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Re: Zukleben!
geschrieben von Ulli am 14.03.2000 um 21:49:47 - als Antwort auf:
Zukleben! von Christine
>Lieber Ulli,
>wenn¹s "seriös" sein soll, trage ich in meinen Ohrläppchen einfache ca. 5mm-Silberstifte (Plugs), die meine Ohrlöcher vollständig "füllen" und fest im Ohrläppchen sitzen. Die wirken wie normale Ohrstecker. Ich habe mir einige Paare mit unterschiedlichen Dekors auf der glatten Vorderseite oder einer Goldkugel bzw. Perle anfertigen lassen, die sehr dezent wirken. Für das Dehnen hatte ich früher vorübergehend sogar simple Plugs aus Holz eingesetzt, die wegen der hautfarbenähnlichen Holzfarbe erst auf den zweiten Blick erkennbar waren, und vorne nur ein Dekor aus einigen dunklen Punkten hatten.
>Für einen Mann ist sowas natürlich nicht unbedingt die ideale Lösung. Wirken doch Ohrstecker in beiden Ohren immer noch eher "weiblich". Ein wenig "männlicher" wirkt's, wenn in einem Ohr ein Ring und im anderen ein möglichst dezenter Stecker steckt.
>Wenn ich meine Plugs mehrere Tage lang getragen habe, bleiben nach dem Abnehmen natürlich große, kreisrunde Löcher zurück, die auch durch Massage nicht so schnell schrumpfen. Offen getragene ungeschmückte große Ohrlöcher sind für Normalbürger und besonders im Berufsleben nicht gerade attraktiv und wirken je nach sonstigem Outfit eher freaky und shocking oder zumindest unpassend.
>Einzige Lösung: die Ohrlöcher zukleben.
>Diese Methode verwende ich, wenn ich statt meiner normalen Ohrringe mit entspr. dickem Durchsteckstift (Sonderanfertigungen!) ausnahmsweise mal wieder z.B. meine alten, leichten Creolenringe mit dünnem Durchsteckdrähtchen tragen möchte. Die baumelnden Ringe in meinen großen Ohrlöchern würden nicht gut aussehen, besonders wenn das Licht durchscheint.
>Ein geeigneter Klebstoff ist Gummi Arabicum-Kleber (Mastix). Gibt's im Farben-Fachhandel (zum Selbstanrühren. Meist nur noch in Spezialläden für Künstlerfarben-Farbpigmente erhältlich) oder fertig in Pinselfläschchen im Kosmetikregal. Normalerweise wird Mastix zum Aufkleben von Glimmer und Deko-Glitzer-Schmucksteinen oder -Punkten verwendet, ist sehr hautfreundlich und läßt sich mit Abschminklotionen, Öl (z.B. Hautöl, Orangenöl, Olivenöl) oder Seifenwasser wieder leicht entfernen.
>Vor dem Aufbringen des Klebers sollte für dauerhaftere Klebewirkung die Haut entfettet werden, z.B. mit Geschirrspülmittel. Aceton (z.B. Nagellackentferner) oder Benzin ist wenig hautfreundlich und führt zu starken Hautrötungen. Da Mastix dauerhaft klebrig bleibt, nur im Inneren des Ohrlochs auftragen. Andernfalls werden Kleberreste schnell schmutzig. Der Kleber selbst ist farblos.
>Bei mir hält eine Verklebung mit Mastix ca. 1 Tag lang, selbst wenn ich zusätzlich im unteren Teil des zugeklebten Schlitzchens meine Baumel-Ohrringe mit dünnem Bügel durchgesteckt trage. Die Klebewirkung läßt natürlich im Laufe des Tages nach, auch wenn sich die Ohrläppchen ständig klebrig anfühlen. Gelegentliches Zusammendrücken des Ohrläppchens ist jedoch erforderlich, wenn sich die Klebung gelöst hat. Das zusammengeklebte Ohrloch wirkt wie eine Hautfalte oder Schlitz, wie es ja auch bei vielen ²normalen² Ohrring-Trägerinnen häufig zu sehen ist, und kann zusätzlich noch mit etwas Abdeckschminke (flüssig oder Creme, nicht Puder) kaschiert werden. Völlig unsichtbar kann das Ohrloch natürlich nicht gemacht werden. Es wird hauptsächlich das Durchscheinen des Lichts verhindert.
>Dauerhaftere Verklebungen z.B. mit Superkleber (sehr hautschädlich, reizt die Haut, Verklebung ist kaum mehr bzw. nur mit Verletzung bzw. erst nach dem Abstoßen/Regeneration der Haut zu lösen!) oder gar Haut-Fibrinkleber (verschreibungspflichtig, wird normalerweise nur im Rahmen von Operationen zur Beschleunigung des Zusammenwachsens von Verletzungen benutzt) sind nicht ratsam.
>Aber auch die ständige Mastix-Anwendung ist keine Dauerlösung: Jede Art von Körperschmuck ist meist eine Anschaffung für¹s Leben.
>Auch wenn Piercings auch extremerer Art heute zum Glück zumindest im Freizeit-Bereich "gesellschaftlich akzeptiert" und fast schon zum selbstverständlichen Modeaccessoire geworden sind: Selbst vergleichsweise harmlose Körpermodifikationen oder Tattoos im sichtbaren Bereich sind nach wie vor für viele "seriöse" Berufe besonders mit Parteiverkehr unpassend und von den meisten Arbeitgebern unerwünscht. Das Vergnügen geweiteter Ohrläppchen muß man(n) sich u.U. mit Einschränkungen im Berufsleben und sozialen Umfeld "erkaufen". Andernfalls bleibt nur der Gang zum Schönheitschirurgen. Frauen haben¹s wenigstens in diesem Punkt etwas einfacher!
Hallo Christine, zunächst möchte ich mich für deine ausführungen bedanken. Ich habe da aber noch eine bitte. Wie lange hast du gebraucht bis deine Löcher 5-mm gedehnt waren, und wie hast du sie gedehnt?
Gruß Ulli
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