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Re: Mehrfachlöcher
geschrieben von Anna-Sarah am 17.12.2000 um 13:09:47 - als Antwort auf:
Re: Mehrfachlöcher von Benita
Hey Benita (toller Name)!
Habe dieses Forum über so´ne TV-Zeitschrift entdeckt. Ist ja cool! Bin vor zwei Wochen mit meiner Freundin nach Berlin gezogen. Vorher haben wir beide alleine gewohnt, und beim einräumen unserer Sachen sind wir über eine kleine Schachtel von mir ins plaudern gekommen – die Sammlung meiner Ohrringe. Als ich 14 war habe ich meine ersten Löcher bekommen. So richtig ekelig beim Friseur (wie das halt auf dem Lande so üblich ist). Meine Oma hatte mir damals Perlohrstecker geschenkt und da konnte meine Mutter nicht mehr nein sagen zu meinem Wunsch nach Ohrlöchern. Mit 15 haben wir uns dann auf einer Klassenfahrt alle gegenseitig neue Ohrlöcher gestochen. Mit unseren Erstohrsteckern. Ich hatte eine Woche lang 2 Löcher links und 3 Löcher rechts, was meiner Mutter zuhause gar nicht gefiel. Ich habe dann eine Zeitlang immer heimlich Stecker in den neuen Löchern getragen, in der Hofnung, dass sie nicht zuwachsen. Als sie sich aber wenig später entzündeten (wen wundert´s...) hatte ich keine andere Wahl. Als dann die beste Freundin meiner Mutter plötzlich je zwei Ohrlöcher hatte, relativierte das die Situation gewaltig. Ich habe nicht lange gezögert und habe mir in der Stadt und bei einem Juwelier auch je zwei neue Löcher schießen lassen. Meine ersten Löcher waren ja schon „alt genug“, um nicht mehr zuzuwachsen – und dank meiner langen dicken Haare, viel es nicht auf, dass ich je zwei Stecker in Loch Nummer 2 und 3 hatte. Irgendwann habe ich dann auch zuhause alle drei Löcher bestückt und ich glaube, meine Mutter hat das auch irgendwann gemerkt, insbesondere als die Ohrringe immer größer und ausgefallener wurden, aber nichts mehr gesagt. Mit 19 bin ich ausgezogen und habe irgendwann „vergessen“ meine Ohrringe zu tragen. War irgendwie nicht mehr wichtig. Das ist jetzt zwei Jahre her. Als ich dann vor 10 Monaten Susanne kennenlernte, entdeckte sie irgendwann die fast zugewachsenen, aber noch gut sichtbaren Einstiche in meinen Ohrläppchen. Susanne hatte noch nie zuvor Ohrlöcher gehabt und war deshalb wohl eher überrascht als interessiert, als sie die alten Löcher entdeckte. Erst jetzt in unserer neuen Wohnung stand sie plötzlich mit der Schachtel in der Hand vor mir und fragte, ob ich die „alle getragen hätte“ – die Antwort war „ja“ und so kamen wir ins Gespräch über die Geschichte meiner Ohrlöcher, die ihr jetzt auch alle kennt. Besonders die glitzernden Stecker hatten es ihr angetan und irgendwann fragte sie mich, ob ich auch wieder Ohrringe tragen würde, wenn sie sich Löcher machen ließe. Für einen Moment war ich baff. Damit hatte ich nicht gerechnet und natürlich hatte ich daran nicht gedacht. In jener Nacht malten wir uns aus, wo und wieviele Ohrlöcher wir haben könnten. Irgendwann fing ich an, mir -mehr so zum Spaß- einen meiner alten Erststecker in eines meiner Löcher zu stecken. Oops, und schon war das Loch wieder durch. Das untere Loch auf der anderen Seite ließ sich genauso leicht erneut durchstechen. Susanne schaute mich plötzlich völlig entgeistert an und sagte, dass wir am nächsten Morgen unbedingt in einem Schmuckladen gehen müssten. Ich stimmte zu, mein Adrenalinpegel war hoch genug.
Am nächsten Morgen weckte mich Susanne mit den Worten, dass sie es jetzt nicht mehr abwarten könne. Sie wollte sich zwei Löcher oben durch den Knorpel ihres rechten Ohres stechen lassen. Ich fand die Idee cool und überlegte mir unter der Dusche, ob und wo ich neue Ohrlöcher haben wollte. Susanne sagte, ich solle mir doch auf jeden Fall die alten Löcher neu durchstechen lassen, falls sie bereits zugewachsen waren, ich wollte zumindest ein neues Loch – vielleicht im Tragus!? Eine Stunde später hatten wir uns bereits im zweiten Laden sagen lassen, dass sie Susanne keine zwei Löcher nebeneinander in den Knorpel schießen würden. Aber dann hatten wir Erfolg. Ein Schmuckladen hatte ein Schild im Fenster, auf dem ein Foto von einem völlig durchstochenen Ohr zu sehen war – ich habe nicht gezählt, aber 10 Löcher waren das bestimmt. Als wir rein gingen, sahen wir, wie eine Frau gerade einem Mädchen einen Punkt mit einem Stift auf ihr Ohr machte. Als wir sagten, dass wir auch Ohrlöcher haben wollen, durften wir zuschauen. Das Mädchen hatte bereits fünf Stecker in beiden Ohrläppchen, das neue Loch sollte die Nummer 6 auf der linken Seite werden. Sie verzog das Gesicht, als wir das Klacken der Pistole hörten, lächelte dann aber ganz schnell wieder und sagte, wir hätten uns den besten Laden ausgsucht. Sie habe sich alle ihre Löcher hier schießen lassen und würde bald wieder kommen. Wir erzählten unsere Wünsche und die Frau schaute sich meine alten Löcher genau an. Sie fragte mich, ob ich es schon selbst versucht hätte, die erneut zu durchstechen. Ich sagte „ja“ – sie meinte, dann soll ich mir mal neue Stecker aussuchen. Ich entschied mich für kleine Kugeln und keine fünf Minuten später hatte ich wieder drei Stecker in beiden Ohren. Susanne entschied sich für ein Paar Stecker mit blau-glitzernden Steinchen. Als die Punkte makiert waren, schaute sie mich an, ich nickte. Susanne war sichtlich aufgeregt, ich sah die Pistole an ihrem Ohr und Sekunden später ein leicht verzerrtes Gesicht. Das hatte wehgetan, aber Susanne wollte das zweite Loch unbedingt und hinterher hat sie gesagt, dass sie das stechen beim zweiten Loch nicht gemerkt hat. Ich findes das voll cool, dass Susanne nur da oben zwei Löcher hat!!!
Ich hoffe, Du hast auch was schönes zu erzählen!?! Kannst mir auch mailen, wenn Du willst.
Bis denne, Anna.
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