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Unterwerfung? Nö!

geschrieben von Gefühlsmensch-in am 20.11.2006 um 11:11:00 - als Antwort auf: Re: Fetisch von piercloch
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>Schaut Euch mal eine indische Braut an. Selbst dann, wenn sie "aufgeklärt" ist, studiert oder gar promoviert hat, trägt sie zur Hochzeit und, wenn sie klug ist, auch in der Hochzeitsnacht reichlich Schmuck. Insbesondere immer auch einen Nasenring, der meist über eine Kette mit den Ohrringen verbunden ist. Ich denke, besonders der Nasenring (Sklavenring) ist, neben seiner schmückenden Bedeutung, ein Symbol und Signal der Unterwerfungsbereitschaft. Emanzipation hin, oder her. Letztendlich suchen auch starke Frauen so lange ihren Traumpartner, bis sie den gefunden haben, der sie bezwingt. Sex hat, denke ich, immer auch etwas mit Unterwerfung zu tun, wobei die Rollen auch vertauscht sein können, oder beim "Spiel" hin und her wechseln.

Mal ganz abgesehen davon, dass ich deinen ganzen Ausführungen zu "Unterwerfung" nicht folgen kann, und ich einfach mal annehme, dass du ausgehend von deinen eigenen Vorlieben - die dir unbenommen seien - voreilig verallgemeinerst, hier noch ein Hinweis zur indischen Historie, um den von dir zitierten Schmuck aus einem anderen Blickwinkel zu beleuchten.

Ich weiß leider nicht mehr, auf welchem Sender es genau war - 3sat, infokanal, arte oder so etwas in der Art war es jedenfalls, wo vor einigen Wochen ein sehr interessanter Bericht über Indien kam.
Darin wurde dargelegt, dass die indische Gesellschaft vor etwa 1500 Jahren eine sehr freizügige, offene, gleichberechtigte war im Gegensatz zu dem, wie sie sich heute darstellt.
Insbesondere Mann und Frau waren einander erheblich gleich gestellter. Nachwehen dieser Zeit sehen wir auch heute noch in den starken weiblichen Gottheiten und sicherlich auch im geradezu legendären Kamasutra, das ja auch ganz explizit die Bedürfnisse der Frauen im Blick hat.

Einen Umbruch in der Gesellschaftsordnung gab es, als muslimische Reitervölker eindrangen und die - ich nenne es mal überspitzt "peace and love"-Gesellschaft überrannten.

Insbesondere in der muslimischen Provinz Rajasthan kann man noch einige versteckte, alte hinduistische Tempel und Paläste finden, in denen die Freizügigkeit der Frauen, ihre selbstbewusste Darstellung und die liberale Gesellschaftsordnung in geradezu aufreizenden Reliefs und Statuen eingemeißelt wurde.

In den meisten Heiligtümern dagegen wurden diese "unsittlichen" Darstellungen jedoch fein säuberlich entfernt.
Und aus den freien, selbstbestimmten Töchtern wurden unfreie, versklavte Insassinnen von Harems.
Und aus den Attributen, mit denen eine selbstbewusste Frau sich schmückte, wurden Symbole der Unterdrückung...

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