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Re: Pre-gun Ear piercing accounts?
geschrieben von Sybil am 31.08.2014 um 12:56:39 - als Antwort auf:
Pre-gun Ear piercing accounts? von
FemboyWithoutEarrings
Hallo,
nun habe ich alles schön mühevoll auf Englisch geschrieben und der blöde Browser verschluckt den ganzen Text beim Absenden.
Da du aber schreibst, du verstehst unsere Sprache, der Einfachheit halber noch mal auf Deutsch:
Ich kann dir zwei Ohrlochstech-Geschichten aus dem frühen 20. Jahrhundert berichten.
1. Die ältere Schwester meiner Großmutter
Als meine Großtante fünf Jahre alt war, bekam sie Ohrlöcher beim örtlichen Juwelier.
Das Gerät klemmte ihr Ohrläppchen ein und dann drehte der Juwelier an einem Schräubchen und mit jeder Umdrehung versenkte sich die Spitze der Schraube weiter in das Ohr meiner Großtante.
Ich habe sie gefragt, ob das nicht furchtbar lange gedauert hat und sie hat es bestätigt.
Sie hat zwar mit ihren Fingern eine schnelle Bewegung gezeigt, wie der Juwelier die Schraube zwischen Daumen und Zeigefinger drehte, aber dennoch waren gut zwanzig bis dreißig Umdrehungen nötig, um das Ohrläppchen vollständig zu durchbohren.
Daraufhin wurde das Gerät mitsamt Spitze der Schraube entfernt und ein Ohrstecker wurde in das geschaffene Loch eingefädelt (was nach Aussage meiner Tante noch unangenehmer war, als der eigentliche Stech- nein eigentlich eher Bohrvorgang).
Dies muss etwa 1920/21 stattgefunden haben.
Meine zwei Jahre jüngere Großmutter, die dabei war, hat sich übrigens zeitlebens keine Ohrlöcher stechen lassen.
2. Meine Großmutter mütterlicherseits
Meine Großmutter war sechs Jahre alt, als sie der Familie eine Hochzeit besuchte.
Sie spielte mit den anderen Kindern in der Küche, als die Köchin sie am Arm packte und auf ihren Schoß zog.
"Das geht ja gar nicht, so ein großes Mädchen, kommt schon in die Schule und hat keine Ohrringe? Das werden wir gleich ändern!" So oder ähnlich sprach die Köchin und holte eine Dressiernadel aus ihrer Küchenschublade.
(Eine Dressiernadel ist eine ca. 2-3 mm dicke Nadel, mit der gefüllte Braten z. B. Huhn, Ente, Gans zugenäht werden)
Sie fasste die Spitze des Ohrläppchens meiner Großmutter mit zwei Finger und stieß mit der anderen Hand die Dressiernadel hindurch. Anschließend mussten die Küchenhilfen meine Großmutter zu dritt festhalten und auf den Küchentisch pressen, damit die Prozedur weitergehen konnte.
Die Köchin zog ihren eigenen Ohrring aus, schob die Nadel ganz durchs Ohr und fädelte den Haken durchs Ohr.
Dann war das zweite Ohr dran.
Meine Großmutter trug, so lange ich sie kannte, niemals Ohrringe und sie ließ auch meiner Mutter nie welche stechen.
Regelmäßig, wenn sie bei uns zu Besuch war, musste meine Mutter den angesammelten Talg aus den unbenutzten Ohrlöchern drücken (was mich sehr an mein pubertäres Pickelausdrücken erinnert hat).
Trotzdem - oder vielleicht deswegen? - liebe ich meine Ohrlöcher.
P. S. Wenn man immer Schmuck drin trägt, gibt es auch keine ekligen Verstopfungen.
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