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| Hallo Miroslav! Also, ich mache das gelegentlich bei Kunden, dass ich schlecht geschlossene Ohrlöcher verschließe und dann später neu steche, und dann eben gut (richtige Stelle und gerade). Allerdings hängt das Ergebnis immer von der Person ab an der es gemacht wird. Insbesondere von deren Wundheilungsfähigkeiten, und der individuellen Neigung zur Narbenbildung. Wer schnell wüste Narben kriegt eignet sich weniger gut als jemand mit einer guten, "sauberen" Wundheilung, wobei weniger ausgeprägte Narben entstehen. Ich gehe dabei so vor: Ich stecke - nach antiseptischer Preparation des Ohres - einen sterilisierten Ohrstecker von hinten nach vorne durch das Ohrloch, also anderstrum wie wenn man ihn normal tragen würde. Dann setze ich einen 2 Millimeter Dermal Punch (Biopsiestanze) auf den vorn rausstehenden Durchsteckstift an und benutze den Ohrring quasi als Führung um das Ohrloch, bzw den Stichkanal aus dem Ohrläppchen auszustanzen. Das Ergebnis ist ein 2mm großes Ohrloch mit komplett offenen Wundrändern, wie frisch gestochen. Dann drückt man das Ohrläppchen etwas zusammen, sodass das Loch komprimiert wird und die so aproximierten Lochränder durch das gerinnende Blut (-> Fibrin) verkleben. Das Ohrloch wächst dann wieder komplett zu. Wie dann das Ergebnis aussieht hängt eben, wie gesagt, von der individuellen Wundheilung ab. Bei manchen Leuten sieht und spürt man fast gar nichts mehr von dem Loch, wenn es verheilt ist, andere behalten eine deutliche Narbe zurück. Wenn es jedenfalls abgeheilt ist kann man das Ohr in der gewünschten Weise neu piercen. Wegen des Narbengewebes ist es hier jedoch besonders wichtig, dass das Ohr mit einer Nadel gepierced wird, und nicht geschosssen. Gegen Aufpreis verwende ich auch einen Gewebekleber (n-Butyl-2-Cyanoacrylat, mein Präparat der Wahl ist Epiglu®) um die Wundränder des gepunchten Ohrlochs zu verkleben. Dadurch heilt es schneller und unter geringerer Narbenbildung ab, was hauptsächlich bei Personen mit sonst starker Vernarbung Sinn macht - sonst reicht normal die Klebewirkung des körpereigenen Fibrins. Außerdem blutet es bei zusätzlicher Verklebung weniger nach. Wenn jemand Interesse an so einer Prozedur hat kann er sich ja melden! Ich wohne und arbeite in Pforzheim und Umgebung. Die Methode eignet sich gut, um schlecht platzierte Ohrlöcher zu optimieren (zu tief oder hoch gestochen, asymetrisch im Seitenvergleich, schräg gestochen, falscher Abstand, usw.). Ich muss dazu sagen: die Methode ist noch in der Erprobungsphase, ich habe das bisher erst ein paar Mal gemacht. Die Ergebnisse sehen aber recht gut aus (werde schauen, dass ich Fotos organisiert krieg). Bin dankbar für jeden, der sich als "Versuchskaninchen" zur Verfügung stellt! Ist natürlich noch entsprechend billig dadurch. Wenn ich das schon einige Male mehr gemacht hab und Bilder vorzeigen kann werd ich natürlich auch ein bisschen mehr dafür nehmen. Aber vorerst würde ich es für zehn Euro pro Ohrloch anbieten, inklusive Neupiercen nach der Aheilung. Fünf Euro Aufpreis für den Gewebekleber (Das Zeug ist schweinisch teuer! Wohl der Hauptgrund weshalb Wunden in den meisten Krankenhäusern noch immer genäht statt geklebt werden... :-] ). Viele Grüße, HA 472.
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