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Re: Feeling beim Ohrlochstechen
geschrieben von violett am 31.03.2000 um 22:39:52 - als Antwort auf:
Re: Feeling beim Ohrlochstechen von Julia
>Hallo Violett,
>Ich habe bisher zwei bzw. drei Ohrlöcher. Das dritte ist auch zugewachsen, wie Du schon sagtest. Allerdings kann man noch erkennen, dass da mal eins war. Das sieht fast so aus, wie auf der Hompage Startseite. Ich habe mir die Ohren vor ca. einem Ohr durchstechen lassen. Das Feeling fand ich auch sehr reizvoll. Aber nicht nur das eigentliche stechen, sondern auch das drum herum. Das aussuchen der Stecker, das anlegen der 'Pistole'. Ganz komisch fand ich das Gefühl direkt nach dem stechen, so komisch halt. Hattet Ihr das auch?
>Ich trage zur Zeit je eine weiße Perle im Ohr. Das gefällt mir gut. Hin und wieder mag ich aber auch nur das 'leere' Loch.
>Ich würde mir schon gern nochmal die Ohren durchstechen lasse - es ist ein irres Feeling - nur gefallen mir im Moment Mehrfachohrlöcher nicht so gut. Mal schaun, ob ich doch noch irgendwann machen lasse. Selber möchte ich es nicht machen. Mir gefällt dieses Flair drum herum ganz gut...
>Tschau julia
>P.S.: Du hast einen interessanten Namen, wo kommt der her?
Hi,
bei mir hat es eigentlich so angefangen, daß ich mit 11 oder 12 neugierig einige Mädels aus meiner Schulklasse mit neu gestochenen Ohrlöchern gefragt habe, wie das eigentlich geht. Und alle sagten (natürlich :-), daß es nicht weh tun würde und mit einer Art Pistole gemacht werde.
Ein paar Jahre später wollte ich dann wissen, ob es weh tut oder nicht und probierte, mir eine Stecknadel durch das Ohrläppchen zu stechen. Vorher habe ich die Nadel natürlich mit Bacillol desinfiziert. Beim eigentlichen Durchstechen verspürt man wirklich kaum einen Schmerz. Das Gefühl ist wirklich schwer zu beschreiben. Mein größter Fehler dann war aber, mit der Stecknadel die Ausheilung zu probieren. Das Metall ist wohl nicht gut genug und das Ohrläppchen entzündete sich kurz darauf.
Nach einem Tag habe ich die Stecknadel dann wieder herausnehmen müssen und das Ohrloch ist anstandslos wieder zugewachsen.
Danach habe ich erst einmal Pause gemacht und schließlich versucht, mit Medizinis das Loch zu stechen. Das erfordert relativ viel Überwindung, da die med. Ohrstecker nicht so scharf sind, wie Nadeln und man daher stark drücken muß. Dabei erlebte ich auch das hier schon viel zitierte "Plopp-Gefühl" beim Durchdringen der hinteren Hautschicht. Aber ich empfand dieses Gefühl nur als Bestätigung, daß der Stecker nun durch ist.
Viel besser finde ich das Gefühl, daß der Stecker nun quer durch das Ohrläppchen geht und man prima damit spielen kann. Allerdings wird das Ohrläppchen durch den langsamen Stech-Prozess sehr stark gequält, so daß die erste Nacht mit dem selbst gestochenen Loch auf dem anderen Ohr verbracht wurde.
Irgendwie habe ich dann aber doch wieder Bedenken bekommen, ein permanentes Ohrloch zu haben, und den Stecker am nächsten Tag wieder entfernt. Am größten waren damals die Bedenken, als Mann ein (zeitlebens sichtbares) Ohrloch zu haben - ich glaube, dieser Gedanke ist die größte Schwierigkeit auf dem Weg zum Ohrloch.
Einige Male noch habe ich mit selbst gestochenen Ohrlöchern "experimentiert", doch irgendwie habe ich die Stecker jedesmal, wenn ich meinte, das Ohrloch heile nun aus, wieder entfernt.
Mit 16 Jahren dann hat es mich dann gepackt: Mit dem Wissen, daß beim Juwelier die Ohrlöcher in Zehntelsekunden gestochen werden, bin ich in den Laden rein und habe meinen Wunsch nach einem Ohrloch geäußert. Ich suchte mir einen med. Ohrstecker aus und nahm Platz. Der Meister fragte noch, ob links oder rechts, und desinfizierte mein linkes Ohrläppchen mit einem Alkoholtupfer. Danach malte er einen Punkt auf mein Ohr und fragte, ob es so OK sei. Er spannte den Stecker in die Pistole ein und setze sie an.
In diesem Augenblick wußte ich, daß es nun ernst würde, doch ich war nicht aufgeregt. Es machte kurz "Plingggg" - einen Schmerz empfand ich aber nicht. Ohne in den Spiegel zu schauen, wußte ich, daß nun ein Stecker in meinem Ohr saß. Es drückte ganz leicht am Ohrläppchen - als ob man leicht gekniffen würde. Doch es war schön, mit dem Stecker im Ohr zu spielen.
Diesen Stecker ließ ich nun 4 Wochen im Ohr und so ist mein erstes fertiges Ohrloch entstanden. Ein paar Jahre später entstand der Wunsch nach einem weiteren Ohrloch. Wiederum probierte ich einige Mal mit Kanülen (0,5mm-Kanülen merkt man übrigens fast gar nicht beim Durchstechen) und med. Steckern, bis ich schließlich einen Stecker mal drin ließ und so mein 2. Ohrloch ausheilen ließ.
Die Reaktionen der Öffentlichkeit sind übrigens bei weitem geringer, als man denkt. Im Freundeskreis ist es bei den Jungs sogar eher Neid. Bei Kommilitonen und Kollegen wird es kaum bewertet.
Ein paar Mal noch habe ich mir aus Jux und Dollerei ein 3. Ohrloch gestochen, daß jedoch immer wieder zugewachsen ist, weil ich den Stichkanal im "Durchdrück-Verfahren" nicht so schön parallel hinbekommen habe. Außerdem ist das Ohr nach so einer 5-Minuten Durchdrück-Aktion immer ziemlich rot. Die besten Erfahrungen habe ich mit der Pistole gemacht: Kaum etwas gemerkt und nur eine ganz leichte Rötung knapp um die Stichstelle.
Daher kommt mein Wunsch, mit einer eigenen Pistole noch ein 3. Loch permanent werden zu lassen ohne mit einem hochroten Ohr durch die Gegend rennen zu müssen. Vielleicht wird es auch noch ein 4. oder so.
Dies war nun "meine" Geschichte - wie sieht es bei Euch aus? Ich würde aber nicht sagen, daß ich ein "Ohrlochprofi" sei - ich denke, es gibt eine Menge Leute, die wesentlich mehr Erfahrung haben und sich hemmungsloser Ohrlöcher stechen (lassen).
Gruß,
violett
P.S. "violett" ist ein Pseudonym - im Chat stand diese Farbe zur Auswahl :-)
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