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Re: ist nicht ganz so schlimm

geschrieben von Ludger am 03.08.2002 um 16:54:19 - als Antwort auf:  ist nicht ganz so schlimm von Alwin
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Hallo Alwin,

eigentlich wollte ich mit meinem Posting nur auf zwei Beobachtungen aufmerksam machen – und bin nun doch etwas (positiv) überrascht, zu welcher intensiven Diskussion dieser kleine Beitrag Anlaß gegeben hat.
Allerdings denke ich, daß ein Aspekt dessen, was ich mit meinem Beitrag sagen wollte, noch gar nicht wahrgenommen worden scheint, weshalb ich mich nochmal dazu melden wollte.
Es ist sicherlich so, daß die künstlerische Szene im Hervorbringen neuer Trends – und dazu gehört(e) auch das Piercing – in der Regel die Vorreiterrolle spielt. Diese Leute sind dann auch die, die erst mal das Kopfschütteln und das Unverständnis der „konservativen Szene“ aushalten und überwinden müssen. Als nächstes steigt dann die Modebranche auf den neuen Trend auf und etabliert damit Schritt für Schritt diese neuen Ausdrucksformen im Alltag. Dies führt schließlich so weit, daß die Konservativen nicht nur sich damit abfinden, sondern dies mitunter schließlich in ihren eigenen Alltag auf- und übernehmen.

“Missio“ kann nun gewiß nicht unter den Alternativen, sondern gerade bei den, die man üblicherweise die „Konservativen“ nennt, die größte Unterstützung erwarten. Es wirbt aber mit einem Bild in seiner Anzeige, das eine Frau mit gleich vier Ohrringen zeigt. Für mich belegt das, daß die Akzeptanz von Mehrfachohrringen in den „spießig-konservativ“ vermuteten Kreisen vielleicht doch schon viel verbreiteter ist, diese vielleicht dort sogar gar nicht mal mehr so ungern gesehen werden.

Klar, das heißt noch lange nicht, daß man bei Bewerbungen um einen „konservativen“ Beruf mit einer Menge Metall im Gesicht gute Chance haben wird. Nur ist es sicher nicht mehr so, daß Mehrfachohrstecker bei Frauen und ein Ohrring bei Männern bereits ein Minuszeichen bei der Beurteilung bedingen.
Nur muß man sich über folgendes schon im klaren sein: Es ist doch so, daß die Person, die „schriller“ als andere herumläuft, per se die Aufmerksamkeit eher auf sich zieht. Ganz gleich, ob man nun wegen besonderer Kleidung, Frisur/Haarfarbe oder Schmuck auffällt. Wenn zugleich aber im eigentlichen Tätigkeitsgebiet/Beruf eher unterdurchschnittliche Leistung erbracht wird, fällt das natürlich dann auch um so mehr auf.

Soweit ich das aus eigener Erfahrung sagen kann – und ich (zugegebenermaßen ziemlich konservativ eingestellt) bin gelegentlich bei Bewerbungsgesprächen dabei (und kann auch entscheiden) – ein Ohrring bei Männern und auch teilweise recht ausgefallener Ohrschmuck bei Frauen hat noch nie dabei eine negative Entscheidung bewirkt. Auch nicht bei den Kollegen, die mit mir die Entscheidungen getroffen haben. Dabei muß ich zugeben, daß wirklich schrille Fälle auch noch nicht vorgekommen sind.

Besten Gruß Ludger

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