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Tolle Storry

geschrieben von Franzi am 10.07.2001 um 11:12:58 - als Antwort auf: Marcel. Trau dich doch! von micha
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Hallo Micha,

eine wirklich tolle Geschichte. Wie sich doch so was auch zum Guten wenden kann.
Vielleicht hat ja nun Deine Mutter doch Lust bekommen, auch Ohrlöcher zu wollen.

Kannst ja mal berichten, ob sie sich welche zugelegt hat.

Gruß

Franzi

>>>>>Hi
>>>>>Vor ein paar Tagen habe ich im Forum wegen dem Ohrlochstechen nachgefragt. Gestern war es soweit und ich ging zum Juwelier. Ich war echt nervös. Aber die Verkäuferin war super und hat mir die Angst genommen. Zuerst musste ich den Ohrstecker aussuchen, dann zeichnete sie den Punkt in der Mitte des Ohrläppchens ein. Weil ich später ev. ein weiteres Ohrloch will, fragte ich, ob das dann noch möglich sei. Weil ich ein kleines Ohrläppchen habe, schlug sie vor, dass sie mir die zwei Punkte einzeichnen wolle, damit ich mir ein Bild machen könne. Irgendwie gefiel mir die Vorstellung zwei Ohrlöcher zu haben und so sagte ich ihr, sie solle beide stechen. Sie nahm die Pistole und schoss das eine und gleich darauf das andere Loch. Im Spiegel konnte ich mein glitzerndes Ohrläppchen bestaunen.
>>>>>Ich habe nur meinen Eltern gesagt, dass ich mir ein Ohrloch stechen lassen möchte und so war ich gespannt auf die Reaktionen meiner Freundin und meiner Kollegen. Meine Freundin war total aus dem Häuschen als sie mein Ohr mit den beiden Steckern sah. Sie hätte mich nicht darauf anzusprechen getraut, wisse nun aber, was sie mir zum Geburtstag schenken können.
>>>>>Meine Kollegen waren total überrascht, da ich als eher konservativ gelte. Alle fanden es super und gratulierten mir zu meinen beiden Ohrsteckern.
>>>>>Nun kann ich total happy in die Ferien gehen.
>>>>>Marty
>>>>Herzlichen Glückwunsch!
>>>>Du hast es geschafft,aber ich?Ich kann mich irgendwie nicht
>>>>dazu durchringen,meinem Umfeld firma/eltern von
>>>>diesem megawusch in Kenntnis zu setzen.Ich beobachte
>>>>das Forum schon seit knapp einem Jahr,und
>>>>mitlerweile bin ich ziemlich heiß auf son Ohrloch.
>>>>Aber irgendwie schaff ich es nicht :,(
>>>>Neidvoll
>>>> Marcel
>>>Hallo,
>>>bist Du ein "neuer" Marcel? Falls Ihr beide keine "Identitätskonflikte" miteinander habt (das hoffe ich nun wirklich), dann nehme Dir doch mal den Deinen weiter unten postenden Namensvetter zum Vorbild - der hat sich inzwischen Ohrringe zugelegt.
>>>micha
>>>PS: Gebt doch Eure Elektropost-Adresse an, dann kann man die Leute auch unterscheiden!
>>Hallo erstmal!
>>Ich hab schon unter meinen Namen "marcel" geschrieben,da hatte der andere auch
>>noch keine Löcher im Ohr.Siehe den Betrag von mir 13.7.2000 im Archiv!
>>Zija,und so lange probier ich das schon durchzuziehen.Da ja
>>ein anderer "marcel" sich letztens welche stechen ließ,habe
>>ich beschlossen hinter meinen Namen einen Punkt zu setzen.So kam das
>>zustande.
>>Jetzt hilft mir das aber auch nicht weiter,ich steh immernoch vor meinem
>>Problem...
>Hallo Marcel(Punkt),
>Tschuldigung, jetzt sehe ich, dass Du wirklich nicht Dein "Doppelgänger" bist.
>Ich habe mir Deinen Beitrag vom 13.7.2000 und die Antworten angeschaut. Ich fand die Antworten eigentlich recht gut und hilfreich.
>Wenn Du Dir noch immer Ohrlöcher wünschst und Dich nicht traust, Du bist ja jetzt immerhin 21 Jahre alt, dann fällt mir nur folgende Antwort ein:
>Versuche, Dich von dem alles überschattenden Einfluss deiner Eltern zu lösen! Falls Du noch zu Hause wohnen solltest, überlege Dir, ob Du nicht eine eigene Wohnung suchen solltest. Ich weiß natürlich nicht, ob Du ein eigenes Einkommen hast und ob das wirklich machbar ist.
