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Re: Problem mit frischen Ohrlöchern, Bitte um Tipps
geschrieben von micha am 22.01.2009 um 02:30:47 - als Antwort auf:
Problem mit frischen Ohrlöchern, Bitte um Tipps von Serais
| | Ich habe seit etwa 6 Wochen neue Ohrlöcher und habe leider den Fehler gemacht, sie im Winter stechen zu lassen. Die meiste Zeit über merke ich sie nicht, aber wenn ich versuche den medizinischen Stecker rauszunehmen oder ihn bewege sind sie sofort gereizt und schwellen nach längerer Zeit leicht an. Spätestens nach 12 Stunden ist das wieder weg. Trotz der vergangen Zeit ist die Haut im und um das Ohrloch noch immer sehr dünn und nässt leicht. Eines der beiden hat sogar geblutet,beim Wiedereinsetzen des Steckers nach der Reinigung.
Ich bin mir unsicher ob das normal ist dass der Heilungsprozess so extrem langsam vor sich geht - es sieht immo eher nach 6 Monaten aus, anstatt der besagten 6 Wochen. Kann es sein, das die trockene, kalte Luft da Einfluss hat oder eventuell auch mechanische Belastung, beim Schlafen in Seitenlage, beim Reinigen etc? Vielleicht habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht und könnt mir Tips oder Infos geben, wie ich die Ohrlöcher heil durch den Winter bringe?
Freue mich über jeden Beitrag, Dank im Voraus. |
Hallo,
nach meiner Meinung hat das nichts mit der Winterkälte zu tun. Vielmehr hat das das mit deiner Rumfummelei zu tun: Piercings wollen Ruhe haben!
Wer in Gottes Namen hat dir erzählt, dass man die Stecker rausnehmen müsste, um den Stichkanal zu reinigen? Erst einmal musst du gar nichts reinigen. Im Loch bilden sich nach einigen Tagen Krusten aus, um die offene Wunde zu verschließen. Das ist nicht anderes als die roten Krusten auf den Schrammen einer verheilenden Schürfwunde. Daran kratzen in der Frühphase nur Trottel herum, denn das ist die Schutzschicht, unter der sich die neue Haut bildet. Irgendwann fängt die Schürfwunde an zu jucken. Das ist offenbar das Signal des Immunsystems, dass du jetzt vorsichtig den Schorf wegkratzen darfst. Darunter zeigt sich dann dünne rosa neue Haut.
Dein Ohrloch hat noch ein zweites Problem, weil es neue Haut in einem Gewebe bilden muss, dass niemals Haut war. Ich finde es erstaunlich, dass unser Wundverheilungssystem sogar damit klar kommt. Nur du torpedierst dies alles, wenn du deinen Ohrstecker rausziehst. Du zerreisst damit die anklebende Schutzschicht und ignorierst obendrein das Bestreben deines Körpers, die Wunde wieder zu verschließen. Der Stichkanal kann sich schon nach 10 Minuten derart zusammengezogen haben, dass du deinen Stecker nur noch mit Schmerzen oder Bluttropfen wieder reinbekommst. Danach hast du jedenfalls alle Bemühungen deines Immunsystems gründlich zunichte gemacht. In den ersten Wochen tut man an Ohrsteckern/Ohrringen auch nicht herumdrehen. Das darf man frühestens nach einem Monat nach einem langen Bad in der heimischen Badewanne oder im Meer.
Den "Octenisept-Müll", der immer wieder im Internet herumgeistert, kannst du getrost vergessen. Ein steril gestochenes Ohrloch verheilt ganz von allein binnen weniger Wochen und nach einem halben Jahr ist es absolut robust. Bei einer allergischen Reaktion auf das Steckermaterial sind natürlich beliebige Komplikatikationen möglich. Mit Titanlegierungen, hochkarätigem Gold oder Kunststoffen auf Teflon-Basis gibt es fast nie allergische Reaktionen.
Hör endlich auf, dauernd an deinen Ohrsteckern herumzufummeln. Die bleiben in Zukunft unangetatscht und das nächste halbe Jahr einfach permanent drin. Danach darfst du mir gerne einen Dankesbrief schreiben
LG, micha
Meine Ohrringe waren noch nie "medizinisch". Was soll denn DAS sein?
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