Ohrlochforum (aktuell) Archiv: Übersicht Archiv: Suche

Das aktuelle Ohrlochforum ist nun hier. Unten siehst Du ein Teil vom Archiv von 1999 - 2018.

Re: War das in den 50er-Jahren wirklich so?

geschrieben von birgit am 22.07.2009 um 17:49:49 - als Antwort auf: Re: War das in den 50er-Jahren wirklich so? von Kalixt
Verstöße gegen die Werte und Regeln des Forums bitte hier melden.

 
Herr von Kamptz-Borken muss sich wohl tatsächlich in anderen Kreisen bewegt haben;


Kann man so natürlich nicht sagen, und behauptet ja auch keiner:


Wie ich schon geschrieben hatte und auch im Posting von Regina steht:
Nur weil irgendwas in einem Buch steht, heißt das noch lange nicht, dass jeder das Buch hat(te), geschweige denn, dass der Inhalt allgemein befolgt wurde.
Ein Benimm-Ratgeber enthält eben nur Ratschläge für gesellschaftliche Konventionen. Nicht mehr und nicht weniger.
Deshalb kann man auch grundsätzlich nichts dagegen sagen.

 
ich konnte bisher keine Diskontinuität beobachten. Jedenfalls nicht in dem Sinn, dass Frauen einer bestimmten Altersgruppe (60- bis 70-jährige?) generell keine Ohrringe trügen.


Wer (wie ich) Ohrringe hatte, trug sie zumindest als Kind und Jugendliche seit dem Stechen ständig, schon mangels Alternativ-Ohrschmuck.
So blieben natürlich auch die Ohrlöcher erhalten, auch wenn längere Zeit kein Ohrschmuck getragen wurde. Ganz abgesehen davon, dass auch heute alte Damen ihren Ohrschmuck evtl. erst in späteren Jahren erhalten oder reaktiviert hatten.
In späteren Jahren gabs ja auch den Spruch, dass die gepflegte Dame niemals ohne wenigstens dezenten Ohrschmuck (Stecker) aus dem Haus geht.

Das Posting von Regina kann ich bestätigen:
In meiner Volksschulklasse (60er-Jahre) hatten nach meiner Erinnerung vielleicht nur 1/6 der Mädchen Ohrringe (natürlich keine Clips), hauptsächlich die von Regina genannten kleinen Herzchen (ich hatte blaue Blümchen). Das hatte auch den Vorteil, dass diese nicht so häufig vom Lehrer an den Ohren gezogen wurden (jaja, das gabs damals noch...!). Nur ein einziges Mädchen hatte kleine goldene Baumel-Creolenringe (leider nicht ich). Und es gab natürlich auch einige erwachsene Frauen, die z.T. ererbte traditionelle dezente Ohrringe ständig trugen, besonders in der "Provinz". Stecker gabs eher selten. Nur einige wenige eher selbstbewusste und extravertiertere Frauen (z.B. eine Lehrerin, wenn auch mit italienischem Ehemann) trugen auch längere schwerere Ohrhänger mit Steinen. Auf dem Land, besonders in Bayern, waren zu festlichen Anlässen natürlich die traditionellen Trachtenschmuck-Ohrgehänge noch vorhanden. Und bei einigen (wenigen) Frauen war der Ohrschmuck, besonders Creolen-Ohrringe ein "Markenzeichen" und Ausdruck ihrer Persönlichkeit und Erotik, den sie stolz ständig trugen (wie ich heute auch, sooo alt bin ich ja nun wirklich noch nicht!).

Also wie gesagt: Ganz sooo schlimm war's in der deutschen "Nachkriegszeit" nicht. Persönliche Vorlieben und ein bisschen weibliche Eitelkeit lassen und ließen sich nicht per Dekret unterdrücken. zwinker
Auch nicht von (meist männlichen) phantasielosen Dumpfbacken-Simpels wie Adolf H. und ihren zahlreichen modernen Nachfolgern...

Liebe Grüße
Birgit

Antworten zu diesem Beitrag:
Ohrlochforum (aktuell) Archiv: Übersicht Archiv: Suche
lexikon regeln datenschutz