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Re: Nochmal zurück zur Ausgangsfrage: Warum gerade OHRlöcher?
geschrieben von Boregast am 30.11.2006 um 10:05:00 - als Antwort auf:
Re: Nochmal zurück zur Ausgangsfrage: Warum gerade OHRlöcher? von Piercloch
>Auch das Argument, dass man geclipsten Schmuck schneller verliert als "eingehängten", sticht nicht. Meine Frau hat sicher schon ein halbes Dutzend Ohrstecker und über einfache Haken befestigten Ohrschmuck verloren.
Das kann sein aber das Argument wird dadurch nicht wirklich entkräftet. Ohrclips halten nicht gut, sind für permanenten Schmuck indiskutabel. Mit Ohrringen kann man arbeiten, verreisen, schlafen. Historisch gesehen sowieso, man konnte bis vor einigen Jahrzehnten eigentlich überhaupt keine Clips herstellen.
>Ich denke, dass für uns alle hier Ohrclips - wenn überhaupt - nur halb so "aufregend" sind wie in Löchern getragener Ohrschmuck. Nein, Ohrringe müssen schon "gepierct" sein. Sonst sind sie - zumindest für mich - reizlos.
Natürlich ist das auch bis zu einem gewissen Grad richtig. Für viele hat das gestochene Loch als solches erotisierenden Charakter. Und für die, die in diesem Forum posten, sowieso.
>Bleibt also die Frage, ob das Stechen von Löchern NUR eine Frage der sicheren "Befestigung" von Schmuck am Körper ist,
Für sehr viele ist dem tatsächlich so, das muss man klar sagen.
> oder ob für viele (vor allem hier) mehr dahinter steckt.
Hier sowieso. Aber es gehört beides dazu. Das sind zwei Pole, die sich in der Waage halten.
Einerseits der erotisierende Charakter jeder Art von Selbstverletzung, Verstümmelung, Einschränkung, Stigmatisierung. Dazu gehören auch Tattoos und letztlich sogar lange Haare und High Heels. Aber auch wenn man davon erotisiert ist, hat man im Hinterkopf immer zugleich eine Angst davor, pervers zu sein, bzw. man findet manche Dinge beim ersten Mal Sehen einfach nur abartig. Ungeheuer viele Erfahrungsberichte von Gepiercten beginnen damit, daß man sich nie hätte vorstellen können, das mal selber zu machen, weil man es für abartig hielt. Ging mir selbst auch nicht anders.
Der Gegenpol, der das abmildert, ist die Gesellschaftsfähigkeit. Zum einen einfach, wenn es viele Leute vormachen (Kultur), und zum anderen, wenn es einen Grund gibt, es so und nicht anders zu machen. Zum Beispiel, dass gestochener Ohrschmuck eben besser hält und langfristig bequemer zu tragen ist. Oder dass hohe Absätze einen größer machen. Das alles bringt eine logische Komponente ein und nimmt der Sache ihren Fetisch/Perversionscharakter, wodurch man die erotisierende Komponente ohne Gewissensbisse genießen kann.
Grüsse, B.
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