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Re: Pfadfinderlager
geschrieben von micha am 28.12.2001 um 23:50:02 - als Antwort auf:
Pfadfinderlager von Stefanie
>Hi!
>Ein cooles Forum, muß ich schon sagen. Was es alles gibt!
>Und ich hab euch sogar was zu erzählen. Es ist zwar keine Frage, oder was man so in einem Forum erläutert, eher eine Geschichte, aber das Thema paßt.
>Das war eines Abends im Pfadfinderlager. Nein, natürlich nicht zu dieser Jahreszeit, es war im August, während der Sommerferien. Da findet so was eben ab und an statt.
>Tja, jedenfalls saßen wir eines Abends ums Feuer, so ein klassischer Lagerfeuerabend, wie aus einem Roman, und erzhlten uns Geschichten. Wir waren übrigens alle zwischen Fünfzehn und Siebzehn Jahre alt. Ich bin seit Juni 16.
>Aber ich schweife schon wieder ab, sorry. Jedenfalls ging es bei einer Dieser Geschichten um einen Indianerohrring, so ein langes Ohrgehänge mit Zauberkraft, als Bisonknochen geschnitzt. Ihr könnt es euch vorstellen?
>Als die Geschichte fertig war begann ein Mädchen mit Ohrhängern an diesen rumzuspielen und sagte etwas wie "Buh, der Geist des großen Manitu wird euch holen!", eben etwas mit Bezug auf die Geschichte. Tja, nun hatten Die Ohrhänger den Sprung in die Realität geschafft, als Gesprächsthema. Daraus wurden dann Ohrringe und ein algemeiner Vergleich des Ohrschmuckes aller Versammelten. Wir waren neunzehn Leute. Drei von uns hatten noch keine Ohrlöcher, vier hatten Mehrfachlöcher. Nun kam das Thema auf diese drei Mädchen onhe Ohrringe. Es wurde kurzerhand beschlossen, daß das nicht so bleiben könne und man sofort Abhilfe schaffen müsse. Widerstand war da zwecklos!
>Es wurde kurz debattiert wie das zu Bewerkstelligen sei. Die Lösung war dann recht einfach. Die vier Mehrfachgelochten hatten genau sechs Ohrringe über. Eine hatte drei Löcher links, eine Zwei Löcher pro Ohr, die anderen jeweils ein drittes Loch, die Eine hatte es links, die Andere rechts.
>Zur Ausstattung jeder Pfadfinderin, bei den Jungs ist es glaub' ich auch so, gehören Nadel und Faden. So waren schnell sechs Nähnadeln gefunden. Und die vier, die ihren Schmuck aus den zusätzlichen Löchern hergegeben haben, durften dafür auch die Löcher stechen. Katrin wollte das aber nicht machen, und ich saß gerade neben ihr. Also hat sie mir, ich habe nur ein Loch links und rechts, die Nadel gegeben, und schon war es mein Job.
>Ich wußte erst nicht recht, wie ich es machen sollte. Also habe ich erst beobachtet, wie die anderen es gemacht haben. Da hat immer eine die Taschenlampe gehalten, damit sie was sehen konnten. Dann hat die mit der Nadel einfach genau in der Mitte des Ohrläppchen angesetzt und die Nadel durchgestochen. Die blieb dann eine Weile drin, wurde, nachdem das andere Ohr auch fertig war, wieder rausgezogen und der Ohrring kam rein. Sah bei Daniela etwas komisch aus, da sie in ein Ohr eine Creole bekam, ins andere einen großen Stecker mit Pferdemotiv.
>Tja, ich hab das letzte Loch gestochen, eben das, in das der Gaul reinkam. Ich hab es genauso gemacht wie die anderen. Ich hätte nicht gedacht, daß ein Ohrläppchen, das doch ganz weich ist, so zäh sein kann. Ich musste drücken wie blöde, bis das Teil irgendwann zur Hälfte hinten rausguckte. Während ich da gedrückt hab wie ein Stier hab ich gedacht, daß das doch voll wehtun muß. Aber so schlimm war es wohl nicht, Dani hat's mit einem leisen "Au!" weggesteckt. Auch das Rausziehen ging schwer. Umd als ich ihr dann den stecher durchgepöpelt habe, da hat sie ganz schön das Gesicht verzogen. Aber dann hatte sie auch Ohrringe und hat zum Klub gehört.
>Tja, das war alles. Habt ihr sowas auch schon mal gemacht? Oder findet ihr sowas blöde?
>Würd mich freuen, wenn mir jemand zurückschreibt.
>Steffi.
Hallo Steffi,
natürlich gehört so etwas hierher und die Story ist auch interessant. Aber unter solchen Bedingungen ist das sicherlich nicht nachahmenswert! Einmal wegen der Hygiene (Habt ihr die Nadeln wenigstens notdürftig desinfiziert? Ein Ohrringtausch ist beim Erstpiercing ebenfalls fragwürdig!). Und wie sauber stechen unerfahrene Laien beim Licht einer Taschenlampe? Die Frage was man als Erstschmck reinsteckt, ist dabei eher nebensächlich. Sollte halt nicht zu schwer sein und nickelfrei. Also nicht gerade Riesen-Creolen! Ich schreibe das auch, weil das gerade eine Frage im Forum war.
Ich hoffe, dass euch bei dieser Stechaktion nicht allzuviel misslungen ist. Ich habe übrigens auch selbstgemachte Ohrlöcher; die sind aber nicht unter derart abenteuerlichen Bedingungen entstanden.
Grüße
micha
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