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Re: an alle

geschrieben von Catz am 01.12.2001 um 20:54:35 - als Antwort auf: Re: an alle von Christine
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>Mit den Steckern am Ohrrand hatte ich ständig Probleme, die Piercings entzündeten sich auch im verheilten Zustand immer wieder, teilw. bildeten sich an den Ausstichstellen hinter dem Ohr bleibende kleine Verdickungen, die z.T. bis heute nicht mehr von selbst verschwanden. So hatte ich leider nur noch ganz selten Schmuck im Oberohr getragen und die meisten Löcher wieder zuwachsen lassen. Manche Bekannte haben mir später Ähnliches berichtet.

Das passieren gut 90% der Leute, die sich mit einer Pistole Knorpelpiercings haben schießen lassen...


>Allerdings gibt es genügend Leute, vor allem junge Frauen und Mädchen, die offenbar weniger empfindliche, sehr weiche und piercinggeignetere Ohren haben als ich, und die problem- und folgenlos manchmal bis zu 20fach durchstochene Ohren haben, ohne dass es zu Verdickungen oder Schwellungen oder Schmerzen kommt.

Ich hab jetzt auch schon mehrere Knorpelpiercings (und die nicht nur am Ohrrand) und da gab es abgesehen von leichten Schwellungen, weil ich auf dem Ohr geschlafen habe, nie Probleme, aber es sind auch alle gestochen worden.Empfindlich bin ich eigentlich auch, was das angeht, geschossene Löcher in den Ohrläppchen entzündeten sich bei mir wie sonstwas, es war echt ne wahre Pracht, dass immer wieder mitanzusehen...



>• unbedingt auf gleichmäßige Abstände und Stechrichtung achten. Mit den handelsüblichen Stech-Pistolen und den Fähigkeiten der ausführenden Leute in den meisten Schmuckläden ist dies jedoch oft ein Lotteriespiel mit oft sehr unschönem Ergebnis. Dann vielleicht besser zum (qualifizierten) Piercer, auch wenn’s teurer ist!

Auf jeden Fall.Es soll ja auch nach was aussehen und eben nicht anschwellen, blau werden und Keloide bilden...

>• Je nach Ohrform: Die Piercings sollten für eine bessere Optik möglichst den gesamten Ohrrand umfassen und nicht nur ein bisschen Haut am Ohrrand, auch wenn’s anfangs etwas schmerzhafter ist und die Heilung wegen der tieferen Durchstiche länger dauert.
>• Besonders bei empfindlichen Ohren:
>neue Durchstiche erst, wenn die bisherigen einwandfrei verheilt sind und man daran gut gewöhnt ist bzw. Erfahrungswerte sammeln konnte; nicht mehr als 2–3 neue Durchstiche gleichzeitig, und nicht gleichzeitig auf beiden Seiten, sonst kannst Du danach eine Zeitlang nicht mehr auf der Seite schlafen!
>• Je weiter man am Ohrmuschelrand ab Ohrläppchen nach oben kommt, desto schmerzhafter wird das Piercing im Bereich des Knorpels, evtl. mit Ausnahme einer oft etwas dünneren Stelle im Oberohr, die meist auch für das häufig zu sehende ”Knorpelpiercing” verwendet wird.
>Das ist jedoch von Mensch zu Mensch und von Ohr zu Ohr verschieden.
>• Die Stecker oder Ringe für ein neues Piercing sollten wegen der zu erwartenden anfänglichen Schwellung nicht zu kurz bzw. zu eng sein. Andernfalls kann dies zu einer ständigen Entzündung führen. Ideal als Verheilschmuck sind dünne Piercingringe mit Kugel-Klemmverschluss. Zu dicker durchgesteckter Schmuck kann recht schmerzhaft sein und ein ständiges unangenehmes Druckgefühl erzeugen!
>• Die Piercings nur machen lassen, wenn Du körperlich und gesundheitlich fit bist und Dich wohl fühlst, also nicht gerade bei Schul- oder Berufstress!
>• Zärtlichkeit, Sonne und körperliche Bewegung fördert übrigens den Heilungsprozess besser als irgendwelche chemischen Pflegemittel und vermindert den anfänglichen Schmerz. Das jetzige kalte und sonnenarme Jahresende ist deshalb nicht gerade ideal für neue Piercings!

Alles was dem immunsystem gut tut, ist gut für die heilung, aber Pflegemittel sind gerade bei den pflegeintensiven Knorpelpiercings auch notwendig.

>• Bei länger als 2 Wochen anhaltenden Schmerzen, starken Schwellungen u.ä. Schmuck rausnehmen und erst nach Abklingen der Beschwerden wieder einzusetzen versuchen!

Nein, aufn gar keinen Fall!Dann kann sich die Entzündung einkapseln und das gibt richtig üble Schmerzen und das ganze darf dann von nem Arzt wieder öffnen ..lecker..Der Schmuck sorgt dafür, dass Wundflüßigkeit, Eiter und was sich sonst noch so bei Entzündungen einstellt, abfließen kann.

Allerdings kann bis dahin die Haut schon wieder zugewachsen sein. Es ist dann ein erneutes Durchpieksen zumindest der äußeren Haut erforderlich.
>• Auch später eine gewisse Pflege der Piercings nicht vernachlässigen: in den verheilten Durchstichkanälen bildet sich Talg, der geleghentlich entfernt werden sollte, andernfalls nicht gerade vorteilhaft riecht. Sparsames Einölen oder Eincremen der Ohren hält die Haut geschmeidig und kann die Heilung fördern, bes. bei gutem Olivenöl (nicht Mineralöl). Warmer Kamillentee oder Auflegen von warmen Kamillenteekompressen kann das Druckgefühl bzw. die Anschwellung nach dem Durchstechen lindern und die Heilung fördern.
>Kurzzeitiges Herausnehmen des (Erstlings)Schmucks für einige Stunden schadet nicht. Allerdings kann das erneute Einsetzen die noch dünne Haut im Wundkanal verletzen oder durch die zwischenzeitlich erfolgte Verengung des Stichkanals etwas schwierig gestalten.

Also es ist meist sehr heilungsfördernd, den Schmuck am Anfang drin zu lassen, bis der Stichkanal völlig verheilt ist.

>• Um Allergien und Entzündungen zu vermeiden: Besonders für Erstlingsschmuck nicht irgendeinen billigen Mode(Silber-)Schmuck verwenden, sondern weitestgehend ”allergiesicheren” Schmuck aus z.B. Titan, evtl. Kunststoff, Edelstahl (ist oft subjektiv unverträglich), Gold in hoher Legierung (am besten, jedoch nur selten erhältlich und entspr. teuer: 750er/18 Karat, besser 999er/24 Karat Gelbgold, inkl. aller mit der Haut in Berührung kommender Teile, z.B. Lötstellen und Befestigungsschmetterlinge).


Am besten sind nach wie vor Titan, Niob oder PTFE.
Bei Gold ist es so eine Sache, da ist immer auch Nickel drin (es sei denn es ist pures Gold).Edelstahl sollte man nicht nehmen, ebensowenig wie Chirurgenstahl.Beides ist zum Ersteinsatz in der EU überhaupt nicht mehr zugelassen, da es Nickel enthält (bis zu 22%).


Catz

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