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Re: Punch Fragen.

geschrieben von Nadine am 15.01.2004 um 16:35:18 - als Antwort auf: Punch Fragen. von wlfgang
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Punchen? Ja oder nein?

Die Ohren bieten sich zum Piercen geradezu an. Sie sind leicht erreichbar und der Schmuck lässt sich einfach platzieren.

Das hat leider dazu geführt, dass Ohrknorpel"piercings" oft mit einer Ohrlochpistole geschossen werden. Abgesehen von der absolut mangelhaften Hygiene (Ohrlochpistolen können nicht ausreichend gereinigt werden, der Eingriff wird mal eben an der Theke oder dem Stand gemacht) hat diese "Methode" einen weiteren entscheidenden Nachteil: Es wird ein stumpfer Gegenstand mit hoher Geschwindigkeit durch den Knorpel gejagt. Der Knorpel wird dabei zerfetzt, genau wie die Haut darumherum. Diese Gewebefetzen bleiben da, wo sie sind und bilden einen wunderbaren Nährboden für Keime. Geschossene Ohrknorpel machen meist schon während der Abheilung massive Probleme und werden nie ganz problemfrei.

 

Auch ein gestochenes Ohrknorpelpiercing braucht meist sehr lange, um abzuheilen und ist während der ganzen Abheilphase sehr empfindlich.

Das liegt daran, dass die Nadel den Knorpel nur zerschneidet und auseinanderdrückt. Der Schmuck liegt direkt am Knorpel an, und damit sich überhaupt ein Hautschlauch bilden kann, muss erst der "überschüssige" Knorpel abgebaut (=> weggeeitert) werden.

 

Eine gute Alternative ist das "Punchen".

Dabei wird mit einer Dermal Punch ein Stück Knorpel weggestanzt und der Schmuck in das entstandene Loch eingehängt. Das Piercing ist praktisch vom ersten Tag an problemlos und meist nach kurzer Zeit verheilt, da die Zeit des Knorpel-"wegeiterns" entfällt. Man richtet mit dieser Methode keinen größeren Schaden an, als beim Stechen; im Gegenteil, man erspart dem Körper einen wochenlangen Entzündungsherd.

Der Nachteil an dieser Methode ist, dass sie relativ blutig ist. Direkt nach dem Stechen tritt meist eine Blutung wie nach einem tiefen Schnitt in den Finger ein, die für ca. 15 Minuten anhält und bei Alkohol oder blutverdünnenden Medikamenten im Blut auch schon mal 2 Stunde dauern kann. In den Tagen danach können bei starker körperlicher Anstrengung oder beim Kopf-nach-unten-hängen Nachblutungen auftreten, die aber schnell wieder aufhören. Das klingt jetzt erschreckend, aber der Blutverlust insgesamt ist nicht größer als bei ein oder zwei Blutabnahmen durch den Arzt.

 

Wie bei allen Piercings ist auch beim Ohrknorpelpiercing Sauberkeit während der Abheilphase das Wichtigste.

Das heißt im Kopfbereich auch, das frische Piercing vor Kosmetika (Creme, Make-up, Haarspray, -gel, Haarsspülungen, etc.) zu schützen.

Ein gepunchtes Piercing darf so lange nicht bewegt werden, bis die Blutkruste von alleine abgefallen ist.
(von www.magicmetal.de)




>Hallo allerseits,
>hier mal ein paar Fragen an die Punchprofsi.
>Vor so 4 Jahren hab ich mir in einem (dem namhaftesten) Studio hier in muc ein Tragus-Piercing zugelegt, das aber nach 3 Jahren Hege + Pflege (Wechseln des serienmässigen Stahlbananas gegen PTFE usw.) immer noch geblutet/ gesifft was weiß ich alles hat...
>
>Also hab ich mich schweren Herzens vor knapp einem Jahr davon getrennt.
>Den Käse mit normal sechen würde ich mir hier mal gerne ersparen-- da heißts wohl oder übel punchen.
>Nur-- sind da 2 mm Punchgröße nicht allerärgst übertrieben für einen normalen Tragus? Gibts da auch was kleineres??
>Und-- wie lange zickt denn da so ein Piercing dann erfahrungsgemäß wirklich herum, es heißt da immer nur " wesentlich schneller / kürzer"?
>Würde mich mal interessieren
>Gruss
>Wolfgang

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