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Re: Gersten im Mannheimer Hbf
geschrieben von Stimme aus dem Jenseits am 07.06.2003 um 02:24:21 - als Antwort auf:
Gersten im Mannheimer Hbf von Heidi
>Habt Ihr schon mal ähnliches erlebt ?
Ich war eines Tages in der Stadt unterwegs. Das klingt nicht nach etwas Besonderem, für mich ist es das jedoch. Ich wohne auf dem Dorf und komme nicht allzu oft in die Stadt.
An diesem speziellen Tag hatte mich meine Schwester - die sehr viel Zeit dort verbringt, an jenem einen Tag aber keine hatte - darum gebeten Ihre am Vortag zur Reparatur abgegebene Kette bei einem bestimmten Juwelier abzuholen.
Und während ich mit meinem Personalausweis und dem Ermächtigungsschreiben meiner Schwester in dem Laden wartete konnte ich den Grund für genau diese langweilige Tätigkeit beobachten: Ein Vorgang, die mich weitaus weniger langweilte. Die Verkäuferin stach einer Dame, sie muß um die Fünfzig gewesen sein, ihre ersten Ohrlöcher. Die Ohrläppchen wurden mit einem Alkoholtupfer abgerieben, dann die Einstichstellen mit einer Art Filzstift markiert. Die Frau bestätigte beide Punkte; die Stecker hatte sie bereits vor meiner Ankunft ausgesucht. Die junge Blondine, welche die Operation ausführte, griff nach der Studex-Pistole, die auf einem blauen Tablett bereit lag, spannte den Stecker ein und setzte das Gerät an. Ohne Vorwarnung betätigte sie den Abzug und ein scharfes Klicken erfüllte den völlig stillen Laden. Die Dame, die ja nicht mehr die allerjüngste wahr, hatte offenbar mit Schmerzen gerechnet, aber die blieben augenscheinlich aus, weshalb wohl angenehme Überraschung das vorherrschende Gefühl gewesen sein dürfte. Sie zeigte keinerlei sichtbare Reaktion, als der Stift aus chirurgischem Stahl ihr jahrzehntelang unberührt gebliebenes Ohläppchen durchstieß.
Das andere Ohr ging ebenso schnell und wieder ohne ein Wimpernzucken vonstatten.
Nun besah sich die Frau Ihre geschmückten Ohren im Spiegel und lächelte zufrieden. Es schloß sich ein Verkaufsgespräch über Ohrschmuck an und schließlich verließ die Kundin, mit zwei frischen Löchern und einem Paar Perlenohrhängern, das Geschäft.
Noch irgendwie betäubt von diesem unerwarteten Erlebnis, das ich bisher nur von meiner Schwester kannte, bei deren Löcherungen ich meist dabei war, reagierte ich erst beim zweiten Ansprechen auf die junge Verkäuferin, die inzwischen die Utensilien weggeräumt hatte und bereit war, sich mir zuzuwenden.
Nein, liebe Fans und Feinde, dies ist kein Fake, nur die Begleitumstände, welche mich in den Laden geführt haben sind, aus persönlichen Gründen, etwas verdreht. Aber alles andere ist wahr!
Der, der mal Hackeranwärter 472 war.
Homepage eines meiner Nachfahren
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