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Ohrlochschießen mit dem Blasrohr

geschrieben von Manfred am 27.11.2000 um 01:32:32
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Hallo,alle miteinander,in diesem hochinteressanten Forum,
Der Beitrag über Ohrlöcher in anderen Kulturen,regte mich an,folgende selbster-
lebte Geschichte zu berichten,die verständlicherweise kaum zu glauben ist:
Eigentlich liegt es blos an meiner 18 jährigen Tochter,das das Ohrlochstechen
bei mir näher Beachtung fand.Sie ließ sich mit 16 ein Paar beim Juwelier mit der
Pistole schießen,und in diesem Jahr eines im Knorpel beim Piercer stechen.
Sie meit immer,das mir auch ein Ohrring gut stehen würde.Aber mit 40 Jahren?
Das änderte sich aber,als ich bei einem Stadtbummel bei einem Laden für Indianerschmuck und Bodypiercing vorbei kam.Im Fenster war ein Aushang auf dem stand:Neuheit mit alter Tradition!Wir piercen Eure Ohren mit dem Blasrohr!
Ich besann mich,das wir nicht den 1April hatten und ging in den Laden um mich zu
erkundigen,was es damit auf sich hatte.Der Piercer war ungefähr in meinem Alter
und sehr freundlich.Er erzählte mir,er habe Völkerkunde studiert und seine Abschlußarbeit über die Indianer am Amazonas geschrieben.Dabei sei er darauf gestoßen,das diese Indianer das Blasrohr nicht nur zu Jagd verwenden,sondern auch,was kaum jemand in der zievilisierten Welt weiß,auch zum Ohrlochstechen.
Diese Technik sei in mancher Hinsicht sogar der unsriegen überlegen,einerseits
weil sie die Pfeile mit natürlichen Medikamenten behandelt haben,andererseits
Das Ohrläppchen in entspannter Lage vom sehr spitzen Pfeil durchbohrt wird,der
außerdem mit ca. 90m/s viel schneller ist,als die Feder einer Ohrlochpistole.
Aber aus zwei Gründen,die sich ja jeder denken kann,ließe sich diese Technik
hier niemals auf exakt indianische Weise praktizieren:Einmal wegen der Sicherheit,denn der Pfeil könnte auch der Hals treffen,und dann aus hygienischen
Gründen,weil auch Keime mitgeschossen werden,wenn man mit dem Mund bläßt.
Aber der Piercer berichtete mir stolz,er habe einen Schußaparat auf Blasrohrbasis konstruiert und sich patentieren lassen,der so weit es geht nach
der alten Tradition funktioniert,und auch was Sicherheit und Hygiene angeht,den
Anforderungen hierzulande entspricht.Er zeigte mir ein ca60cm langes Rohr aus
Titan,welches an einem Ende einen Bügel,wo ein Korken eingesetzt wurde,und
kurz vor dem Endstück,das der Piercer auf seine Schulter legt,darunter eine
aufpumpbare Kartusche für komprimierte Luft hat,welche über ein Regelventil mit
dem Rohr verbunden ist.Der Piercer desinfiziert zuerst das Ohr und markiert die Einstichstelle.Dann klemmt er eine Korken in die Gabel und fixiert den Abstand
auf die beschaffenheit des jeweiligen Ohres.Dann nimmt er einen der ca.2cm langen Spezialpfeile aus Titan und präpariert ihn mit einem Antisepticum auf
natürlicher Basis nach original indianischem Rezept.Er schraubt das Rohr an der
Stelle vor dem Druckbehälter auf und steckt den Pfeil hinein.Dann schraubt er es
wieder zu und schließt eine kleine spezielle Handpumpe an den Druckbehälter und
pumpt ihn,wie er verriet auf ca 5 bar.Den Schußdruck regelte aber das Steuerventiel,und wie,das konstruiert und eingestellt war,wollte er nicht verraten.Ihr werdet jetzt schon ahnen,das ich mich aus Neugierde und Fastzination über dieses Gerät,mich überwunden habe,mir das Ohrläppchen auf diese Weise durchstechen zu lassen.Der Mann fixierte das Rohr mit dem vorderen Ende an meinem Ohrläppchen und stützte das hintere Ende davon auf seiner Schulter ab.Dann bestätigte er den Auslöser am Steuerventil.Es machte nur ein Pfffit,aber ich spürte fast nichts.Ich fühlte nur ein leichtes Brennen,als der
Piercer das Rohr wegnahm und den Korken abzog.Dann kniff er mit einer Zange den
etwa 1 cm herausragenden Kiel des Pfeiles ab und steckte auf beiden Seiten eine
kleine Kugel aus einem speriellen leichten Holz,ähnlich dem Balserholz,welche
aber mit dem heilungsfördernen Naturantisepticum präpariert war.Das Tolle war
ausserdem,das dieses Ohrloch schon nach einer Woche soweit abgeheilt war,das ich
das,was von dem Pfeil übriggeblieben war herausnehmen,und vorsichtig eine Creole
hineinmachen konnte.Meine Tochter war so begeistert davon,das Sie sich direkt Tags darauf dort auf diese Weise noch ein Ohrknorpelpiercing machen ließ,was im
Vergleich zur üblichen Piercermethode fast gar nicht weh tat,wie sie mir berichtete.Dabei ist diese Methode mit dem Preis von 140,-DM,egal ob Läppchen
oder Knorpel meiner Meinung nach absolut akzeptabel.Ich kann nur wünschen,das
hier die Verbreitung bekommt,die sie verdient hat.

an

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