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Antifa_Karlsruhe

geschrieben von Körperverletzung am 01.09.2012 um 02:22:40
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Nach Recherchen im Internet bezüglich des Gerichtsurteils in Berlin bin ich auf Ihr (bürgerliches) Forum gestoßen. Ich hörte heute Morgen in den Nachrichten, dass es in Berlin eine Anzeige gegen ein Tattoostudio gab, weil dieses die Ohrläppchen einer nicht einwilligungsfähigen Person durchstachen. Erstaunlicherweise drehte sich dieses Urteil um "Schmerzensgeld". Dies war ein normaler Zivilprozess.

Weiter ging es, dass der Richter prüfen möchte, ob es sich um eine Körperverletzung handelt. Ich finde diesen Schritt sehr begrüßenswert und es zeigt, dass die Bemühungen der AntispezifistInnen langsam auch Früchte in der Judiskative der BRD tragen. Dies hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht erwartet.

AntifaschistInnen sind gegen die Einteilung der Menschen in Rassen, Geschlechterrollen und gegen Sexismus. Doch was hat dies mit Ohrlochstechen zu tun? Ich erörtere Ihnen die politischen Standpunkte der 'Gruppe Karlsruhe', da unsere Bewegung durch die 'AG antifaschistischer Fuchsschwanz' schweren Schaden erlitten hatte. Ich persönlich bin ja der Annahme, dass es sich hierbei um Provokateure handelt, die die antifaschistische Bewegung in den Dreck ziehen wollen. Aber dies würde zu sehr vom Thema abweichen.

Ohrlochstechen, dies klingt banal, ist es auch - wenn es freiwillig, ab einem gewissen Alter unter vollem Bewußtsein geschieht. Ohrlöcher bzw. Ohrringe sind im abendländischen Kulturkreis zugleich eine Symbolik für das weibliche Geschlecht - obgleich sich dieser Umstand in den letzten Jahrzehnten - auch Dank antifaschistischer und antichauvinistischer Aufklärungsarbeit - geändert hat.

Nun geschieht es immernoch in teilweise bürgerlichem Mileu immernoch, dass Eltern ihren (meist weiblichen) Kinder ungefragt die Ohren durchstechen. Dieses chauvinistische und sexistische Überbleibsel ist mit aller Kraft zu bekämpfen - denn es zwängt nicht nur den werdenden Frauen Ohrlöcher auf, die sie im späteren Alter vielleicht garnicht möchte, nein, es ist ein Eingriff in die Freiheit und in die Würde einer jeder natürlichen Person. Zugleich ist dieses Ohrlochstechen ein Überbleibsel des Patriachiats! Eltern haben nicht das Recht, ihre Nachkommen ungefragt ihrer körperlichen Integrität zu berauben! Dies ist eine Tradition, die auf Stammesriten und archaische Bräuche zurückgeht. Dieses völkische Denken, dass Eltern ihre Kinder markieren müssen, ist auszumerzen.

Ich appelliere an Sie:
- Akzeptieren Sie, sofern Sie Kinder haben, deren körperliche Integrität!
- Keine Ohrlöcher unter einem Alter von, sagen wir mal, 12 Jahren
- Machen Sie KEINE Unterschiede zwischen Junge und Mädchen - wenn ein Junge mit 12 Ohrringe (oder andere Piercinge) möchte, so billigen Sie ihm dies genauso, als sei es Ihre Tochter! (Natürlich mit Aufklärung über die Risiken)!
- Sagen Sie nein zu Sexismus, Spezifismus und Chauvinismus - sie sind das Übel für sämtliche Demütigungen und Diskriminierungen in der Gesellschaft!

Ich weiß, dies ist kein Politikforum, aber es hängt alles so sehr zusammen! Dinge, die für Normalbürger nicht so scheinen, diesen unbewusst einem fürchterlichen Zweck!

UND: Denken Sie daran, dass die Antifa eine autonome Gruppierung ist! Karlsruhe distanziert sich von der Aktion "antifaschistischer Fuchsschwanz"! Es ist eine Schande, wenn linke AktiistInnen Bäume, die zu Gedenken an Pogrome gepflanzt wurden, umsägen!

Mit freundlichen Grüßen

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