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"Wegtherapieren"

geschrieben von Quartalslocher am 31.12.2006 um 17:54:00 - als Antwort auf: Re: Schlüsselerlebnis und was daraus bis heute so wurde von Piercloch
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Hallo zusammen,

> Vielmehr erscheinen mir diese Schilderungen eher wie eine erste
> Begegnung mit etwas, was in uns schon latent vorhanden war.

Soweit okay. Der eine spricht auf das Erlebnis an, der andere nicht. Der eine blättert schmunzelnd über die Eingeborenenbilder im Erdkundebuch weg, der andere bekommt Herzklopfen. Aber warum?

> Das spräche dann doch wieder für eine „vererbte“ Veranlagung. Oft
> kommt so etwas erst nach Generationen wieder mal zum Vorschein.

Also, komm! Das ist vorstellbar bei erblichen Stoffwechselerkrankungen, wo zufällig beide Elternteile das jeweils defekte Gen weitergeben, so dass irgend ein Protein nicht gebildet werden kann. Aber so eine Vorliebe? Wie soll die auf solchen generationsüberspringenden Effekten beruhen können? Ausgeschlossen.

> Jedes mal, wenn ich ihn sehe, wundere ich mich jedoch über
> die Größe und „Präsenz“ des Loches. Es sieht so aus, als ob
> er öfter (heimlich?) darin Schmuck trägt.

Wundere ich mich manchmal bei welchen, von denen ich ganz sicher weiß, dass sie keinen Schmuck tragen. Hängt davon ab, wie es verheilt ist. Andere tragen dauernd Schmuck drin, aber wenn sie ihn herausnehmen, kann man das Loch praktisch nicht erkennen.

> @Quartalslocher. Ich hatte auch Zeiten, in denen ich unter
> meiner „Neigung“ litt.

Warum in Anführungszeichen, die Neigung. Ist es das nicht?

> Aus ähnlichen Gründen wie Du. Ich glaube, dass von Dir der
> Rat stammt, sich das „wegtherapieren“ zu lassen.

Glaube nicht, dass ich das geraten habe, denn ich glaube nicht, dass das möglich ist. Sonst fände ich das schon verlockend. Die Vorstellung, mich da über sexuelle Empfindungen auszulassen usw. ist aber schon abstoßend genug, dass ich mich nie informiert habe.

> Da mir – und offensichtlich den Meisten hier – bewusst ist, dass
> die Faszination für gepierct getragenen Schmuck eng mit meiner
> Sexualität zusammen hängt, halte ich diesen Vorschlag – entschuldige
> bitte – geradezu für absurd. Ebenso erfolglos könntest Du versuchen,
> Dir Deine Sexualität wegtherapieren zu lassen.

Nicht ganz. Wer z.B. nur Spaß beim Sex haben kann, wenn er dem anderen dabei Schmerzen zufügt, kann (und sollte?) sich da doch therapieren lassen. Dann kann er in Zukunft richtig "ganz normalen" Spaß am Sex haben.

Viel anders (wenn auch weniger dramatisch) sehe ich das bei mir.

> Irgendwann habe ich beschlossen, zu meiner Neigung zu stehen.
> Wenn Du möchtest, so würde ich Dir raten, das auch zu tun.

Ich möchte mir raten lassen, ja. Aber der Rat kann mich nicht glücklich machen. Ich will beim Sex nichts zwischen mir und der Liebsten, auch keinen Fetisch, der irgendwo zwischen uns steht.

Wenn sie Schnurrbärte liebte, sollte ich mir ihrzuliebe einen wachsen lassen? Und dann letztlich tauschbar gegen andere Schnurrbartträger sein? Wär mir kein schöner Gedanke.

> Und zwar entschlossen und endgültig. Das ewige Hadern mit sich
> selbst macht die Sache nur noch schlimmer.

"Ich steh' auf Sahnekuchen. Und im Neuen Jahr gebe ich der Neigung nach, denn das ewige Hadern mit mir selbst macht die Sache nur noch schlimmer." (Ja, ja: es hinkt.) Es hat ja schon einen Sinn, wenn unser Verstand unseren Gelüsten Widerstand leistet.

> Natürlich im Rahmen dessen, was ich meiner Umgebung zumuten kann

Warum meiner Umgebung? Mir selbst! Ich finde es nicht schön. Warum sollte ich mich für mich hässlich machen, nur weil ich das irgendwie erregend finde? Das ist keine Lösung.

> Man soll Läuse, die man nicht loswerden kann, versuchen zu lieben.

Klar, wenn ich Ohrschmuck plötzlich gänzlich lieben könnte, wäre es etwas anderes. Aber ich habe schon versucht, Rotkohl zu lieben. Das geht nicht. Das sitzt tief und ich weiß nicht, wie man da an die Schalter kommt.

Nun finde ich nicht alles fies. Schlanke Creolen, nicht zu klein, im richtigen Winkel und zu Frisur und Gesichtsform passend -- das kann hübsch sein. Aber dieser Eindruck wird dann gleich von der Erregung überdeckt. Wie komme ich da raus?

> Nichts und niemand nimmt wirklich Schaden durch unsere Faszination
> für Schmuck, der unter die Haut geht.

Kann ich mein Problem damit wirklich so schwer 'rüberbringen?

Na, trotzdem vielen Dank für deine Reaktion.

Der Quartalslocher (derzeit "trocken").

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