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Ein paar Korrekturen zu Indien
geschrieben von andis d am 21.11.2006 um 14:21:53 - als Antwort auf:
Unterwerfung? Nö! von Gefühlsmensch-in
Hallo,
ich finde Deine Argumente gegen die Unterwerfungs-Hypothese zwar richtig, aber mit den Indien Punkten liegst Du etwas daneben. Ich bin zwar kein Indien Experte, aber hier werden doch ein paar Sachen etwas vereinfacht hingestellt.
Der indische Subkontinent wurde vor ca 4500 Jahren von den indoeuropaeischen Ariern (ja ja die hiessen und heissen bis heute so) unterworfen. Die Indereuropaer (zu denen auch die Germanen, Kelten, Slawen etc. gehoeren) waren streng patriarchalisch organisiert, da hatten Frauen nicht viel zu sagen. Dass es in der indischen Tradition die Idee des tantrischen Sex gab, sollte uns nicht zu falschen Schlussfolgerungen verleiten. Witwenverbrennungen oder die Idee, dass der Brautvater dem Brauetigam einen Brautpreis zahlen muss, gab es bereits vor dem Einfall des Islams. Dass natuerlich die staendigen Einfaelle muslimischer Invasoren die Situation fuer die Frauen nicht verbessert hat, ist auch klar. Und Love und Peace -schau Dir mal die indische Fruegeschichte genauer an, die ist genauso blutgetraenkt von Kriegen zwischen Kleinfuerstentuemern wie die europaeische, chinesische, afrikansche, islamsiche etc etc.
Aber zurueck zum Thema Ohrringe. Natuerlich wird bei einer Hochzeit heftig Schmuck (und damit auch Ohrringe) aufgefahren. Zum einen versucht die Braut (das ist in Deutschland wohl kaum anders) besonders huebsch an diesem Tag auszusehen und da gehoeren Ohrringe halt dazu (passt auch zu Deinem obigen Beitrag bzgl des Schmuckes). Und der zweite Aspekt ist natuerlich auch ein Show-Off: Schaut her, wir sind so wohlhabend, dass wir uns nicht nur die Fete hier, sondern auch diesen tollen, schweren Schmuck leisten koennen. (In der islamischen Welt kommt noch ein dritter Aspekt hinzu: Vor der Hochzeit muss der Brauetigam der Braut(!) einen Brautpreis uebergeben, der ihr alleine zur Verfuegung steht und ihr finanziell helfen soll, falls der Mann als Ernaehrer im Falle von Krankheit, Tod, Scheidung o. ae. ausfaellt. Traditionell wird dieser Brautpreis in Goldschmuck bezahlt, der natuerlich gerade bei der Hochzeit zur Schau gestellt wird und somit aussagt: Schaut her, der Brauetigam ist wohlhabend und die Braut hat finanziell nichts zu befuerchten.)
Noch ein Wort zu den indischen Nasenpiercings, die hier auch immer wieder erwaehnt werden. Er beruht auf dem Glauben, dass im Nasenfluegel (vor allem im linken) ein spezieller "Akapunktur"-punkt sitzt, der ueber die Heftigkeit der Wehen entscheidet. Frauen mit Nostrilpiercing haetten dementsprechend bei der Geburt weniger Schmerzen, deswegen werden indische Maedchen also dort gepierct.
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