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Re: Warum ist es für manche Männer eigentlich ein Lebenstraum Ohrlöcher zu haben
geschrieben von Nadine am 21.02.2004 um 10:43:30 - als Antwort auf:
Re: Warum ist es für manche Männer eigentlich ein Lebenstraum Ohrlöcher zu haben von Joachim
@ Joachim
Hallo Joachim,
du bekommst noch eine ausführliche E-mail, sobald ich mehr Zeit habe.
Ich wollte nur noch was anhängen: Ich habe nicht geschrieben, dass es keine Rahmenbedingen für's Zusammenleben braucht (Gesetze, die Leute daran hindern, anderen schweres Leid zuzufügen). Darum ging's auch nicht. Viel mehr habe ich die eingeschränkte Weitsicht einiger sich im Bereich der Kollektivnorm bewegenden Menschen kritisiert. Ich möchte auch nicht über den Kannibalen von Rothenburg urteilen. Das liegt nicht in meiner Macht. Und was, wenn es sich der Verspeiste wirklich so gewünscht hat... es wirklich so wollte? Nicht, dass ich das gut heisse oder gar befürworte, aber Kannibalismus ist auch tief in der Geschichte der Menschheit verankert und ohnehin ein Fall für sich (auf Papua Neu Guinea leben noch heute Kannibalen - dort gehört es zu deren Kultur).
Was ich letzlich gemeint habe, auch wenn's nicht so rübergekommen ist, ist, dass jede/r mit sich selbst machen kann, was er oder sie möchte. Ungeachtet dessen, was von einem Individuum eigentlich erwartet wird. Sonst könnte man ja gleich allen Nachwuchs im Reagenzglas züchten, damit alle gleich werden und gleich denken.
Im Islam übrigens, Joachim, gehören die Frauen deren Männern. Sind auf eine Art Eigentum. Sie haben die Kinder der Männer aufzuziehen und für die Familie da zu sein. Sind weniger wert. Aber ohne Frauen geht's dann doch wieder nicht. Im Islam wird der Besitz einer Frau dadurch markiert, dass sie sich zu verschleiern hat. Im anderen Religionen/Kulturen kann dies durch Schmücken einer Frau geschehen sein. Die Massai sind doch unverkennbar durch deren geschmückte Erscheinung, oder seh ich da was falsch. Warum heissen denn Creolen, denn so? Weil sie aus deren Kulturkreis kommen... (Ich kratze nur an, kann nicht zu ausführlich werden jetzt, keine Zeit)
Soviel einmal zu Joachims Beitrag, den ich übrigens sehr geschätzt habe.
@Micha (und auch Joachim)
Du hast wohl verstanden, dass ich die "kath." Glaubensrichtung nur als Beispiel genommen habe, da diese in Europa und anderen weiten Teilen der Welt sehr verbreitet ist. Ebenso wenig habe ich für den Islam übrig, wobei ich darüber gar nicht urteilen wollte, da zwar Moslems in Europa leben, uns deren Gesetze und Regeln aber nicht direkt betreffen. Ich glaube eben grundsätzlich nicht.
Ich kann dich erneut nur unterstützen, dass das Thema Kollektivnorm absolut hier ins Forum gehört. Nicht zu oft fragen da Männer wie auch Frauen, ob sie sich denn Ohrlöcher stechen lassen sollen, ob es überhaupt noch in sei. Das zeigt, wie abhängig Menschen von der Meinung anderer sind. Was wäre, wenn einfach alle die gleiche Antwort gäben? Dann wäre dieses Forum völlig überflüssig.
Ich denke, was du respektierst, sind nicht Kollektivnormen, sondern vielmehr die notwendigen und auch einem gesunden Menschenverstand (Toleranz, Respekt) entsprchenden Verhaltensregeln. Kollektivnormen betrifft viel mehr das Gefühl, das Empfinden der meisten Zeitgenossen. Wachsen Kinder in einem freieren Umfeld auf, haben sie (meistens) automatisch auch weniger Kollektivansichten. Sie urteilen nicht so eng eingeschränkt über Dinge, die andere tun.
Also, gesellschaftliche Rahmenbedingungen ist nicht gleich Kollektivnorm.
Du hast ein tolerantes Umfeld, also kannst du dir auch diese Art wie du lebst eher erlauben (und entsprichst damit nicht der Einstellung der Kollektivnorm-Gesellschaft), Moslems hingegen werden von klein auf mit grösster Ehrfurcht und Einschränkungen erzogen und sind in der Regel als Erwachsene verkorkste Menschen, die keine anderen Erscheinungen, als wie sie es selbst sind, respekt entgegenbringen können. Wie auch? Aber auch da gibt's Ausnahmen! Es hängt eben auch mit der individuellen Intelligenz zusammen. Wer lernfähig ist und vorallem selbst denkt, kann solch einschränkenden Mauern durchbrechen, egal aus welchem Kulturkreis und Glaubens- oder Nichtglaubensrichtung.
@alle
ich bezeichne mich im übrigen nicht als Atheistin. Das ist für mich schon wieder zu theologisch. Ich glaube einfach nicht! Sondern will ich Wissen erlangen, und dieses, so gut es geht, da einsetzen, wo es gebraucht wird. Ich habe mich im übrigen nie sehr stark mit Religionen auseinandergesetzt, da ich seit ich denken kann nicht an eine Übermacht glaube. Wir haben alles in unseren eigenen Händen und müssen, wenn etwas verändert werden soll, selbst reagieren. Nicht beten, hoffen oder so, sondern selbst aktiv werden.
Liebe Grüsse
Nadine
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