>So habe ich es in meiner Not mit 20 Jahren nach ewigem Zögern auch gemacht - mein Verhältnis zu meinen Eltern war damals zeitweise nur noch der schiere Krieg. Als Studienanfänger hatte ich natürlich noch kein gesichertes Einkommen, ich bin schließlich in eine Wohngemeinschaft eingezogen (die lief in meinem Fall wirklich toll), aber auch dann ging es vom Geld her irgendwie immer weiter.
>Lies doch mal meine weitere Ohrloch-Geschichte:
>Heute haben sich diese Gegensätze wieder gelegt; inzwischen habe ich mit meinen Eltern ein durchaus gutes Verhältnis. Meinen ersten kleinen Ohrring im linken Ohr habe ich meinen Eltern mit etwa 30 Jahren präsentiert (heute bin ich schon über 40). Das hat mich damals auch reichlich Überwindung bei meinem ersten Besuch gekostet: doch lieber rausnehmen oder drinlassen? Wieder dieser vermaledeite alte Einfluss! Gott séi Dank habe ich den Ohrring damals dringelassen, es verlief eigentlich ganz friedlich.
>Seit einigen Monaten trage ich ca. 4 cm große Creolen in beiden Ohren - das habe ich mir eigentlich schon immer gewünscht. Ende Mai hatte meine Mutter Geburtstag und ein Heimatbesuch war angesagt. Ich muss gestehen: Wieder kamen diese alten nagenden Unsicherheiten ans Tageslicht; da waren erneut diese blödsinnigen Überlegungen - damit musst du ja die "Alten" nicht unbedingt konfrontieren und dann auch noch ausgerechnet zum Geburtstag meiner Mutter! Und wieder kann ich nur sagen, Gott sei Dank (na ja - eigentlich bin ich Atheist) habe ich meinen Bedenken nicht nachgegeben!
>Die ganze Show lief dann etwa folgendermaßen ab:
>Ich laufe die Wendeltreppe zum Wohnzimmer hoch und denke, eine Vorwarnung ist wohl schon angebracht. Also: "Hallo, fallt nicht aus dem Fernsehsessel, gleich könnt ihr mein neues Outfit bestaunen!".
>Antwort meiner Mutter: "Trägst du jetzt etwa ein Jacket?".
>An dieser Stelle muss ich einfügen, dass ich in meinem ganzen Leben erfolgreich NIE eine Krawatte getragen habe und einen Anzug nur zweimal: Bei der Abiturfeier und bei einer Hochzeit - dann habe ich das wohlgehasste Teil dem Roten Kreuz gespendet. Ach - wieder dieser alte Wunsch meiner Mutter, mich als adrett angezogenen Mann zu sehen. In meiner Jugend hatte ich mich immer heftig dagegen gewehrt, wie so ein "Quelle- oder Neckermann" herumzulaufen.
>"Nö - SOOO SCHLIMM ist es nun wirklich nicht! Aber ihr könnt gleich meine beiden großen Ohrringe bewundern!"
>Im ersten Moment Schweigen. Dann mein Vater "Oh - Nein!" oder so etwa Ähnliches. Lustigerweise kamen danach überhaupt keine abfälligen Bemerkungen mehr. Meine Schwester mit ihrer Tochter, die zu Weihnachten zum Entsetzen meines Vaters ihren Bauchnabelpiercing-Wunsch äußerte, war auch zu Besuch. Immerhin trug die inzwischen auch zwei nette Ohrstecker!
>Wir gingen dann später in ein Restaurant zum Essen, wobei meine Mutter mich fragte, wie das denn so wäre mit dem Ohrlochstechen, ob das nicht weh täte? Nach meiner Bemerkung "Also mehr weh als ´ne Insulin-Spritze tut´s auch nicht" (in meiner "Eitelkeit" habe ich mir nämlich vor einigen Jahren einen Jugend-Diabetes = Typ-I zugelegt) meinte sie, dass sie auch schon mit Ohrringen geliebäugelt hätte; meine Mutter trug bislang nie Ohrringe. Später, als wir wieder zurückgekehrt waren, zückte meine Mutter ihren Photoapparat mit der Bemerkung: "Den Film machen wir jetzt noch voll - da sind nur noch zwei Bilder drauf. Micha, zeig doch mal deine neuen Ohrringe". Knips!
>Solch seltsame Erlebnisse gibt es im Leben! Ich hatte nun wirklich Anderes erwartet, und habe mich völlig geirrt. Die ablehnenden Reaktionen, die ich immer wieder erwartete, waren eigentlich nur eingebildete Selbst-Vorwegnahmen.
>Wenn Du meinst, dass deine Eltern ein solches verblüffendes Verhalten nie und nimmer bringen, dann musst Du dich halt abnabeln - wenigstens vorübergehend! Aber bist Du dir dabei SO sicher? Vielleicht ist das ja nur die Selbstzenzur ine deinem Kopf!?
>Nette Grüße
>micha

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