Das aktuelle Ohrlochforum ist nun hier. Unten siehst Du ein Teil vom Archiv von 1999 - 2018.
Re: Ohrlochpflicht?
geschrieben von birgit am 18.09.2010 um 23:02:21 - als Antwort auf:
Re: Ohrlochpflicht? von
Freddi
Hallo Jonny,
Zu diesem oder einem ähnlichen Thema hatte ich glaube ich schon früher mal hier im Forum einen Beitrag geschrieben.:
Ein Arbeitgeber, der offiziell von seinen Angestellten ein Piercing, Tattoo oder auch nur Ohrringe verlangen würde, hätte wohl rasch ein massives juristisches Problem.
Eher ist normalerweise das Gegenteil der Fall, nämlich dass Piercings unerwünscht sind. Auch wenn sich diesbezüglich inzwischen wohl Vieles gelockert hat. Ansonsten werden Arbeitgeber entspr. "Vorschläge" machen, wie sie das Outfit Ihrer Angestellten gerne hätten bzw. nicht, wenn es nicht eh einen Bekleidungs-Kodex als Bestandteil des Arbeitsvertrages gibt.
Tatsächlich arbeiten auch nach meiner (unrepäsentativen) Erfahrung in vielen Piercingläden oft Leute, die man in puncto Outfit eher als Beamte oder Stinos (Stinknormalos) einschätzen würde, also keinerlei sichtbare Piercings oder Tattoos. Mir sind in Läden, die Piercingschmuck und eher außergewöhnlichen Schmuck etc. wie z.B. Indien-Bollywood-Outfit verkaufen, schon oft Verkäuferinnen begegnet, die lt. eigener (unaufgeforderter) Aussage selbst mit Piercings oder ausgefalleneren Outfits wenig anfangen konnten.
Viele Goldschmiede/innen und Verkäufer/innen in "klassischen" Schmuckgeschäften geben sich ebenfalls in puncto Outfit und Schmuck eher betont schlicht. Wohl um ihren Kunden oder Produkten nicht die Show zu stehlen, oder weil sie einfach so sind.
Natürlich würde es mich als Piercer-Kunde schon mehr als irritieren, wenn der Piercer/in zumindest sichtbar keine eigene Erfahrung mit Piercings hätte.
Aber auch beim Gegenteil, nämlich bei eher freakig gepiercten und tätowierten Dienstleistern wäre mir nicht ganz wohl. Das spricht dann eher die entspr. ambitionierten Zielgruppen an. Ganz abgesehen davon, dass zumindest die Tattoos von Tätowieren zwangsläufig meist nicht selbstgemacht sind, demzufolge auch nicht unbedingt als "Arbeitsprobe" herhalten können.
Ansonsten wird wohl jede/r Angestellte oder Ladeninhaber/in ein Interesse haben, sich entsprechend dem Stil des Ladens und Art der Kundschaft zu kleiden bzw. zu schmücken. Oder gleich als Live-Präsentation das Angebot des Ladens tragen. Dass eine hübsche, attraktiv gekleidete und geschmückte Verkäuferin wohl mehr Verkaufserfolg haben dürfte, haben sicher auch schon die meisten Arbeitgeber gemerkt und suchen sich ihr Personal entspr. aus.
Der Schuss kann aber auch etwas nach hinten losgehen:
Ich habe mal eine Zeitlang aushilfsweise in einem Laden für Bollywood-Bauchtanz-etc. Klamotten und Zubehör gearbeitet. Die Ladeninhaberin war meist eher sehr "zivil" gekleidet, während ich dann zumindest meine eigenen etwas "exotischeren" Klamotten und Schmuck trug. Mit dem Ergebnis, dass mich die Kundinnen fragten, wo's dieses denn zu kaufen gäbe (im besagten Laden leider nicht).
Der einzige Fall eines "kollektiven Piercing-Outfits" ist mir vor Jahren in einem Friseurladen begegnet, der auch Piercing und "ausgefalleneres" Haarstyling anbot. Das junge Inhaber-Ehepaar trug eines Tages durchgestochene Septum-Nasenringe, die bald immer größer und dicker wurden, so dass die dicken Goldringe bis vor den Lippen hingen. Das war wohl vom bekannten ebenso großen Nasenring eines der ersten und sehr erfolgreichen Piercing-Laden-Inhabers in München inspiriert und ziemlich freaky, passte aber sehr gut zu den beiden. Und schon nach kurzer Zeit hatten auch die beiden im Laden angestellten Friseurinnen Septum-Nasenringe. Sicher nicht aus Zwang... Die Kunden wurden offenbar dadurch nicht abgeschreckt - im Gegenteil: Dadurch wurden sicher auch einige Kundinnen zu einem Septum-Piercing angeregt, wenn auch in weniger auffälliger Form. U.a. eine meiner Freundinnen. Mit ihrem kleinen Nasenringchen konnte sie sich jedoch leider nur einmal auch an Ihrem Arbeitsplatz präsentieren. Dann nicht mehr!
Ob dann auch alle Mitglieder der altbekannten Musikband "Golden Earring" eine "Ohrlochpflicht" hatten und dies auch konsequent durchgezogen wurde, weiß ich nicht: Bitte selbst recherchieren!
Und wenn wir schon dabei sind: Es wäre durchaus eine überlegenswerte Anregung für alle Buddhisten, sich als unübersehbares Merkmal und Ehrerbietung gegenüber dem Meister überlange Buddha-Ohrläppchen ziehen zu lassen. Schon um der SM-Folter-Kreuze-Religions-Konkurrenz zumindest optisch etwas angenehmere Paroli zu bieten...!
Leute, bringt das mal in die Buddhisten-Foren und berichtet darüber! Dann gibts auch hier im Ohrlochforum wieder neue interessante Themen. Vielleicht meldet sich sogar der Dalai Lama persönlich mit einem weisen Spruch...
| |
Hi,
ist zwar leicht OT, aber der Piercer, der meine Brustwarzen gestochen hat, hatte selbst kein einziges Piercing (sichtbare kann ich bestätigen, unsichtbare musste ich ihm glauben). Er sei auch nirgendwo tätowiert gewesen.
Und das war in einem gut gehenden Studio in einer mittelgroßen deutschen Stadt.
Er hätte sich also so einer Pflicht erfolgreich entzogen 
| | Was ich mich frage, wenn jemand Verkäufer oder Besitzer (männlich und weiblich) in einem Schmuckgeschäft ist, Juwelierladen oder Piercingsstudio, gibt es da sowas wie eine Ohrschmuck- bzw. im Piercingsstudio auch eine Piercingpflicht, so als wenn der Anbieter dem Kunden gegenüber seine Produkte selbst als Anschauung anbietet. Schmuckverkäuferinnen ohne Ohrlöcher gibt es eher nicht, oder?
Wenn ein Mädchen eine Ausbildung in einem solchen Laden macht, besteht dann sowas wie eine Pflicht zum Tragen dieses Schmucks?
Ich meine das ich denke, in einem Tatoostudio, haben ja üblicherweise Tatoovierer selbst Tatoos, also müsste Ohrschmuck in einem Schmuck- bzw. Juwelierladen zumindest für Frauen zur Berufskleidung gehören, oder nicht? |
|
Antworten zu diesem Beitrag: