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Ohrlöcher ohne sichtbare Ohrringe ausheilen lassen
geschrieben von Alex am 01.12.2003 um 21:01:21
Wer dauerhaft Ohrlöcher möchte, sie aber in der Heilungsphase nicht dauernd tragen kann (aus beruflichen Gründen etwa), der kann etwas in die Trickkiste greifen.
Beim nächsten Klamottenkauf auf die Etiketten achten. Die sind in der Regel mit einem transparenten Plastik-"Draht" am Stoff befestigt. Eine Seite ist T-förmig und sehr dünn, die andere, wo das Etikett hängt, hat einen flachen großen Kopf. Von dem Kopf weg ist bei einem Typ dieser Etikettenhalter der "Draht" ein Stück weit etwas dicker, bis er dann auf einen dünneren Durchmesser zurückgeht.
Dieser dickere Durchmesser entspricht ungefähr der Dicke und Länge eines med. Ohrsteckers.
Man schneidet das T-Stück ab, aber noch gut 1 cm vor dem dickeren Stück, und den Kopf auf Stecknadelgröße zurecht, oder auch noch kleiner, aber so, daß ein Widerhaken bleibt.
Diesen Ersatz-Ohrstecker legt man einige Stunden in ein Bad mit hartem Desinfektionsmittel (z.B. Cutasept) ein. Bitte die Investition unbedingt in der Apotheke machen. Das gilt auch für Nadeln, wenn man selber sticht. Kochendes Wasser oder ein hochprozentiger Schnaps reicht nicht!!
Ohrloch stechen (lassen). Ohrstecker oder Nadel über Nacht oder länger im Ohr lassen. Nadel sollte so dick sein, wie die dicke Stelle in dem Plastikdraht. Drehen oder hin- und herschieben (immer nachdesinfizieren!). Ohrstecker oder Nadel müssen sich leicht bewegen lassen.
Anschließend wird es ein bißchen komplizierter. Ohrstecker oder Nadel entfernen, Ohrläppchen und Hände (!) gut desinfizieren. Nicht sparen!
Einwirken lassen!
Den Plastik-Ersatzohrstecker aus seinem Desinfektionsbad nehmen und von hinten mit der dünnen Seite durch das Ohrloch bis zum Anschlag ziehen. Ein paar Stunden so ruhen lassen (wg. evtl. Schwellungen).
Dann mit Schere (desinfizieren!) den Plastikdraht auf Hautebene abschneiden, so daß kaum noch etwas aus dem Ohrläppchen herausragt. Vorsicht, nicht ins eigene Fleisch schneiden!
Wenn sich alles beruhigt hat, ist von dem Ohrstecker nur ein winziger Punkt zu sehen, der sich sich durch seine Transparenz der Hautfarbe ein wenig anpasst. Von hinten ist natürlich etwas zu sehen, aber schwer zu identifizieren. Könnte auch ein Hautfussel sein.
Vorderseite regelmäßig desinfizieren. Drei Wochen ist Mindesttragezeit, auch wenn nach zwei Wochen keine Entzündung mehr zu spüren ist. Möglichst wenig daran herumspielen, da im Gegensatz zu med. Ohrsteckern die Vorderseite nicht geschützt ist und Keime in die Wunde kommen können. Von hinten aber reglmäßig gegendrücken, damit der Stecker drinnen bleibt.
Es gibt auch Etikettenhalter, die kein dickes Stück haben. Die nutzen nichts. Es hat schon seinen Sinn, warum mit 1,3mm Erstlingsohrsteckern begonnen wird. Ohrlöcher ziehen sich mit der Zeit zusammen und reißen dann ein, wenn man mit den Stiften oder Bügeln kommt, die die gleiche Dicke wie das Ohrloch haben. Auch einen 1,3mm Ohrstecker kriegt man später nur noch schwer ins Ohr und erzeugt meist Verletzungen. Wer sein Ohrloch mit kleineren Steckern anlegt, dem passen später nicht mal mehr die normalen Stecker.
Der Vorteil an der hier beschriebenen Methode ist auch, daß man sein "Outing" mit dezenten Ohrringen beginnen kann und nicht mit den klobigen med. Steckern herumlaufen muss. Aber es bleibt natürlich eine laienhafte OP, deren Risiken jeder selbst verantworten muss.
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