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Re: ohrlochstechen in der literatur
geschrieben von holger am 12.03.2000 um 13:28:58 - als Antwort auf:
Re: ohrlochstechen in der literatur von Franzi
>>um das niveau mal ein bisschen zu heben...wie wärs denn mit dem thema "ohrlochstechen in der literatur"? drei bücher kenne ich in denen das thema "ohrlochstechen" vorkommt. bei interesse zitiere ich daraus. vielleicht wird es ja eine bereicherung der homepage??
>>tschüß holger
>Hallo Holger,
>zitiere bitte aus Deinen Büchern. Vielleicht kann man sich ja noch neue Ideen holen.
>Was sind das für Bücher ?
>Fachbücher ?
>Du kannst ja auch mal die Titel nennen.
>Mich jedenfalls würde es sehr interessieren.
>
>Tschüss, Franzi
hallo Franzi
habe gerade deinen Beitrag gelesen. Im ganzen sind mir drei Bücher bekannt; diese besitze ich auch: es sind dies:
John Steinbeck, Früchte des Zorns dtv-tb 1985;
Charles Ferdinand Ramuz: Aline, Verlag Huber Frauenfeld 1983
Leonard Cohen, Das Lieblingsspiel, zweitausendeins 1974.
Ich gebe dir eine Kostprobe aus Steinbeks Roman
auf Seite 417:
(...)"Hier!" Die schmalen goldenen Ohrringe lagen in ihrer Hand. "Das istfür dich."
Die Augen des Mädchens leuchteten auf, aber dann wandte sie sich ab.
"Ich habe doch gar keine Löcher in den Ohren."
"Na, dann mache ich dir welche." Mutter eilte zurück ins Zelt und kam mit einer Pappschachtel wieder. Sie fädelte eine Nadel ein, nahm den Faden doppelt und knotete ihn an verschiedenen Stellen. Sie fädelte eine zweite Nadel ein und knotete den Faqden. Dann holte sie ein Stück Kork aus der Schachtel:
"Das tut weh, Mutter. Das tut weh." Mutter trat zu ihr und hielt den Kork hinter das Ohrläppchen und stieß die Nadel durch das Ohr in den Kork hinein.
Das Mädchen zuckte zusammen. "Das pikst. Das tut weh."
"Pass auf, es ist gar nicht so schlimm."
"Ja, aber es wird weh tun."
"Na, dann machen wir das andere Ohr zuerst" Sie hielt den Kork hinter das Ohrläppchen und stieß die Nadel durch.
"Es wird weh tun."
"Still!", sagte Mutter. "Ist schon fertig."
Rose von Sharon sah sie erstaunt an. Mutter schnitt die Nadeln ab und zog an jedem Ohr den Faden mit einem Knoten durch das Ohrläppchen.
"So," sagte sie, "jetzt ziehn wir jeden Tag einen Knoten durch, und in zwei Wochen ist alles gut, und du kannst sie behalten".
Rose von Sharon betastete zaghaft ihre Ohren und betrachtet die Blutströpfchen an ihren Fingern. "Es hat gar nicht weh getan. Nur ein bisschen gepikst."
"Das hätten wir schon längst machen müssen", sagte Mutter. Sie sah demMädchen ins Gesicht und lächelte triumphierend. "Jetzt trockne die Teller fretig ab. Und pass auf, du kriegst ein hübsches Kind. Beinahe hättest du's gekriegt, und deine Ohrläppchen wären noch nicht durchstochen gewesen. Aber jetzt brauchst du nicht mehr zu fürchen."
"Bede3utet das denn was?"
"Natürlich", saghte Mutter. "Natürlich bedeutet's was."
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