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Re: Bitte Vorsicht bei Juwelieren etc...
geschrieben von Alexander am 10.04.2002 um 15:49:20 - als Antwort auf:
Re: Bitte Vorsicht bei Juwelieren etc... von Mr. D
>Da du ja von medizinisch reinen Piercingstudios sprichst: Es gibt in den USA und in Europa sehr viele dokumentierte Fälle von Infektionen in Krankenhäusern.
Natürlich gibt's das. Aber was ist wohl die Ursache dafür? Es wurden Fehler in Sachen Hygiene gemacht. Ist ja auch irgendwie normal, daß da, wo Menschen arbeiten, Fehler gemacht werden. Aber dennoch sollte es doch wohl das Ziel sein, irgendwelche Ansteckungsmöglichkeiten zu minimieren, oder siehst Du das anders?
Zu Deinen Hepatitis-Anmerkungen möchte ich noch ein paar Infos ergänzen:
Grundsätzlich ist eine Schutzimpfung gegen verschiedene Typen der Hepatitis zwar möglich, in der Praxis ist diese jedoch nicht so weit verbreitet. Vorgeschrieben ist sie meines Wissens z.B. für medizinisches Personal, MitarbeiterInnen von Kindergärten, etc.
Diese Prophylaxe ist allerdings nur für die Typen A und B möglich.
ANMERKUNGEN ZUM TYP B (Quelle: http://www.rki.de/INFEKT/INF_A-Z/MBL/HBV.HTM):
"Unklar ist, welche Rolle beispielsweise Tätowierungen, Piercing oder Ohrlochstechen, die in der Regel von nichtmedizinischem Personal durchgeführt werden, bei der HBV-Übertragung zukommt. Bei nicht sachgemäßem Vorgehen besonders unter unhygienischen Verhältnissen stellen sie einen potenziellen Übertragungsweg dar."
Und da sind Piercingstudios, die die von mir schon mehrfach geposteten Hygienestandards einhalten und mit Einwegnadeln arbeiten, dem Juwelier, bei dem das Einhalten solcher Hygienestandards schon aufgrund des Geräts (der "Ohrlochpistole") nicht möglich ist, überlegen.
"Die einfachste Methode, um HBV zu inaktivieren, ist Erhitzen auf >80°, mindestens für 10 Min. Deshalb sind zur Sterilisation von Instrumenten möglichst thermische Verfahren anzuwenden, s. auch neue Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene."
Und das geht, wie bereits mehrfäch erwähnt, bei "Ohrlochpistolen" nicht.
ANMERKUNGEN ZUM TYP C (Quelle: http://www.rki.de/INFEKT/INFEKT.HTM?/INFEKT/INF_A-Z/MBL/HCV.HTM&1):
Daß Hepatitis C sich nur entwickelt, wenn Hepatitis B nicht behandelt wird, stimmt leider nicht.
Zitat: "Der Mensch ist für HCV der einzige natürliche Wirt. HCV ist im Blut enthalten, aber auch in anderen Körperflüssigkeiten (Speichel, Schweiß, Tränen, Sperma und Muttermilch) mit hochempfindlichen Nukleinsäureamplifikationstechniken (z. B. der Polymerasekettenreaktion, PCR) nachweisbar. Gesichert ist die HCV-Übertragung auf parenteralem Wege durch das Eindringen von kontaminiertem Blut einer infizierten Person in die Blutbahn oder das Gewebe des Empfängers." - Womit wir wieder beim Thema Ohrlochpistole wären - ich erinnere an das von mir schon erwähnte "Versprühen" von Blut und Gewebsflüssigkeit.
Auf der gleichen Website findet man übrigens einen weiteren interessanten Passus:
"Unklar ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt, welche Rolle beispielsweise Eingriffe wie Tätowierungen, Piercing oder Ohrlochstechen, die auch von medizinisch nicht geschultem Personal durchgeführt werden, bei der HCV-Übertragung spielen. Die Auswahl des Durchführenden sollte daher auch Überlegungen zur zu erwartenden Verlässlichkeit der Einhaltung der erforderlichen Hygienemaßnahmen einschließen."
Siehe oben.
Weiter unten findet man auch noch Infos, wie man den Errerger töten kann:
"Die sicherste Methode, HCV zu inaktivieren, ist Erhitzen (Autoklavieren). Deshalb sind zur Desinfektion von Instrumenten möglichst thermische Verfahren anzuwenden."
Siehe oben.
Alexander, der hofft, hiermit zur Versachlichung der Diskussion beigetragen zu haben
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