf Dollar, inclusive Ohrringe.«

Fünf Dollar. Ich hatte genau fünf Dollar in der Tasche, und niemand konnte mich aufhalten.

»Das mach’ ich«, rief ich Nick zu. Ich hatte mich im Handumdrehen entschieden. »Das will ich auch haben, Löcher in den Ohrläppchen.«

Nick schauderte. »Wie barbarisch!«

»Komm doch mit«, bat ich. »Sei nett!« Ich zeigte ihm die Ohrringe, die mir gefielen. Sie sahen wie kleine Anhängsel von Kronleuchtern aus. »Die will ich haben. Gefallen sie dir?«

Nick schüttelte den Kopf. »Nee. Aber wenn’s unbedingt sein muß, bringen wir’s hinter uns!«

Gemeinsam betraten wir den Laden.

Ich holte meine fünf Dollar aus der Tasche und erklärte dem Ladenbesitzer, was ich wollte. Er wirkte geradezu gelangweilt, aber als er mich auf seinen Stuhl nötigte, muß er gemerkt haben, wie aufgeregt ich war. Aus einer Kühlbox holte er zwei Eiswürfel und hielt sie mir gegen die Ohren. »Keine Sorge«, beruhigte er mich. »Tut überhaupt nicht weh. Wenn ein taubes Gefühl in den Ohrläppchen entsteht, dauert es nur eine Sekunde, dann sind die Löcher drin.«

Ich holte tief Luft und versuchte, tapfer zu bleiben. »Ich habe große Angst vor körperlichen Schmerzen...«

Plötzlich fiel mir aus irgendeinem Grund Shelly ein.

Seit Tagen hatte ich nicht mehr an sie gedacht. Ging es ihr gut? Machte ihr die Schwangerschaft, vor allem der Ischiasnerv, immer noch so zu schaffen? Und gleich meldete sich auch der Gedanke an das Baby. Ob es weh tat, ein Kind zu gebären? Mußte sie deswegen sterben?

Nein und nochmals nein!

»Fertig?« fragte der Juwelier. »Kein Gefühl mehr in den Ohrläppchen?«

Er holte ein kleines Paar Knöpfe mit Glitzersteinen aus einer Schublade.

»Nein«, wehrte ich ab. »Ich will die aus dem Schaufenster! Die mit dem Anhänger.«

»Das geht nicht«, erklärte der Juwelier. »Noch nicht. Erst müssen Sie einen Monat lang mit diesen antiseptischen Steckern vorlieb nehmen, bevor sie richtige Anhänger tragen können. Und die im Fenster kosten zwanzig Dollar extra!«

Ich seufzte. »Also gut«, stimmte ich zu. »Dann los.« Aus den Augenwinkeln sah ich, wie er seine Nadel prüfte.

Ich schloß die Augen und hörte Nick sagen: »Das sind ja ganz barbarische Sitten!«

Und der Juwelier ergänzte: »Eitelkeit, dein Name ist Weib!«

Aber dann kam die Überraschung – es tat überhaupt nicht weh. Ich meine, man fühlt zwar ein leichtes Pieksen, aber zugleich ist man wie betäubt. So ungefähr muß es sich anfühlen, wenn man einbalsamiert wird.

Als alles vorbei war, die Glitzerknöpfchen drinsteckten und wir wieder auf der Straße standen, sah ich noch lange ins Schaufenster. In der Scheibe konnte ich mich spiegeln und den neuen Schmuck bewundern. Zugleich warf ich verstohlene Seitenblicke auf die Passanten, ob auch sie meine Ohrläppchen bewunderten.

Aber niemand schien darauf zu achten. Nicht mal Nick.

»Nun?« ermunterte ich ihn und legte den Kopf schrag, damit er auch richtig hinschaute. »Hast du nichts dazu zu sagen? «

Er betrachtete mich. »Hab doch schon was gesagt«, beteuerte er. »Ich finde diese Sitte barbarisch.« Dann grinste er. »Aber es steht dir gut.«

Ich grinste zurück.

Ein waschechtes Kompliment. Und das van Nick!

Dann merkte ich, daB Nick eine Visitenkarte in der Hand hielt.

»Was ist das denn?«

»Ach nichts«, murmelte Nick. »Die Adresse des Ladens. Der Juwelier hat ganz hübsche Eheringe. Nur fur den Fall des Falles. Wegen Phil!«

[...]

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Liebe Grüße
Bert Gnaski

P.S.: Nach dem zweiten Teil habe ich den ersten Teil nochmals angeschaut und meine, dass Anna Chlumsky (die Darstellerin von Vada) schon Ohrlöcher hatte. Im zweiten Teil wurden dieselbigen wohl bis zum Durchstechen überschminkt...

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