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Re: Siebzig Euro für ein Loch im Ohrläppchen
geschrieben von Rotfront Südwest am 01.09.2012 um 17:11:54 - als Antwort auf:
Re: Siebzig Euro für ein Loch im Ohrläppchen von
Andi
| | | | Das war heute auch im Hessischen Rundfunk den ganzen Tag das Hauptthema.
| | Artikel heute in der "Welt":
| | Als Leonie S. drei Jahre alt wurde, wollten ihre Eltern wissen, was sie sich zum Geburtstag wünschen würde. "Ohrringe", sagte das Kind. Und so machten sich Mutter, Vater und Tochter auf den Weg in das Piercing- und Tattoo-Studio "by Bossi" im Berliner Ortsteil Lichtenberg.
...
Als Leonie nach drei Tagen über Schmerzen im rechten Ohrläppchen klagte, brachten ihre Eltern sie zu einem Arzt, der nach kurzer Inaugenscheinnahme feststellte, das Kind habe "ein Trauma" erlitten. Worauf die Eltern von der Besitzerin des Tattoo-und-Piercing-Studios, Frau W., eine Entschuldigung und "Schmerzensgeld" in Höhe von 70 Euro verlangten. |
Nur zu Dokumentationszwecken - kein Anlass für eine Kinderohrlochdiskussion! |
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Da sieht man mal wie bescheuert die Eltern sind denn laut MSN.de sollen sie jetzt vom Gericht auch noch eins verbraten bekommen -> recht so |
Es ist davon auszugehen, daß in diesem Falle die Justiz durchgreifen wird. Anders als bei dem geplanten Aufweichen des Beschneidungsverbots stecken ja keine zahlungskräftigen Lobbylisten hinter dem Amtsschimmel.
Ich hatte heute Morgen eine Diskussion mit meinem Mitbewohner, der dieses Forum entdeckt hatte. Wir sind uns eigentlich alle einig, daß es ein guter Schritt zu mehr Gerechtigkeit wäre, wenn man diesem Treiben ein Ende setzen würde. Wir müssen noch mit unserer lokalen Gruppe absprechen, ob Demonstrationen gegen Juweliere, die derartige Eingriffe durchführen, eine sinnvolle Gegenmaßnahme darstellen. Denn wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht! In der Öffentlichkeit ist das Thema "Ohrlöcher für Kleinkinder" und die daraus resultierenten Konsequenzen noch nicht so sehr verankert. Aber ich erinnere noch an die 80er Jahre, da waren Ohrfeigen und Züchtigung auch noch erlaubt bzw. nicht explizit verboten. Zum Glück ändern sich die Einstellungen und eines Tages könnten wir es schaffen, die BRD zu einem antifaschistischen Staat, in dem ALLE Menschen, gleich welchen Alters, Geschlechts und Rasse gleichwertig behandelt werden, zu verwandeln.
Daher ist es uns auch sehr wichtig, Normalbürger die nicht in den Klassenkampf verwickelt sind, aufzuklären. Wußten Sie eigentlich, daß das Durchstechen von Kinderohren, sprich eine Körperverletzung gegen den Willen der Betroffenen eine Demütigung sondersgleichen darstellt? Daß durch diese Handlung ein Unterwürfigkeitsdenken der Frau gegenüber ihrem (künftigen) Mann mit in die Wege geleitet wird? Sexismus hat viele Facetten und er ist in unserer Kultur immer noch nicht ausgerottet.
Im Gegenteil, der Sexismus und somit eine Grundstütze des Faschismus kehrt langsam wieder zurück. Man beobachte nur das Fernsehprogramm. Auch das Anspruchsdenken gegenüber Frauen, daß sie dem gängigen "Schönheitsideal" entsprechen müssen, ist Sexismus. Eine Schiene, die in frühem Alter gelegt wird - von nichtsahnenden Eltern. Ohrlochstechen ist ein Teil davon (Wenn es gegen den Willen der Betroffenen geschieht!).
Eine Sache ist aber ganz lustig, der Sexismus scheint sich zum Bumerang zu wenden: Männer die sich die Beine rasieren, sich die Augenbrauen zupfen und sich Schminken - und es gibt Frauen, die dies verlangen. Quasi weibliche Patriarchinnen - der korrekte Begriff wäre Matriarchismus. Aber, weder das eine, noch das andere ist gutzuheißen und als Freidenker hat man es diesbezüglich echt gut! Versuchen Sie, auch mal Traditionen, auch neue Traditionen (meist durch die Medien übermittelt) zu hinterfragen!
Vielleicht verstehen dann manche, daß die Antifa für das Recht und die Freiheit ALLER Menschen kämpft! Auch für Ihre! Ausgenommen Faschisten, denn diese wollen ja einen Unrechtsstaat!
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