Ohrlochforum (aktuell) Archiv: Übersicht Archiv: Suche

Das aktuelle Ohrlochforum ist nun hier. Unten siehst Du ein Teil vom Archiv von 1999 - 2018.

Nochmal zurück zur Ausgangsfrage: Warum gerade OHRlöcher?

geschrieben von Gefühlsmensch-in am 20.11.2006 um 10:46:00
Verstöße gegen die Werte und Regeln des Forums bitte hier melden.

Hallo Piercloch,

danke für deine Ausführungen.

Hallo Alexus,

schön mal wieder von dir zu lesen. Witzigerweise habe ich an die interessante Diskussion mit dir gedacht, als ich meinen Beitrag geschrieben habe.

Hallo alle,

jetzt haben wir ja schon ganz schön viele Beiträge zusammen, die schildern, welche Gefühle Ohrlöcher oder auch andere Piercings auslösen.
Wie drängend der Wunsch nach ihnen sein kann.

Aber die Frage, wieso gerade OHRlöcher, wurde meiner Meinung nach noch nicht genügend betrachtet.

Wieso gerade OHRlöcher?

Folgendes habe ich mir überlegt, und ich bitte um Korrektur bzw. Ergänzungen, wenn ich nicht richtig liege:

Erstens: Im Gegensatz zu Körperpiercings sind Piercings im Bereich des Kopfes prinzipiell mit einer höheren Signalwirkung versehen.
Was ja auch logisch ist, da wir im Allgemeinen aufgrund unserer Nacktheit (Der sprichwörtliche "nackte Affe") in der Öffentlichkeit bekleidet bewegen.
Also Punkt eins FÜR Ohrlöcher: Sichtbarkeit

Zweitens: Betrachten wir die im Kopfbereich möglichen Piercings, dann sind diese - eben abgesehen von den OHRlöchern im OHRLÄPPCHEN - durchweg riskanter und eher problematisch in der Heilung.
Soweit zumindest meine Informationen. Piercloch wird dazu sicher mehr beitragen können?
Also Punkt zwei FÜR Ohrlöcher: relative Problemlosigkeit

Drittens: Gerade bei Frauen sicherlich auch ein Aspekt für Ohrlöcher: Man kann, längere Haaren vorausgesetzt, wunderbar mit der Sichtbarkeit (siehe Punkt eins) "spielen". Man kann glitzernden Ohrschmuck hinter einem Vorhang von Haar nur erahnen lassen. Oder man kann ganz bewusst so frisieren, dass das geschmückte Ohr frei präsentiert wird. Wenn man aber, wie bei Variante eins, die Ohren zunächst von den Haaren überdeckt, dann kann man auch ganz bewusst, "zufällig", die Haare hinter die Ohren streichen...
(Eine Geste, die übrigens ganz typischerweise mit weiblichem "Balzverhalten" verbunden wird - womit das zusammenhängt, komme ich im nächsten Punkt zurück)

Doch nicht zu kurz denken, weil heutzutage überwiegend Frauen lange Haare tragen. In der Vergangenheit hatten die Männer oft ebenso üppig-lange Haartrachten wie die Frauen - und oft auch ebenso geschmückte Ohren (ich denke da gerade an ein Bild, das angeblich William Shakespeare zeigen soll...)
Also Punkt drei FÜR Ohrlöcher: Die Variabilität in der Sichtbarkeit

Viertens: Wie ich schon schrieb, die Geste, sich das Haar hinters Ohr zu streichen, ist ganz eindeutig zuzuordnen - es gibt ja genügend spannende Untersuchungen zu den Ritualen im menschlichen Beziehungswirrwarr. Und wenn wir denen Glauben schenken, dann benutzen Frauen diese Geste, um die Aufmerksamkeit eines für sie interessanten Mannes zu wecken.

Die Frage ist nur, warum sie das Haar hinters Ohr streicht. Ich habe schon gelesen, dass diese Geste so interpretiert wird, dass die Frau damit die Gesundheit ihres Haares betonen möchte (und indem sie auf die Gesundheit ihres Haares hinweist, sich indirekt als durch und durch gesunde Kandidatin für die potentielle Mutterschaft darstellt, die in evolutionären Zeitmaßstäben gemessen, ja immer das Ziel einer Beziehung darstellte)

Das glaube ich aber nicht.
Ich habe sehr lange Haare und ich glaube, es gibt andere Gesten als das Haare-hinter-die-Ohren-streichen, um auf dieses Attribut aufmerksam zu machen.
Am wirkungsvollsten ist immer noch Kopf-werfen-und-Haare-fliegen-lassen.

Dagegen nimmt das Gegenüber beim Haare-zurückstreichen die Haare gar nicht mehr so bewusst wahr - statt dessen rückt das Gesicht in den Fokus des Betrachters. Und auch - die Ohren.

So, dann fragen wir uns, was es für einen Sinn machen könnte, einem potentiellen Partner die Ohren zu präsentieren, um ihm sein eigenes Interesse zu signalisieren.
Da spielt dann wieder eindeutig hinein, dass die Ohren, ausgestattet mit einer erhöhten Dichte an Nervenenden, eine der erogenen Zonen des Menschen ausmachen.
Punkt vier für Ohrlöcher: Betonung einer erogenen Zone

Fünftens:

Piercloch schreibt:
> "Ich hätte nicht gedacht, dass sich ein schwingender Ohrhänger, der bei jeder Bewegung des Kopfes das Ohrläppchen mitschaukeln lässt, so sinnlich anfühlen kann". Schreibt Gefühlsmensch-in.

> O ja, dieses erregende Gefühl kenne ich auch. "Sinnlich" schreibst Du. Welche Sinne werden hierbei angesprochen, ist die Frage?

Naja, welche "Sinne" wohl... siehe oben, ich schrieb was von "erogenen Zonen"...

Aber anderer Aspekt und Frage direkt zurück an dich Piercloch:
Im Gegensatz zu anderen - ich nehme insbesondere Bezug auf Kopf-Piercings, da ich ja weiter oben die Einschränkung der Sichtbarkeit gemacht habe - Piercingstellen werden ja solche sinnlichen Erfahrungen eines schaukelnden Ohrhängers, der das gesamte Ohrläppchen in Schwingungen versetzt in der Regel mit herkömmlichem Piercingschmuck nicht erzielt.

Von mir selbst ausgehend kann ich eben nur das Tragegefühl von Ohrsteckern, kleinen Creolen und ähnlich dezentem Schmuck, den man sinnlich kaum wahrnimmt, sondern der nur optisch wirkt, vergleichen mit dem Flash an Nervenstimulation, den Baumelohrschmuck hervorruft.
Was sagt der "Experte" dazu?

Was sagt ihr allgemein zu meinem Gedankengang?

Antworten zu diesem Beitrag:
Ohrlochforum (aktuell) Archiv: Übersicht Archiv: Suche
lexikon regeln datenschutz